Bastien Bouillon verkörpert einen Vater, der zu seinen Kindern zurückkehrt, in La Frappe, dem ersten Spielfilm von Julien Gaspar-Oliveri. Gezeigt wurde der Film zunächst in der Semaine de la Critique des Festival de Cannes 2026, danach im Wettbewerb von Angoulême; dieser französische Drama kommt am 2. September 2026 ins Kino.
Enzo, 19 Jahre alt, und seine Schwester Carla, 20, leben seit Jahren auf sich gestellt. Als ihr Vater Anthony aus dem Gefängnis entlassen wird, schöpft Enzo die Hoffnung, die Familie wieder zu ordnen. Carla hingegen will diese Wiedervereinigung keineswegs in Erwägung ziehen und bleibt dem Mann, der in ihr Leben zurückkehrt, misstrauisch gegenüber.
Während Enzo versucht, seinen Vater zu empfangen, rückt die familiäre Vergangenheit allmählich wieder in den Vordergrund. Der junge Mann muss sich einer Wahrheit stellen, die er lange in sich getragen hat. In dieser Auseinandersetzung setzt sich der Film mit den anhaltenden Folgen der sexistischen und sexuellen Gewalt innerhalb der Familie auseinander und mit den unterschiedlichen Wegen, wie ein Bruder und eine Schwester dasselbe Trauma zu bewältigen versuchen.
Diego Murgia verkörpert Enzo, während Romane Fringeli Carla ihr Gesicht verleiht. Bastien Bouillon spielt ihren Vater Anthony, eine Figur, deren Rückkehr die Wunden der Geschwister erneut aufreißt. Der Schauspieler setzt damit eine Reihe dramatischer Rollen fort, unter anderem nach À pied d'œuvre de Valérie Donzelli.
Héloïse Volle, Sophie Cattani, Karol Olejnik, Maxence Bendjelloun, Florence Janas, Carole Franck und Manon Clavel ergänzen die Besetzung. Die Filmmusik stammt von Delphine Malausséna, Martin Rit ist für die Kameraarbeit zuständig und Baptiste Petit-Gats übernimmt den Schnitt.
La Frappe markiert den Sprung vom Kurzfilm- ins Langfilmformat des Julien Gaspar-Oliveri, nach mehreren Kurzfilmen und der Miniserie Ceux qui rougissent, die 2024 auf Arte ausgestrahlt wurde. Der Regisseur hat das Drehbuch gemeinsam mit Claudia Bottino verfasst, in Zusammenarbeit mit Dorothée Lachaud. Die Geschichte schöpft aus persönlichem Material, bleibt aber eine fiktionale Arbeit.
Der Film wurde in einer Sonderschau der Semaine de la Critique während der Filmfestspiele von Cannes 2026 außerhalb der Konkurrenz gezeigt. Er wurde anschließend in das offizielle Wettbewerbsprogramm des Festival du Film Francophone d'Angoulême aufgenommen. Produziert von Easy Tiger und unter anderem von der Région Île-de-France unterstützt, wird er in Frankreich von Ad Vitam distribuiert.
Ein Filmgespräch mit Julien Gaspar-Oliveri ist am Dienstag, dem 8. September 2026, um 20 Uhr im Espace 1789 in Saint-Ouen vorgesehen. Eine Reservierung gilt laut Veranstalter als unumgänglich.
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