Die franco-amerikanische Fotografin Madeleine de Sinéty steht im Mittelpunkt des Jeu de Paume: eine große Retrospektive, die erste, die der Künstlerin gewidmet ist, wird vom 12. Juni bis zum 27. September 2026 organisiert. Die Ausstellung Ein Leben versammelt 40 Jahre Arbeit und Fotografien, die vergessene Geschichten illustrieren, Geschichten, die verschwunden sind.
Madeleine de Sinéty startete zu Ende der 1960er Jahre autodidaktisch mit der Fotografie. Sie wendet sich den Unsichtbaren zu, den Verlassenen: jenen Landarbeitern, deren Lebenswelt im Verschwinden begriffen ist. Bauern, Bahnbedienstete, Arbeiter, Händler, Metzger, alleinstehende Frauen, Menschen, die auf Sozialhilfe angewiesen sind... Die Künstlerin hält ihren Alltag fest, ihr alltägliches Leben, das von anderen Medien und Künstlerinnen und Künstlern oft ignoriert wird.
Die Fotografin fühlt sich fasziniert von verschwindenden Welten: den Städten im Wandel, den Vierteln, die sich verändern, den Dörfern und den Traditionen, die von der Modernisierung der Welt verdrängt werden... In dem bretonischen Dorf Poilley realisiert Madeleine de Sinéty ihr größtes Vorhaben: Ein Ensemble von über 50 000 Aufnahmen, die jedes Detail dieser ländlichen Kleinstadt der 1970er Jahre festhalten. Feld- und Hausarbeit, Dorffeste, der Wechsel der Jahreszeiten, Innenräume der Häuser: Dieses gewaltige Werk hält mit größter Genauigkeit jene Welt fest, die im Wandel der Gesellschaften und der Wirtschaft dem Untergang geweiht ist.
Madeleine de Sinéty hegt eine Leidenschaft für die Dampfzüge und den Alltag der Bahnbediensteten. In ihren Archiven finden sich auch Bilder des alten Montparnasse-Viertels, bevor das Künstlerquartier durch die Neugestaltung des Bahnhofs und die Einrichtung von Büros verdrängt wurde.
In den Vereinigten Staaten, wo sie mit ihrem Mann lebt, pflegt Madeleine de Sinéty ihre Interessen. Sie fotografiert Hochzeiten, Schulfeiern, Demonstrationen, Märkte, Arbeiter, die sich früh morgens versammeln, und Händler, die ihre Ware liefern... Die ländliche Welt, in Frankreich oder jenseits des Atlantiks, zeigt sich mit Poesie und Zerbrechlichkeit durch das Objektiv der Fotografin.
Der Rundgang wird durch Auszüge aus dem Tagebuch der Künstlerin ergänzt, in dem sie ihr Verhältnis zur Welt schildert und zu jenen Lebensentwürfen, die sie so sehr fesseln. Die Schau folgt einer chronologischen Ordnung, die die Entwicklung von Madeleine de Sinéty nachzeichnet – von ihren zögerlichen Anfängen bis zu ihren beliebtesten Serien.
Bewahrerin einer Erinnerung und von Traditionen, die schwindet, rückt Madeleine de Sinéty in diesem Sommer im Jeu de Paume erneut ins Rampenlicht. Verpassen Sie nicht diese bislang einzigartige Retrospektive.
Termine und Öffnungszeiten
Von 12. Juni 2026 bis 27. September 2026
Standort
Jeu de Paume - Concorde
1, place de la Concorde
75008 Paris 8
Tarife
Tarif réduit : €9.5
Plein tarif : €14
Offizielle Seite
jeudepaume.org















