Wussten Sie schon: Der Obelisk von der Place de la Concorde kann als Sonnenuhr genutzt werden.

Von Cécile de Sortiraparis · Fotos von My de Sortiraparis · Aktualisiert am 27. Januar 2026 um 22:45 · Veröffentlicht am 27. Januar 2026 um 11:30
Sie brauchen die Uhrzeit und haben keine Uhr dabei? Kein Problem: Der Obelisk auf dem Place de la Concorde kann als riesiger Sonnenuhr genutzt werden... allerdings nicht besonders genau.

Er thront auf dem Place de la Concorde und überrascht manchmal die Passanten: Man muss sagen, dass es durchaus erstaunlich ist, inmitten von Paris einen ägyptischen Obelisken von 23 Metern Höhe zu entdecken. Das Louxor-Obelisk gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt und symbolisiert die engen Verbindungen zwischen Frankreich und Ägypten.

Doch das antike Denkmal ist mehr als nur eine touristische Attraktion oder ein diplomatisches Geschenk: Es erfüllt seit 1999 auch eine versteckte Aufgabe...

In diesem besonderen Jahr bereiten sich die Pariser auf die Jahrtausendwende vor. Am 21. Juni 1999, dem Datum der Sommersonnenwende, werden rund um die Place de la Concorde anders gestaltete Pflastersteine in einer kreisförmigen Anordnung verlegt. Sie sind mit römischen Ziffern versehen, die im Uhrzeigersinn angeordnet sind. Der Obelisk in der Mitte dieses Kreises übernimmt die Rolle des Gnomons: Je nach Sonnenstand wandert sein Schatten und weist auf die nummerierten Steine – so verrät er den Beobachtern die Zeit.

Dieses riesige Sonnenuhr ermöglicht es auch, die Kurven der Sonnenwenden und die Linien der Äquinoktien zu erkennen, dank Metallinlays und bronzegefasster Nägel, die im Straßenasphalt verankert sind. Natürlich funktioniert das System nur, wenn die Sonne scheint – was in Paris je nach Jahreszeit durchaus selten sein kann...

Vorsicht jedoch, kommen Sie nicht zu spät: Die Uhr am Obelisk zeigt nicht die offizielle französische Zeit, insbesondere im Sommer nach der Zeitumstellung. Der Obelisk von Luxor gibt die genaue Uhrzeit nur zu den Winter- und Sommersonnenwenden sowie zu den Tagundnachtgleichen an. Ansonsten ist es besser, auf Ihre Armbanduhr zu vertrauen.

Dieses Projekt eines riesigen Sonnenuhr-Designs wurde 1999 umgesetzt, doch die ursprüngliche Idee reicht viel weiter zurück. Der Astronom Camille Flammarion, Gründer der Société Astronomique de France (SAF), war der erste, der 1913 versuchte, dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen. Seine Pläne wurden jedoch mit dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs abrupt gestoppt. 1939 unternahmen der Architekt Daniel Roguet und Gabrielle Flammarion, die Witwe des Astronomen, erneut den Versuch, diese Sonnenuhr zu errichten – eine Ehrung für das Vermächtnis von Camille Flammarion. Doch auch dieser erneute Anlauf wurde durch eine Weltkriegsbedingte Unterbrechung vereitelt.

Schließlich sind es Denis Savoie (Direktor des Planetariums im Palais der Entdeckung und Vorsitzender der Sonnenuhrenkommission bei der SAF) und Philippe de la Cotardière (Wissenschaftsjournalist und ehemaliger Präsident der SAF), die es im Morgengrauen des 21. Jahrhunderts schaffen, diese Idee in die Tat umzusetzen.

Praktische Informationen

Standort

Place de la Concorde
75008 Paris 8

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