Am 4. März 2026 startet Rural in den Kinos. Dieser 1h33 lange Dokumentarfilm wurde von Édouard Bergeon inszeniert und gemeinsam mit dem Soziologen François Purseigle geschrieben. Nach dem Erfolg von Im Namen des Landes kehrt der Filmemacher in die Landwirtschaft zurück, diesmal durch die Linse der Realität. Der Fokus liegt auf der Figur von Jérôme Bayle, einem Viehzüchter aus dem Südwesten, der zum medialen Gesicht der landwirtschaftlichen Protestbewegung in Haute-Garonne wurde. Produziert vor dem Hintergrund angespannter Auseinandersetzungen um den Staudamm bei Carbonne und den Wahlen zur Landwirtschaftskammer, spiegelt das Werk aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen wider.
Im Mittelpunkt der Geschichte steht Jérôme Bayle, ein engagierter Landwirt, der durch eine bisher unbekannte Bewegung ins Rampenlicht rückt. Der Film zeichnet das Porträt eines Mannes, der zwischen beruflicher Verantwortung, öffentlicher Aufmerksamkeit und seiner Treue zum Heimatort hin- und hergerissen ist – sichtbar in seinem Alltag als Viehzüchter, seinen öffentlichen Äußerungen und seinem Engagement im Ultras-Kollektiv der A64. Der Dokumentarfilm beleuchtet die menschlichen Triebkräfte hinter einer landwirtschaftlichen Mobilisierung, ohne die konkreten Realitäten der Arbeit auf dem Bauernhof aus den Augen zu verlieren.
Ohne heroische Überhöhungen zeigt der Film die Zweifel, die Erschöpfung und den festen Willen eines Landwirts, der einem System gegenübersteht, das ihm am Ende seiner Kräfte erscheint. Der Austausch mit Kollegen, strategische Diskussionen und persönliche Momente ergeben zusammen eine Erzählung, in der kollektives Engagement und individuelle Wege untrennbar verbunden sind. Die französische Familienlandwirtschaft wirkt hier wie ein fragiles Modell, das von jenen verteidigt wird, die versuchen, es für die Zukunft zu bewahren.
Die Entstehung des Projekts geht auf die Ereignisse in der Haute-Garonne rund um den Staudamm von Carbonne zurück, bei denen die Mobilisierung der Landwirte sowohl politische Beobachter als auch Fachkreise überraschte. Laut Édouard Bergeon setzte sich das Vorhaben rasch durch, angesichts der Größe der Bewegung. Bereits mit François Purseigle an seiner Seite bei Im Namen des Landes wollte der Regisseur einen entscheidenden Moment dokumentieren, kurz vor den alle sechs Jahre stattfindenden Wahlen in der Landwirtschaftskammer.
Die Dreharbeiten markieren eine Rückkehr zu einer lockereren Herangehensweise für den Filmemacher. Nach einer großen Fiction-Produktion in Thailand entscheidet er sich diesmal für eine immersive Methode, mit Handkamera und einem Sony FX3, um Nähe und Spontaneität zu betonen. Diese eng gefasste Vorgehensweise, die auch durch Budgetsbegrenzungen beeinflusst ist, verankert den Film in der Tradition des Direct Cinema und des beobachtenden Dokumentarfilms.
Inhaltlich und stilistisch reiht sich der Film in eine Reihe sozialdokumentarischer Werke ein, die ländliche Räume und die Veränderungen in der Landwirtschaft thematisieren. Der Ton schwankt zwischen Alltagsbericht und politischer Erzählung, mit besonderem Augenmerk auf die Stimmen der Protagonisten und die Inszenierung der improvisierten Versammlungen. Das Publikum, das angesprochen wird, geht über die landwirtschaftliche Szene hinaus: Der Film richtet sich an alle, die die sozialen Umbrüche in Frankreich und die aktuellen Formen des kollektiven Engagements verfolgen.
Ländlich
Dokumentarfilm | 2026
Kinostart: 4. März 2026
Genre: Dokumentarfilm | Laufzeit: 1h33
Von Édouard Bergeon | Mit Jérôme Bayle
Originaltitel: Rural
Herkunft: Frankreich
Mit diesem Spielfilm setzt Édouard Bergeon seine Erkundung der Landwirtschaftszene fort – von fiktionalen Elementen hin zu direkt beobachteten Szenen. Der Film bietet einen aktuellen Blick auf die Branche, fokussiert auf eine lokale Persönlichkeit, die in der Gesellschaft eine nationale Bedeutung erlangt hat, und stellt die Rolle der Familienlandwirtschaft im modernen Frankreich in Frage.
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