Die Prozessionsspinnerraupen haben den Süden der Yvelines Ende Mai 2026 überrannt und zu vorübergehenden Schließungen öffentlicher Parks in mehreren Gemeinden sowie zu dringenden Maßnahmen zur Eindämmung gesundheitlicher Risiken geführt. In Saint-Arnoult-en-Yvelines wurde der Park Arsonneau am Mittwoch, dem 27. Mai, geschlossen, nachdem Nester am einzigen Eichenbaum des städtischen Parkgeländes entdeckt worden waren. In Jouars-Pontchartrain steht der Park der Mediothek unter einer Warnung, mit der Bitte an die Öffentlichkeit, sich nicht dem betroffenen Baum oder dessen Umgebung zu nähern, bis eine spezialisierte Intervention erfolgt. Der Park de l'Aleu ist ebenfalls betroffen, kann jedoch nicht vollständig geschlossen werden.
In Saint-Arnoult-en-Yvelines war eine Desinsektion durch das lokale Unternehmen „l'Abeille Noire“ für Donnerstag, den 28. Mai geplant, um eine zügige Wiedereröffnung des Arsonneau-Parks zu ermöglichen. Rambouillet steht dabei im Mittelpunkt der Mobilisierung. Die Stadt hat beispiellose Notfallmaßnahmen eingeführt: Die Vigie-Teams und ein spezialisierter Dienstleister führen in den identifizierten Zonen Ausbrennmaßnahmen durch, wobei absolute Priorität den Bereichen in der Nähe von Schulen und außerschulischen Einrichtungen gilt. Mehrere öffentliche Parks bleiben vorsorglich zeitweise geschlossen. Nachtliche biologische Behandlungen (zwischen 21:00 und 06:00 Uhr) wurden ebenfalls in 18 identifizierten Zonen seit März eingesetzt, eine Methode, die für Menschen, Tiere und Pflanzen nicht toxisch ist. Weitere Gemeinden im Süden der Yvelines befinden sich in derselben Lage; das Phänomen betrifft das gesamte Gebiet der Yvelines.
Jedes Jahr mit dem Frühling kehren die Kiefer- und Eichen-Prozessionsspinner in die Parks, Wälder und Gärten der Yvelines zurück. Ihre vorzeitige Präsenz im Jahr 2026, bereits im Januar in einigen Gemeinden gemeldet, fordert eine erhöhte Wachsamkeit. Der Klimawandel und die enormen Temperaturen im Mai haben das Phänomen in diesem Jahr verstärkt und die Raupen dazu getrieben, ihre Kokons früher zu verlassen, um nach Abkühlung zu suchen. Die Eichen-Prozessionsspinner sind von Mai bis Juli in der Île-de-France besonders aktiv, einer Phase, in der sie sich in Kolonien auf Eichen und Kiefern der Parks und Grünanlagen aufhalten.
Die Haare der Raupe lösen sich bei Berührung oder schon durch den Wind sehr leicht und können heftige allergische Reaktionen auslösen: Rötungen und Juckreiz auf der Haut, Augenreizungen oder sogar Atembeschwerden. Für Tiere ist die Gefahr noch gravierender: Bei Verschlucken droht einem Hund eine Zungennekrose, ja sogar Schlimmeres. Man sollte ein Tier deshalb keinesfalls unbeaufsichtigt in die Nähe befallener Gebiete lassen. Diese Insekten wurden durch Dekret seit April 2022 als gesundheitsschädlich für den Menschen eingestuft.
Die ARS Île-de-France ist sich über die zu befolgenden Maßnahmen im Klaren: Hände weg von den Raupen, nicht in die Nähe von Bäumen mit Nestern, bei Waldspaziergängen langärmlige Kleidung tragen und Obst sowie Gemüse aus dem Garten gründlich waschen. Es wird außerdem geraten, das Trocknen von Wäsche in der Nähe befallener Bäume zu vermeiden. Bei Haut-, Augen- oder Atemwegsreaktionen sollte man einen Arzt konsultieren. Um einen Befall zu melden, ermöglicht die landesweite Plattform signalement-chenilles-processionnaires.atlasante.fr die Lokalisierung der betroffenen Gebiete und die Alarmierung der zuständigen Behörden. Da eine flächendeckende Sperrung von Waldflächen schwer umzusetzen ist, bleibt individuelle Vorsicht der beste Schutz vor dieser juckenden Art.
Dieser Artikel richtet sich an alle, die mit Kindern oder Tieren in den Parks und Wäldern des südlichen Yvelines unterwegs sind, insbesondere in den Bereichen Rambouillet, Jouars-Pontchartrain und Saint-Arnoult-en-Yvelines. Bis Ende Juni gilt besondere Vorsicht, denn dann herrscht Hochsaison der Eichenprozessionsspinner.
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