Es ist offiziell: Shein eröffnet am Mittwoch, den 5. November 2025, um 13 Uhr seinen weltweit ersten permanenten Laden, und zwar in Paris. Der chinesische Gigant für Fast Fashion wird seine Kleiderständer im 6. Stock des BHV Marais, dem historischen Tempel des Pariser Shoppings, aufstellen. Auf einer Fläche von mehr als 1.000 m²werden Tausende von Artikeln zu Minipreisen angeboten, wie die Société des Grands Magasins (SGM), seit 2023 Eigentümerin desBHV, auf Instagram bekannt gab.
Die Eröffnung, die von Frédéric Merlin, dem Präsidenten der SGM, als„Weltpremiere” präsentiert wurde, fand in einem turbulenten Klima statt. Seit Dienstag wurden mehrere Dutzend Polizisten und Polizeiwagen rund um das Kaufhaus gegenüber dem Rathaus eingesetzt, um Ausschreitungen zu verhindern.
Seit mehreren Tagen finden Demonstrationen und militante Aktionen statt. Am Montag protestierten die Vereinigung Mouv'Enfants und die Femen vor dem Kaufhaus BHV und prangerten den Verkauf von Sexpuppen mit kindlichem Aussehen an, der von der DGCCRF (Generaldirektion für Wettbewerb, Verbraucherschutz und Betrugsbekämpfung) den Justizbehörden gemeldet wurde. Diese Produkte wurden inzwischen aus dem Sortiment genommen, aber die Kontroverse hat nationale Ausmaße angenommen und den Wirtschaftsminister Roland Lescure dazu veranlasst, Shein im Falle einer Wiederholung mit einem Verbot in Frankreich zu drohen.
Die Ankunft des chinesischen Giganten stößt bei weitem nicht auf einhellige Zustimmung. Von der Regierung über die Gewerkschaften des BHV bis hin zu den Akteuren der französischen Textilbranche hagelt es Kritik. Eine Petitionmit mehr als 110.000 Unterschriften fordert die Aufhebung der Partnerschaft zwischen Shein und dem BHV. Gleichzeitig haben mehrere Marken das Kaufhaus verlassen, und die Banque des Territoires hat ihr Angebot zum Kauf der Immobilien im Wert von 300 Millionen Euro zurückgezogen. Diese Reaktionen verdeutlichen die wachsende Unruhe hinsichtlich des Wirtschafts- und Umweltmodells der Marke, die oft wegen ihrer Billigproduktion in die Kritik gerät.
Die 2012 in China gegründete Marke wurde in Frankreich mit drei Geldstrafen in Höhe von insgesamt 191 Millionen Euro wegen falscher Werbeaussagen, irreführender Informationen, Nichteinhaltung der Cookie-Gesetzgebung und fehlender Deklaration von Kunststoffmikrofasern in ihren Kleidungsstücken belegt, wie Fashion United berichtet.
Trotz der Kontroverse setzt Shein seine Expansion fort und plant für November fünf neue Boutiquen in Frankreich in den Galeries Lafayette in Dijon, Reims, Grenoble, Angers und Limoges.
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Standort
Der BHV Marais
52 Rue de Rivoli
75004 Paris 4
Zugang
Metro 1 und 11 Hôtel de Ville



















