Die Präsenz eines Wolfes wurde am Mittwochabend von der Präfektur des Departements Seine-et-Marne offiziell bestätigt. Das Tier wurde in den letzten Tagen in der Nähe der Dörfer Beton-Bazoches und Saint-Mars-Vieux-Maisons im Osten des Departements, in der Nähe der RN 4, gesichtet. Diese Beobachtung, die die lokalen Politiker überraschte, folgt auf zwei separate Meldungen Anfang November.
Am 9. November konnte ein Landwirt aus Beton-Bazoches einen großen Caniden nur etwa zehn Meter von seinem landwirtschaftlichen Betrieb entfernt beobachten. Vor Ort wurden Spuren gefunden, die eine Untersuchung ermöglichten. Vier Tage später, am 13. November, ging eine zweite Meldung aus Saint-Mars-Vieux-Maisons ein, einem etwa zehn Kilometer entfernten Dorf.Das französische Amt für Biodiversität (OFB) begab sich umgehend vor Ort, um Proben zu nehmen und Zeugenaussagen aufzunehmen. Am 17. November bestätigte das nationale Netzwerk des OFB offiziell, dass es sich tatsächlich um einen Wolf handelte.
Am Mittwoch fand übrigens eine Sitzung in der Direction départementale des Territoires de Seine-et-Marne statt, um eine Bilanz dieser beispiellosen Situation zu ziehen. Alain Boullot, Bürgermeister von Beton-Bazoches, einer Gemeinde mit fast 930 Einwohnern, war von dieser Nachricht überrascht. „Ein Wolf hier? Das ist mir neu, davon weiß ich nichts“, erklärte er und fügte hinzu, dass er sich dennoch „keine Sorgen“ mache.
Nicht unbedingt. Die Präfektur möchte die Bedeutung dieser Beobachtungen relativieren. „Solche zufälligen und vereinzelten Beobachtungen können im Herbst/Winter vorkommen und lassen nicht den Schluss zu, dass sich der Wolf dauerhaft in Seine-et-Marne niedergelassen hat”, heißt es in der offiziellen Erklärung. Frédéric Lavigne, Kabinettschef des Präfekten, bestätigt: „Zum jetzigen Zeitpunkt könnte er schon sehr weit von uns entfernt sein.“ Und das aus gutem Grund, denn die OFB erinnert daran, dass einsame Wölfe bei ihren Wanderungen mehrere hundert Kilometer zurücklegen können. Diese großen Caniden sind dafür bekannt, dass sie große Gebiete durchstreifen, insbesondere in Zeiten der Ausbreitung.
Bislang wurden im Departement keine Angriffe auf Herden gemeldet. Die Präfektur betont diesen Punkt und erinnert daran, dass der Wolf in Frankreich eine geschützte Tierart ist. Dennoch wird eine spezielle Mitteilung an die betroffenen Fachleute, insbesondere an die Viehzüchter der Region, verschickt, um sie über die Situation und die zu treffenden Vorsichtsmaßnahmen zu informieren.
Nein, dies ist kein Novum für das Departement. Bereits 2023 wurde am Rande des Waldes von Fontainebleau der Kadaver eines Wolfes entdeckt, der von einem Autofahrer angefahren worden war. Die Autopsie des Tieres hatte damals bestätigt, dass es sich tatsächlich um einen Wolf handelte. Diese neue Beobachtung zeugt von der allmählichen Rückkehr der Art in die Île-de-France, auch wenn ihre Anwesenheit vorerst nur punktuell und nicht dauerhaft ist. Die Behörden werden die Situation weiterhin beobachten und die betroffenen Einwohner und Fachleute über eventuelle neue Beobachtungen auf dem Laufenden halten.
Empfohlenes Alter
Für alle















