Jeden Tag durchqueren Tausende von Eltern die Gänge des RATP-Netzes und Île-de-France Mobilités mit ihren Kindern, um zum Louvre, zum Eiffelturm oder zu den grünen Alleen des Jardin des Plantes zu gelangen. Doch zwischen zu manövrierenden Kinderwagen und labyrinthartigen Verbindungen erfordert die Reise eine ordentliche Portion Vorbereitung. Zum Glück ermöglichen einige gut durchdachte Tipps, Fallstricke zu vermeiden und Ihre Familienfahrten in echte Momente der Verbundenheit zu verwandeln.
Das berühmte magnetische Pappticket hat sich von den Verkaufsautomaten verabschiedet. Von nun an läuft alles digital. Die einfachste Lösung bleibt der Kauf eines Navigo Easy‑Passes zum Aufladen (in der Station für 2 € erhältlich) für jedes zahlende Familienmitglied, oder die Tickets direkt auf dem Smartphone zu laden. Achtung: Die goldene Regel lautet: Eine Karte pro Reisendem!
Was das Budget betrifft, sind die Neuigkeiten für die Geldbörsen der Verbraucher beruhigend:
Unter 4 Jahren : Die Fahrt im gesamten Île-de-France-Netz ist kostenfrei.
Von 4 bis einschließlich 9 Jahren : Ihre Kinder erhalten den ermäßigten Halbtarif auf Einzelkarten oder auf digital gewünschte Carnets, geladen über Navigo Easy.
Große Familien : Falls Sie die offizielle Karte besitzen, zeigen Sie sie am Schalter vor, um Ermäßigungen von bis zu 50 % zu nutzen.
Unter 26 Jahren : Samstags, Sonntags und an Feiertagen bietet der Jungentarif unbegrenzte Fahrten zu einem sehr günstigen Preis in der gesamten Île-de-France-Region.
Damit die Fahrt angenehm bleibt, vermeiden Sie unbedingt die Stoßzeiten unter der Woche: morgens von 7:30 bis 9:30 Uhr und abends von 17:00 bis 19:30 Uhr. Dann sind die Wagen durch den Pendlerverkehr überfüllt, was das Reisen mit Kleinkindern erschwert.
Wenn es während eurer Tour voll wird, ist eine höfliche Geste gefragt: Lasst eure Kinder bequem auf euren Knien sitzen, damit andere Reisende einen Sitzplatz bekommen. Das ist auch die ideale Gelegenheit, ihnen die Goldregel der Pariser Rolltreppen zu vermitteln: wir stehen immer rechts, damit links die schnelleren Fußgänger vorbeigehen können.
Busnetze sind vor allem an der Oberfläche praktisch: Sie bieten ausreichend Platz für Kinderwagen und sind gut zugänglich. Unter Tage verfügen die meisten historischen U-Bahn-Stationen jedoch nicht über Aufzüge. Durch die engen Drehkreuze mit dem Kinderwagen zu schlüpfen, wird schnell zur kleinen Mutprobe. Keine Panik: Wenden Sie sich direkt am Empfang oder drücken Sie den dafür vorgesehenen Intercom-Knopf. Der agent RATP öffnet Ihnen mit einem Lächeln das große Servicetor, das für sperriges Gepäck und Kinderwagen vorgesehen ist.
Sobald Sie am Bahnsteig oder in den Gängen vor einer steilen Treppe stehen, bleiben Sie nicht allein auf sich gestellt. Wenn Sie mit Ihrem Kinderwagen allein unterwegs sind, zögern Sie nicht, Passanten um Hilfe zu bitten, um die Vorderseite des Wagens hochzuheben. Sie werden oft feststellen, dass ein Pariser oder eine Pariserin Ihnen ganz spontan eine helfende Hand anbietet, noch bevor Sie Ihre Bitte formuliert haben. Die gegenseitige Unterstützung in den unterirdischen Gängen ist viel häufiger, als man denkt.
Es ist die allzu bekannte Sorge bei Ausflügen in die Stadt: Das Signal ertönt, die automatischen Türen schließen sich, und die Geschwister gehen auseinander. Bevor ihr überhaupt auf den Bahnsteig steigt, weist euren Kindern eine einfache, einprägsame Regel mit auf den Weg:
Wenn das Kind am Bahnsteig bleibt: Es darf sich unter keinen Umständen bewegen. Weisen Sie es an, sich mit dem Rücken an eine Werbetafel zu lehnen und niemals bis zum Rand zu gehen. Der Elternteil steigt in den nächsten Wagen ein oder muss an der nächsten Station aussteigen, um es am festen Ort wieder abzuholen.
Wenn das Kind allein in den Wagen steigt: Es muss unbedingt an der ersten Haltestelle aussteigen und am Bahnsteig verweilen, bis Sie mit dem nächsten Zug kommen.
Die beruhigende Orientierung: Zeigen Sie ihm gleich zu Beginn des Aufenthalts die Mitarbeiter in grüner Warnweste bzw. die Uniform der RATP sowie die Notrufknöpfe. Stecken Sie ihm außerdem einen Aufkleber oder Zettel mit Ihrer Handynummer in die Tasche.
Bei großer sommerlicher Hitze kann die Luft unter der Erde stickig werden. Für Reisen in kühle Räume setzen Sie auf Linien mit der „Kühlbelüftung“ (das sanfte Klimasystem, das dem Pariser Netz angepasst ist). Bevorzugen Sie vorrangig die Linien 1, 2, 5, 9, 11 und 14 sowie den RER A, die alle damit deutlich ausgestattet sind.
Die Linie 14 ist vollständig automatisiert und klimatisiert – und sie hat den Charme, die Kleinen ganz vorne zu platzieren, Blick auf die große Glasfront inklusive. Auf der Linie 1 können sie außerdem pretendieren, angehende Lokführer zu sein, indem sie vorne oder hinten im Zug sitzen.
Und damit seid ihr bereit für das Abenteuer der Pariser Verkehrsmittel!
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