Am Samstag, dem 7. Dezember 2024, hatte ich das Privileg, an einem historischen Moment teilzunehmen: der Wiedereröffnung von Notre-Dame de Paris. Nach fünf Jahren des Wartens erwachte die Kathedrale in all ihrer Pracht zu neuem Leben. Wie sieht das Urteil aus? Ein Abend, an dem die Emotionen an das Erhabene grenzen, ein perfektes Gleichgewicht zwischen Sakralem und Spektakel.
Im Inneren ist die Kathedrale ein Juwel. Der Glanz des makellosen Weiß, die von einem tiefen Blau dominierten Glasfenster, die modern geschwungenen Holzstühle mit der Gravur "ND"... Jedes Detail atmet die Wiedergeburt.DieAkustik ist außergewöhnlich.
Der Aufmarsch der Gäste trägt zur Intensität des Moments bei. Nicolas Sarkozy und Carla Bruni eröffnen den Marsch, und als Volodymyr Zelenski eintritt, gibt es stehende Ovationen. Im Gegensatz dazu schreitet Donald Trump unter einigem schüchternen Applaus hindurch.
Alles beginnt mit dem Läuten der Glocken von Notre-Dame, als wollten sie die mit Erinnerungen beladenen Steine wecken. Draußen wendet sich Bischof Laurent Ulrich an die Kathedrale, um das Ritual der Türöffnung zu vollziehen. Er schlägt dreimal mit seinem Bischofsstab gegen das massive Holz, und der Chor stimmt einen kristallklaren Gesang an, der mich buchstäblich transzendiert hat. Beim dritten Schlag öffnen sich die Türen. Stille in der Versammlung. Die Magie wirkt.
Hier betretenEmmanuel und Brigitte Macron an der Seite vonAnne Hidalgo den Saal, um das VIP-Ballett abzuschließen. Nachdem sie sich niedergelassen haben, wird ein rückblickender Film gezeigt, der die Ereignisse nachzeichnet, die Notre-Dame vom Brand 2019 bis zu ihrer Wiedergeburt durchlaufen hat. Starker Applaus, diskrete Tränen. Die Feuerwehrleute von Paris, die wahren Helden dieses Epos, erhalten ebenfalls verdiente Ovationen, als sie ihre Plätze einnehmen.
Und dann kam die Musik. Die Violine und das Cello von Gautier und Renaud Capuçon hallten in der Weite des Kirchenschiffs wider. Auf ihre erhabene Darbietung folgte die feierliche Rede von Präsident Macron, die diesen Moment mit Ernsthaftigkeit und Hoffnung untermalte.
Schließlich beginnt die Prozession. Die von Jean-Charles de Castelbajac entworfenen Banner der Pariser Heiligen marschieren in Harmonie mit dem fast epischen Chor. Jedes Banner, ob es nun den Namen "Sacré-Cœur de Montmartre" oder "Saint Denis de La Chapelle" trägt, ist eine Ode an die Geschichte von Paris. Hier tritt der Erzbischof auf, gekleidet in einen meisterhaften Hut und eine Mitra, die von Jean-Charles de Castelbajac entworfen wurden (ein kleines Augenzwinkern in Bezug auf schrille Mode, das nicht unbemerkt bleibt).
Einer der markantesten Momente ist jedoch zweifellos die Segnung und das Erwachen der Orgel. Nach jeder Anrufung des Erzbischofs (insgesamt acht) antwortet das Instrument mit kraftvollen Improvisationen, als wolle es laut und deutlich seine große Rückkehr verkünden.
Bevor ich die Kathedrale verlasse, ein letzter Blick auf die Madonna del Pilar, die als Wunder des Brandes gilt, und die Emotionen überwältigen mich ein letztes Mal. Aber es ist noch lange nicht vorbei! Draußen erwartet uns ein neues Spektakel: eine Ton- und Lichtshow, die ich von der Kardinal-Lustiger-Brücke aus betrachte. Lyrische Gesänge eröffnen den Reigen, dann legt Clara Luciani ihre samtige Stimme zu "La Romance de Paris" auf. Eine wahre Streicheleinheit für das Trommelfell. Und dann die Überraschung: Pharrell Williams taucht mit seinem legendären "Happy" und seiner ansteckenden guten Laune auf und bringt ganz Paris zum Tanzen. Schließlich beschließt Michael Canitrot den Abend mit einem Elektro-Set, das von Lichtprojektionen begleitet wird, die die Fassade sublimieren. Eine wahre visuelle und akustische Ohrfeige, grandios!
Als ich dankbar und mit Sternen in den Augen hinausging, war eines sicher: Dieser Abend war eine wahre Feier, ein Impuls der Einheit und Schönheit, der sich in mein Gedächtnis einbrennen wird. Notre-Dame ist wieder auferstanden und bereit, Paris für weitere tausend Jahre zu erleuchten ... mindestens!







































