Rosalie bei Arte: Das Drama mit Nadia Tereszkiewicz läuft am Mittwochabend.

Von Julie de Sortiraparis · Aktualisiert am 22. Juni 2026 um 16:39
Rosalie, das Historiendrama von Stéphanie Di Giusto mit Nadia Tereszkiewicz und Benoît Magimel, läuft am Mittwoch, dem 24. Juni 2026 um 21:00 Uhr im Arte.

Rosalie, das historische Drama von Stéphanie Di Giusto, läuft am Arte am Mittwoch, den 24. Juni 2026 um 21:00 Uhr. In den Kinos gestartet am 10. April 2024, nach einer Vorstellung im Festival de Cannes, in der Auswahl Un Certain Regard, bringt der Film Nadia Tereszkiewicz, Benoît Magimel, Benjamin Biolay und Juliette Armanet vor.

Rosalie
Film | 2024
Ausstrahlung auf Arte: Am Mittwoch, 24. Juni 2026 um 21:00 Uhr
Historisches Drama | Länge: 1h50
Von Stéphanie Di Giusto | Mit Nadia Tereszkiewicz, Benoît Magimel, Benjamin Biolay, Guillaume Gouix, Juliette Armanet
Herkunftsland: Frankreich

Im Frankreich des Jahres 1870 folgt Rosalie dem Schicksal einer jungen Frau, deren Gesicht und Körper seit der Geburt von Haaren bedeckt sind. Um Ablehnung zu vermeiden, hatte sie diese Andersartigkeit lange Zeit verborgen, indem sie sich rasiert hat. Ihre Heirat mit Abel, einem verschuldeten Cafébesitzer, der sie um ihre Mitgift heiratet, ohne ihr Geheimnis zu kennen, bringt dieses fragile Gleichgewicht ins Wanken.

Rosalie weigert sich allmählich, unsichtbar zu bleiben. Indem sie sich einen Bart wachsen lässt, fordert sie das Recht ein, als Frau wahrgenommen zu werden und nicht als Kuriosität. Der Film hinterfragt damit den Stellenwert unterschiedlicher Körperformen, den gesellschaftlichen Blick und die Möglichkeit, jenseits der festgelegten Normen zu lieben.

Warum Rosalie auf Arte schauen?

Das Besondere dieser Ausstrahlung liegt in der besonderen Stellung des Films im zeitgenössischen französischen Kino: Ein historisches Drama, das sich um eine marginalisierte Frauengestalt dreht und zwischen intensivem Erzählen, sozialer Perspektive und historischer Rekonstruktion pendelt. Die Figur Rosalie ist lose von Clémentine Delait inspiriert, einer am Anfang des 20. Jahrhunderts als Frau mit Bart bekannten Persönlichkeit.

Der Film dürfte Zuschauer ansprechen, die sich für historische Dramen interessieren, in denen eine markante Figur und ein Thema der Selbstakzeptanz im Mittelpunkt stehen. Er richtet sich weniger an jene, die eine actionengetreue Erzählung oder einen historischen Film suchen, der stärker auf große, überlagernde Ereignisse fokussiert.

Ein historisches Drama mit Nadia Tereszkiewicz und Benoît Magimel

Das Drehbuch zu Rosalie wurde von Sandrine Le Coustumer und Stéphanie Di Giusto gemeinsam verfasst, mit der Mitarbeit von Jacques Fieschi. Zur Besetzung des Films gehören auch Guillaume Gouix, Anna Biolay, Benjamin Biolay und Juliette Armanet.

Der offizielle Trailer zu Rosalie erlaubt einen Einblick in das visuelle Universum des Films – zwischen ländlicher Kulisse, gespannter Intimität und dem Blick auf den Körper der Protagonistin.

Unsere Meinung zu Rosalie:

Im Zentrum dieses historischen Dramas steht die junge Rosalie, kraftvoll verkörpert von Nadia Tereszkiewicz, deren Darstellung ebenso nuanciert ist wie die von Benoît Magimel. Stéphanie Di Gusto erkundet Rosalies Suche nach Liebe und Akzeptanz im ländlichen Frankreich der 1870er Jahre, eine emotionale Reise, getragen von einer mitreißenden, symphonischen Musikkulisse.

Der Film gelingt es, den Zuschauer tief in die dargestellte Epoche zu ziehen, dank einer ästhetischen, sorgfältigen Gestaltung, die die rohe Schönheit der Natur und die Komplexität menschlicher Züge einfängt. Die Musik, vor allem die Geigen, lenkt die Emotionen des Publikums durch Rosalies Freuden und Leiden mit berührender Präzision.

Die Geschichte von Rosalie dreht sich um das universelle Verlangen, geliebt zu werden, so zu sein, wie man ist. Die komplexe Beziehung zwischen Rosalie und ihrem Ehemann, zwischen Liebe, Scham und Akzeptanz, fungiert als roter Faden des Films und illustriert die Herausforderungen auf dem Weg zur Authentizität in einer vorurteilsbeladenen Welt. Der Film geht zudem sensibel auf die Kriegsstigmata und die existenzielle Einsamkeit der Figuren ein.

Trotz vieler Stärken leidet die Erzählung gelegentlich unter mangelnder Dynamik und versinkt in der Wiederholung des zentralen Konflikts um Rosalies Bart. Dieser erzählerische Kniff, reich an Symbolik, gelingt es zwar, Tiefe zu schaffen, vermag es aber nicht durchgehend, das Interesse über die gesamte Laufzeit zu halten. Dennoch fügen die Themen Fruchtbarkeit, unausgeprägte Liebesformen und die ambivalente Figur von Benjamin Biolay zusätzliche Nuancen hinzu, die die Längen teilweise kompensieren.

Rosalie richtet sich an Zuschauerinnen und Zuschauer, die tiefgründige historische Dramen mit visueller und emotionaler Dichte schätzen. Liebhaber komplexer Liebesgeschichten und Selbstakzeptanz finden hier Anknüpfungspunkte. Wer hingegen nach einer dynamischen Erzählung ohne Längen sucht, könnte weniger angesprochen sein.

Trotz des Eindrucks, die Geschichte drehe sich im Kreis, hebt sich Rosalie durch die Stärke ihrer Figuren, ihre ästhetische Schönheit und ihre bewegende Auseinandersetzung mit den Themen Liebe und Akzeptanz hervor.

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Praktische Informationen

Termine und Öffnungszeiten
Am 24. Juni 2026

× Unverbindliche Öffnungszeiten: Um die Öffnungszeiten zu bestätigen, wenden Sie sich an die Einrichtung.
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