Man hat sie sicher schon in einem Pariser Park, am Rand einer von Bäumen gesäumten Straße oder mitten über der Île-de-France fliegend gesehen. Mit ihrem leuchtend grünen Gefieder, dem roten Schnabel und ihren kräftigen Rufen fallen die perruches vertes sofort ins Auge. Gemeint sind genauer gesagt die perruches à collier, eine Art aus Subsahara-Afrika und dem indischen Subkontinent, die heute in mehreren europäischen Großstädten vorkommt.
In Paris und der Île-de-France-Region wird ihre Ansiedlung meist mit aus Handelcontainern entkommenen Vögeln in der Nähe der Orly- und der Roissy-Charles-de-Gaulle-Flughäfen in Verbindung gebracht. Zwar wurden schon in den 1970er Jahren Reproduktionsfälle gemeldet, doch die prägendsten Entwicklungen der heutigen Population in der Region werden vor allem den 1990er-Jahren rund um diese beiden Flughäfen zugeschrieben, so die LPO. Die Art habe sich danach schrittweise über die gesamte Region ausgebreitet.
Um mehr über die Geschichte ihrer Ankunft in der Île-de-France zu erfahren, lesen Sie auch unseren Artikel über die ungewöhnliche Herkunft der in Paris beobachteten grünen Papageien.
Wenn diese exotischen Vögel sich dauerhaft etablieren konnten, liegt das daran, dass die Stadt ihnen reichlich Ressourcen bietet: Bäume zum Nisten, Höhlen, kollektive Schlafplätze, vergleichsweise milde Temperaturen und ganzjährig verfügbare Nahrung. Parks, Gärten, Friedhöfe und Baumreihen schaffen so günstige Bedingungen für ihre Entwicklung.
Der Halsbandsittich wird heute zu den exotischen invasiven Arten gezählt. Eine ministerielle Verordnung vom 14. Februar 2018 untersagt unter anderem die Einführung der Tiere in die natürliche Umwelt im französischen Mutterland. Diese Einstufung bedeutet nicht, dass man sich bei jedem Sittichflug in Panik versetzen muss; sie spiegelt vielmehr eine Überwachungsaufgabe wider: Die Art kann in Konkurrenz zu einigen heimischen Vogelarten treten, die ebenfalls Höhlen zum Brüten nutzen.
Seine genaue Auswirkung auf die Biodiversität der Île-de-France bleibt jedoch nuanciert. Die LPO erinnert daran, dass die verfügbaren Studien nicht immer zu dem Schluss kommen, dass ein massiver und allgemein gültiger Einfluss auf die lokalen Arten besteht. Im Gegenzug kann seine Anwesenheit jedoch Lärmbelästigungen verursachen, insbesondere rund um die Schlafquartiere, in denen sich Wellensittiche am Abend in großer Zahl versammeln.
Also, warum sieht man in Paris so viele grüne Papageien? Denn eine zufällig eingeführte exotische Art hat in der Île-de-France ein urbanes Umfeld gefunden, das ihre Ansiedlung begünstigt. Das Ergebnis: Diese Vögel, einst überraschend, gehören inzwischen zum Bild von Paris und der Île-de-France.
Quellen: LPO, Französische Biodiversitätsbehörde (OFB), ministerieller Erlass vom 14. Februar 2018.















