Nutzen Sie die Tage des offenen Denkmals 2025, um am Wochenende des 20. und 21. Septembers den ehemaligen Deportationsbahnhof von Bobigny zu betreten. Tauchen Sie in die dunkelsten Seiten der französischen Geschichte ein, indem Sie diesen Bahnhof entdecken, der viele Opfer in die Lager von Auschwitz verschleppte.
Wenn Sie in Bobigny geboren sind, haben Sie sicherlich die eisige Geschichte des Bahnhofs von Bobigny gehört, der von den Nazis benutzt wurde, um Männer, Frauen und Kinder nach Auschwitz zu bringen. Innerhalb von 13 Monaten, vom Sommer 1943 bis zum Sommer 1944, wurden 22.407 Männer, Frauen und Kinder aller Altersgruppen in verplombte Waggons verladen, die sie in das Vernichtungslager Auschwitz brachten.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das 3,5 Hektar große Gelände, das sich im Besitz der SNCF befand, an einen Schrotthändler vermietet, der 2005 auszog. Die SNCF wollte die Gebäude mehrmals abreißen, doch die Vereinigung Fonds Mémoire d'Auschwitz (AFMA) und Georges Valbon (Bürgermeister von Bobigny) wandten sich 1987 an den Staat und der Abriss konnte gerade noch verhindert werden.
Erst 2005 wurde diese Gedenkstätte in das Zusatzinventar der historischen Denkmäler aufgenommen und als einer der Hauts Lieux du Souvenir de la déportation de Seine-Saint-Denis anerkannt (Das Lager La Muette in Drancy, die Bahnhöfe von Le Bourget und Bobigny, der Quai aux bestiaux, das Soldatengrab auf dem Cimetière Musulman, das Fort de Romainville).
Da es trotz allem wichtig ist, sich an diese dunklen Momente zu erinnern, bietet die Stadt Bobigny eine Führung durch den ehemaligen Deportationsbahnhof an. Besuchen Sie einen historischen Ort, der Zeuge des Holocaust ist, und entdecken Sie seine zukünftige landschaftliche und szenografische Gestaltung, damit die Erinnerung auch in den neuen Generationen fortbesteht.
Eineinhalb Stunden lang werden die Besucher durch das Gelände des Bahnhofs von Bobigny geführt, der heute eine Gedenkstätte ist. Die Führung bietet einen historischen und gedenkenspezifischen Rundgang, der die Rolle des Bahnhofs bei der Deportation von etwa 22.500 Menschen, die von den Nazis als Juden eingestuft wurden, in die Tötungszentren und Konzentrationslager zwischen Juli 1943 und August 1944 nachzeichnet.
Wie wurde dieser Bahnhof zu einem Glied in der Maschinerie des Völkermords? Wie wurden die Deportationen organisiert? Dank historischer Forschungen, Archiven und Zeugenaussagen werden die Besucher nicht nur die Mechanismen der Deportation, sondern auch die damit verbundenen individuellen Geschichten kennenlernen.
Der Besuch wird auch die langsame Anerkennung dieses Ortes als Gedenkstätte beleuchten. Warum hat man so viele Jahre gewartet, um diese Gedenkstätte einzuweihen? Welche Entscheidungen haben die Gestaltung und die Szenografie geleitet? Anhand eines chronologischen Ansatzes werden die Besucher die Entwicklung dieses Ortes von seiner Nutzung während des Zweiten Weltkriegs bis zu seiner Rehabilitierung als Ort der Erinnerungsweitergabe verstehen.
Eine Zeit der Entdeckung, aber auch der Reflexion über die Erinnerungsarbeit und ihre Weitergabe an zukünftige Generationen.
Im Rahmen seines thematischen Programms, das den Überlebenden gewidmet ist, empfängt das Mémorial de l'ancienne gare de déportation de Bobigny die Fotoausstellung von Karine Sicard Bouvatier: Déportés. Leur ultime transmission.
Die Ausstellung stellt Porträts von Überlebenden des Holocaust - von denen einige vom Bahnhof Bobigny aus deportiert wurden - den Porträts von Jugendlichen von heute gegenüber, die zwischen 15 und 19 Jahre alt sind, also im selben Alter wie diese Überlebenden zum Zeitpunkt ihrer Deportation. Durch diese Gegenüberstellung macht Karine Bouvatier die geraubte Jugend dieser Zeitzeugen sichtbar und knüpft eine starke und bewegende Verbindung zwischen den Generationen.
Während die letzten Überlebenden verschwinden, trägt dieses fotografische Werk eine wesentliche Botschaft: ihre Erinnerung an die Jugendlichen von heute weiterzugeben, die letzte Generation, die ihre Stimme noch hören kann, damit sie ihrerseits zu Übermittlern dieser Geschichte werden.
Entdecken Sie diesen historischen Ort!
Termine und Öffnungszeiten
Von 20. September 2025 bis 21. September 2025
Standort
Ehemaliger Deportationsbahnhof von Bobigny
151 Avenue Henri Barbusse
93000 Bobigny
Tarife
Kostenlos
Offizielle Seite
garedeportation.bobigny.fr