Es fällt schwer, sich vorzustellen, wenn man durch den Passage des Princes geht, dass diese Galerie nicht... dieselbe ist, die die Pariserinnen und Pariser im Zweiten Kaiserreich kannten! Sie verbindet den Boulevard des Italiens mit der Rue de Richelieu und erscheint 1860, während die haussmannschen Großarbeiten die Hauptstadt bereits umgestalten.
Die überdachten Passagen, vor einigen Jahrzehnten noch außerordentlich beliebt, verlieren tatsächlich an Boden gegenüber den neuen Boulevards und ihren breiten Trottoirs. Der Passage des Princes trifft daher nahezu zu einem ungünstigen Zeitpunkt ein, handelt es sich doch um die letzte Überdachungspassage, die im Paris des 19. Jahrhunderts überhaupt errichtet wurde.
Ursprünglich trug der Ort übrigens nicht seinen heutigen Namen! Im Jahr 1859 erwirbt der Bankier und Geschäftsmann Jules Mirès das Hôtel de l'Europe et des Princes, um eine Galerie durch das Grundstück zu schaffen. Die im Folgejahr eröffnete Anlage wird zum Passage Mirès. Ein schlechtes Timing für den Gründer, denn sein Unternehmen geht erst einen Monat nach der Eröffnung in Konkurs. Der Passage wechselt später den Eigentümer und trägt schließlich den Namen Passage des Princes, als Erinnerung an das Hotel, das früher an diesem Ort beheimatet war.
Die Galerie entwickelt trotz allem ihr eigenes Leben. Das Restaurant Peter's, das insbesondere von Journalisten und Geschäftsleuten frequentiert wird, wird dort zur bekannten Adresse. Zwischen 1879 und 1883 richtet der Verleger Georges Charpentier dort auch die Galerie der Zeitschrift La Vie moderne ein, in der impressionistische Werke zu sehen sind. Unter der Glasdachkonstruktion kreuzen sich Handel und Kultur nur wenige Schritte von den Theatern und Cafés der Grands Boulevards.
Doch die überraschendste Wendung kommt deutlich später! Im Jahr 1985 wird der Passage des Princes im Rahmen eines Immobilienprojekts vollständig abgerissen. Paris verliert damit physisch einen seiner letzten historischen Durchgänge. Die Geschichte hätte hier enden können, doch der Ort kehrt schließlich wieder ins Stadtbild zurück: Er wird 1995 neu errichtet von den Architekten A. Georgel und A. Mrowiec, mit dem Ziel, sein äußeres Erscheinungsbild wiederherzustellen. Die Trasse ist zwar leicht verändert, doch einige der alten Elemente finden ihre Wiederverwendung.
Heute misst die Galerie etwa 80 Meter Länge bei 3 Metern Breite. Über den Passanten spannt sich eine Dachverglasung mit zweifacher Neigung, getragen von feinen Metallstreben mit Arabeskenmustern. Der Blick wird vor allem von der bunten Glaskuppel, verziert mit Rosen aus den 1930er-Jahren angezogen, die beim Wiederaufbau erhalten blieb. Sie gehört zu den Elementen, die den heutigen Durchgang noch mit der Geschichte vor 1985 verbinden lassen!
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Standort
Prinzenpassage
5 Boulevard des Italiens
75002 Paris 2
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