Olympische Spiele im eSport: Das Internationale Olympische Komitee storniert die geplante Ausgabe 2027 in Saudi-Arabien

Von Laurent de Sortiraparis · Fotos von Cécile de Sortiraparis · Aktualisiert am 24. Februar 2026 um 18:02
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat Ende 2025 die Absage der eSport-Olympiade bestätigt, die ursprünglich für 2027 in Saudi-Arabien geplant war und im Rahmen einer zwölfjährigen strategischen Partnerschaft stand. Vor den Spielen in Paris 2024 noch genehmigt, liegt das Projekt mittlerweile auf Eis – ausgerechnet aufgrund anhaltender Uneinigkeiten zwischen dem olympischen Komitees und den führenden Akteuren im E-Sport.

Die Olympischen Spiele im eSport werden doch nicht stattfinden. Während ursprünglich eine erste Ausgabe für 2027 geplant war, entschied das Internationale Olympische Komitee (IOC) Ende letzten Jahres, das Projekt zunächst auf Eis zu legen… und letztlich ganz aufzugeben. Ein unerwarteter Rückschlag für eine Initiative, die als Meilenstein gelten sollte.

Alles schien zunächst gut zu laufen. Die Idee, eSports bei den Olympischen Spielen zu integrieren, wurde einstimmig bei der 142. Sitzung des IOC genehmigt – nur wenige Monate vor den Paris 2024. Ein zwölfjähriges Partnerschaftsabkommen mit dem saudi-arabischen Olympiakomitee sah sogar eine erste Austragung in Saudi-Arabien vor. Doch nach mehreren Monaten der Funkstille und einer ersten Verschiebung wurde das Projekt schließlich gestoppt – im gegenseitigen Einvernehmen mit den saudi-arabischen Behörden. Die speziell dafür eingerichtete eSport-Kommission wurde kurz darauf auf Eis gelegt.

Seit ihrer Wahl zur Präsidentin des COI im Juni spricht Kirsty Coventry von einer Phase der Überlegung, in der sie die Zukunft des Sports neu definieren möchte. Hinter den Kulissen gab es zahlreiche Meinungsverschiedenheiten: Wie viel Raum sollte man den traditionellen Sportverbänden einräumen? Sollten virtuelle Sportarten, die nah an physischen Disziplinen sind, bevorzugt werden oder doch die populärsten Spiele wie League of Legends oder Rocket League? Es ist kaum möglich, einen Kompromiss zwischen dem olympischen Modell und dem esport zu finden, das eher von Publishern und Spielern geprägt ist.

Auf seiner Seite hat sich Saudi-Arabien dazu entschieden, ohne das Olympia-Label voranzuschreiten, und hat seine eigene Esports Nations Cup ins Leben gerufen. Ein Beweis dafür, dass eSports weiterhin seinen Weg sucht – ganz ohne die Ringe. Es bleibt abzuwarten, ob das IOC eines Tages mit einer neuen Version zurückkehrt… oder ob diese Olympischen Spiele in der Gaming-Variante nur ein Projekt bleiben.

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