Nach Jahren der Abwesenheit verlässt Ciro (Alexis Tafur) Bogotá, um das Krankenbett seiner sterbenden Mutter zu besuchen. Er kehrt in die kolumbianische Wüste seiner Kindheit zurück, nach Tatacoa, mit seinen Wüstenlandschaften und seiner mondähnlichen Atmosphäre. Nachdem die Matriarchin gestorben ist, macht sich der junge Mann mit seinem Vater und der Leiche seiner Mutter auf einem Maultier auf die Suche nach dem Familiengrab mitten in der Wüste.
Eine letzte Wanderung, gefilmt im Rhythmus des Gehens, durch geisterhafte Landschaften, dieAurélien Vernhes-Lermusiaux in seinem neuen Spielfilm La Couleuvre Noire (der zweite nach Vers la Bataille), der in der Acid-Auswahl der Filmfestspiele von Cannes 2025 enthüllt wurde, sorgfältig und mit viel Zeit zu beobachten pflegt.
Die Schönheit des Films von Aurélien Vernhes-Lermusiaux, dermit Worten geizt, liegt vor allem darin, dass er eine Mythologie um die Figur der Natter aufbaut, eine Familienlegende, die von Generation zu Generation weitergegeben wird und der auch Ciro nicht entgeht - mit einem letzten Atemzug flüstert ihm seine Mutter ein ausweichendes "Jetzt bist du dran" zu , bevor sie den Geist aufgibt.
Das Tier verkörpert weder eine Bedrohung noch flößt es Angst ein, sondern nimmt abwechselnd die Rolle des Helfers und dann des Führers ein. Die magische und mütterliche Verkörperung der Frau, die nicht mehr da ist, bringt den jungen Mann dazu, sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen und in die Zukunft zu schreiten, während sie den Mythos weiterleben lässt.
Der Film ist gleichzeitig mysteriös, aber zurückhaltend. Wir müssen bis zum Ende warten, um zu verstehen, was sich hinter der Legende verbirgt, nach entscheidenden, aber schnell umgangenen Schritten - die Beerdigung der Mutter findet ohne besondere Zurschaustellung statt. In der Zwischenzeit schlägt die Langsamkeit in Langeweile um und lässt uns außerhalb dieses kleinen Familienkreises auf der Suche nach Resilienz zurück.
La Couleuvre Noire wird bei den Filmfestspielen von Cannes 2025 enthüllt. Wann der Film in die französischen Kinos kommen wird, ist noch nicht bekannt.
Synopsis: Nach Jahren der Abwesenheit kehrt Ciro in die kolumbianische Tatacoa-Wüste zurück, um am Bett seiner sterbenden Mutter zu sitzen. Während er sich mit den Menschen, die er verlassen hat, und einem jahrhundertealten Erbe auseinandersetzen muss, streifen die letzten Wächter der Wüste umher, in einem Gebiet, das so erhaben wie zerbrechlich ist.
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