Fast zwanzig Jahre nach 4 Monate, 3 Wochen und 2 Tage hat Cristian Mungiu erneut die Goldene Palme beim Festival de Cannes abgeräumt – mit Fjord. Vorgestellt im offiziellen Wettbewerb der 79. Ausgabe, kommt das von Sebastian Stan und Renate Reinsve getragene Drama nun in die französischen Kinos und startet am Mittwoch, den 19. August 2026.
Der Film begleitet die Gheorghiu, ein rumänisch-norwegisches, zutiefst gläubiges Paar, das mit seinen Kindern am Ende eines Fjords in einem Dorf eine neue Heimat findet. Schnell knüpfen sie enge Kontakte zu ihren Nachbarn, den Halbergs, während auch die Kinder beider Familien Verbindungen zueinander aufbauen – trotz sehr unterschiedlicher Erziehung. Dieses Gleichgewicht kippt, als am Körper der ältesten Gheorghiu, Elia, Blutergüsse entdeckt werden.
Der Verdacht über die Herkunft dieser Verletzungen wird zunehmend größer und entfaltet sich längst jenseits des familiären Kreises. Die traditionell geprägte Erziehung der Gheorgiu-Kinder wird von Schule und Gemeinde infrage gestellt, wodurch unterschiedliche Auffassungen von Familie, Religion und elterlicher Autorität aufeinandertreffen. Die Erzählung rückt kulturelle und moralische Unterschiede ins Zentrum einer Lage, in der alle abwägen müssen, wo die Grenze zwischen persönlichen Überzeugungen und dem Schutz des Kindes verläuft.
Fjord eröffnet ein neues Kapitel in der langen Cannes-Geschichte von Cristian Mungiu in Cannes. Der rumänische Regisseur hatte 2007 seinen ersten Goldenen Palm mit 4 Monate, 3 Wochen, 2 Tage gewonnen. Au-delà des collines brachte ihm 2012 den Preis für das Drehbuch ein, während Cosmina Stratan und Cristina Flutur gemeinsam den Preis als Beste Darstellerin erhielten. 2016 gewann Baccalauréat die Auszeichnung für die Regie.
Ursprünglich als Teil der Filme im Wettbewerb der Cannes-Festspiele 2026 angekündigt, Fjord hat dem Regisseur schließlich eine zweite Palme d'or beschert. Der Film erhielt zudem den Prix du Jury œcuménique.
Vor der Kamera schlüpft Sebastian Stan in die Rolle des Mihai Gheorghiu und trifft dabei auf Renate Reinsve, die Lisbet Gheorghiu verkörpert. Zum Ensemble gehören auch Alin Panc, Lisa Loven Kongsli und Christian Rubeck. Die europäische Coproduktion, die stark von Norwegens Landschaften und Gesellschaft geprägt ist, Fjord lässt sich ab dem 19. August 2026 in den französischen Kinos sehen.
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