Die Rue François-Miron im Marais ist eine der wenigen Straßen im Zentrum von Paris, die trotz der aufeinanderfolgenden städtebaulichen Veränderungen eine mittelalterliche Atmosphäre bewahrt hat. An den Hausnummern 11 und 13 der Straße ziehen zwei Fachwerkhäuser den Blick auf sich. Sie werden oft als"mittelalterliche Häuser" bezeichnet, doch ihre genaue Datierung ist umstritten.
Belegt seit dem frühen 16ᵉ Jahrhundert, erwähnen einige Quellen die Existenz von Strukturen, die auf das 14ᵉ Jahrhundert zurückgehen. Diese Häuser werden traditionell als"à l'enseigne du Faucheur" für die Hausnummer 11 und"à l'enseigne du Mouton" für die Hausnummer 13 bezeichnet, was denmittelalterlichen Gebrauch von symbolischen Schildern anstelle von Hausnummern aufgreift.
Die Architektur der mittelalterlichen Häuser in der Rue François-Miron ist, obwohl sie im 20ᵉ Jahrhundert teilweise wiederaufgebaut wurden, immer noch ein seltenes Beispiel füralte zivile Wohnhäuser im Zentrum von Paris. Die beiden Häuser fallen durch ihre sichtbare Fachwerkstruktur auf, die auch als Fachwerkarchitektur bezeichnet wird und typisch für die Pariser Bausubstanz des 14ᵉ und 15ᵉ Jahrhunderts ist, bevor die Haussmannsche Stadtplanung und die Brandschutzbestimmungen sie fast vollständig verschwinden ließen.
Das Konstruktionsprinzip beruht auf einem Gerüst aus Massivholz, meist Eiche, auf das Ausfachungen aus Lehm, Ziegeln oder Gips aufgesetzt werden. Diese sichtbare Struktur bildet sowohl das Skelett als auch die Haut des Hauses. Die Fachwerkhäuser in der Rue François-Miron weisen Andreaskreuz- und Rautenmuster auf, die damals häufig nicht nur wegen ihrer Festigkeit, sondern auch wegen ihres ornamentalen Aspekts verwendet wurden.
Ein weiteres wichtiges Merkmal war der Erker. Jedes obere Stockwerk überragte das vorherige leicht, wodurch ein Vorsprung über der Straße entstand. Diese Technik ermöglichte es, Wohnraum zu gewinnen, ohne die Grundfläche zu vergrößern, und schützte gleichzeitig die untere Fassade vor Regen. Ein sichtbarer Vorsprung, der die Vertikalität der Häuser betonte und zu dem für das mittelalterliche Paris typischen Eindruck von Dichte beitrug.
Im Laufe der Zeit wurden diese Vorsprünge nach und nach beseitigt oder abgeschwächt, vor allem aufgrund von Pariser Verordnungen, die die Brand- und Einsturzgefahr begrenzen sollten. Es ist bekannt, dass 1607 eine Verordnung die Begrenzung der Vorsprünge auf die öffentliche Straße vorschrieb; ein Grund dafür, dass dieursprünglichen mittelalterlichen Strukturen im Laufe der Jahrhunderte angepasst wurden.
Bei der in den 1960er Jahren durchgeführten Restaurierung wurden die Holzgefache wieder zur Geltung gebracht und einige teilweise rekonstruiert, um ein dem mittelalterlichen Zustand nahekommendes Aussehen zu erreichen. Die heutigen Farbtöne - dunkles Holz und heller Putz - sind jedoch eher eine ästhetische Entscheidung als eine strenge historische Wiedergabe, da mittelalterliche Häuser damals oft in kräftigen Farben gestrichen wurden.
Diese Gebäude tragen auch Spuren von Umbauten, aufeinanderfolgenden Renovierungen und sogarmodernen Ergänzungen- ein Beweis dafür, dass sie keine erstarrten Relikte, sondern lebendige Zeugen derstädtischen Geschichte von Paris sind.
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Standort
Straße François Miron
Rue François Miron
75004 Paris 4



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