Trotz zahlreicher Rückschläge seit der Schließung von Autolib' im Jahr 2018 könnte das Carsharing in der Île-de-France eine Renaissance erleben. Die Region rund um Paris bereitet den Start eines neuen, ambitionierten Programms vor, das 5.000 öffentlich zugängliche Fahrzeuge für Kurz- und Mittelfristmieten umfassen soll. Dieses Projekt soll die Mobilität der Francilien bis 2027 grundlegend verändern.
Im Juni 2018 verschwand die kleine blauen Elektroautos von Autolib' endgültig aus dem Pariser Stadtbild und der Île-de-France. Seitdem haben verschiedene Anbieter versucht, im Bereich Carsharing Fuß zu fassen, jedoch ohne den Zauber des von Bolloré angebotenen Services wiederherstellen zu können. Zity, der Carsharing-Dienst des Renault-Konzerns, gab nach drei Jahren Betrieb schließlich auf. Was den Nutzern am meisten fehlte? Vor allem die speziellen Parkplätze und die Möglichkeit, die Fahrzeuge im Voraus zu reservieren – zwei zentrale Vorteile von Autolib'.
Im Gegensatz zum Autolib'-System, bei dem Fahrzeuge an unterschiedlichen Standorten abgeholt und zurückgegeben werden konnten, läuft dieser neue Carsharing-Dienst nach dem Prinzip der "Stadtrunde" ab. Das bedeutet praktisch, dass Sie Ihr Fahrzeug immer am selben Ort anmieten und zurückgeben müssen. Dieses Modell ist ähnlich dem von Anbietern wie Getaround oder Virtuo.
Valérie Pécresse, Präsidentin von Île-de-France Mobilités (IDFM) und Regionalratspräsidentin, hat am Mittwochabend die Ausschreibung für ein neues Mobilitätsprojekt angekündigt. Bis Ende 2026 sollen die Angebote für die zukünftigen Standorte festgelegt werden. Die genauen Plätze der neuen Carsharing-Haltepunkte werden in enger Abstimmung mit den lokalen Politikern im Laufe des Jahres 2026 bestimmt, sodass die Fahrzeuge ab 2027 schrittweise eingeführt werden können.
Die Einführung erfolgt in zwei Phasen. Zunächst werden 500 Fahrzeuge im Jahr 2027 in der Île-de-France Region verfügbar sein. Langfristig plant IDFM eine Flotte von 5.000 Fahrzeugen, was eine deutlich größere Bandbreite als die von Autolib' bedeuten würde, die laut ihrem Geschäftsbericht von 2016 knapp 4.000 Fahrzeuge umfasste, wie in einem Artikel der Le Monde erwähnt wird.
Dieser Fuhrpark wird verschiedene Fahrzeugkategorien umfassen, um unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden: Stadtautos für den urbanen Alltag, mittelgroße Modelle für Familien sowie Nutzfahrzeuge für den Transport von sperrigen Gegenständen. Die Antriebsarten wurden noch nicht genauer festgelegt, doch es ist mit einem hohen Anteil an Elektrofahrzeugen zu rechnen, im Einklang mit den Umweltzielen der Region.
Für Valérie Pécresse steht das Ziel außer Zweifel: Sie möchte den Pariser das Autofahren erleichtern, indem sie ihnen ermöglicht, ganz auf den Besitz eines eigenen Autos zu verzichten. Zugleich sollen die Bewohner der Île-de-France nicht gezwungen sein, zwei oder sogar drei Fahrzeuge anzuschaffen, um die Mobilität ihrer Partner und Kinder sicherzustellen. Dieses Vorhaben spricht eine echte Problematik in der Region an, in der der Fahrzeugbesitz mit hohen Kosten verbunden ist – von Kauf, Versicherung, Parken bis hin zur Wartung.
Der neue Autopartage-Service in Île-de-France ist Teil einer umfassenderen Strategie, um den Straßenraum für private Fahrzeuge in der Stadt zu verringern und gleichzeitig eine ergänzende Mobilitätslösung zu öffentlichen Verkehrsmitteln zu bieten. Sollte das Projekt wie geplant umgesetzt werden, könnten die Bewohner der Region bereits ab 2027 von dieser Alternative profitieren. Um mehr über die Geschichte von Autolib' zu erfahren und die Entwicklungen dieses Vorhabens zu verfolgen, empfiehlt sich ein Besuch auf der offiziellen Website von IDFM.















