Seine-Saint-Denis: Decathlon schließt sein historisches Geschäft am Stade de France – warum?

Von My de Sortiraparis · Aktualisiert am 21. November 2025 um 15:20
Der Décathlon am Stade de France in Saint-Denis wird Ende Juni 2026 seine Türen schließen. Das 1998 eröffnete, symbolträchtige Geschäft hat seit 25 Jahren Verluste in Höhe von 500.000 Euro pro Jahr angehäuft. Die 39 Mitarbeiter werden in anderen Filialen der Gruppe weiterbeschäftigt.

Gegenüber dem Stade de France schien dieser Décathlon jedoch zum Erfolg bestimmt zu sein. Das Geschäft wurde während der Fußballweltmeisterschaft 1998 eröffnet und hatte sich in Seine-Saint-Denis niedergelassen, mit dem Ziel, ein Aushängeschild der Gruppe zu werden. Siebenundzwanzig Jahre später holt die Realität diese Marke ein, die trotz ihrer strategisch günstigen Lage nie ihr finanzielles Gleichgewicht gefunden hat. Die Schließung wurde am Mittwoch, dem 19. November 2025, während einer Sitzung des Sozial- und Wirtschaftsausschusses offiziell bekannt gegeben, wie L'Humanité berichtete.

Die Zahlen sprechen für sich: Seit einem Vierteljahrhundert schreibt der Standort Verluste. Nach unseren Informationen belaufen sich diese auf etwa 500.000 Euro pro Jahr, ein Aderlass, den die Mulliez-Gruppe nicht länger ignorieren kann. Die Situation wird umso besorgniserregender, als Décathlon, das regelmäßig als Lieblingsmarke der Franzosen bezeichnet wird, eine schwierige Phase durchläuft. Im Jahr 2024 verzeichnete der Sportartikelhersteller trotz seines Status als offizieller Partner der Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 in Paris eine Stagnation seines Umsatzes. Paradoxerweise fanden die meisten Wettkämpfe im benachbarten Stadion statt, ohne dass dies dem Geschäft zugute kam.

Die Geschäftsleitung begründet diese Schließung nun mit einem schwierigen„lokalen sozioökonomischen Kontext”. Ein Argument, das Fragen aufwirft, wenn man bedenkt, dass Saint-Denis, in der Nähe von Paris gelegen und mit zahlreichen Verkehrsmitteln erreichbar, nach wie vor ein dynamisches Gebiet ist. Für die Einwohner des Departements 93 ist diese Schließung ein kleines Erdbeben. Das Geschäft war Teil der lokalen Landschaft und erfüllte die Bedürfnisse von Amateursportlern und Familien, die nach erschwinglicher Ausrüstung suchten.

Die 39 von dieser Schließung betroffenen Mitarbeiter müssen in anderen Geschäften der Gruppe neu eingestuft werden. Die Gewerkschaft CFDT Services istin diesem Punkt wachsam:„Wir werden die Bedingungen für die Neueinstufung sehr genau beobachten. Unsere Priorität ist klar: Kein Mitarbeiter darf gezwungen sein, seinen Arbeitsplatz zu verlieren”, so die Gewerkschaft. Die beiden nächstgelegenen Filialen befinden sich in Gennevilliers im Departement Hauts-de-Seine und im 19. Arrondissement von Paris. Es bleibt abzuwarten, ob diese Lösungen für alle Mitarbeiter akzeptabel sind, insbesondere im Hinblick auf den täglichen Arbeitsweg.

Diese Ankündigung erfolgte am selben Tag wie die Schließung von zwei Leroy Merlin-Geschäften in Paris, einer weiteren Marke der Mulliez-Gruppe. Ein Signal, das die Schwierigkeiten des stationären Handels widerspiegelt, der mit der Konkurrenz des E-Commerce und den sich ändernden Konsumgewohnheiten konfrontiert ist. Für Décathlon sollte das Jahr 2024 dank seiner Sichtbarkeit bei den Olympischen Spielen jedoch einen Wendepunkt markieren. Es muss jedoch festgestellt werden, dass der erwartete Effekt nicht eingetreten ist.

Die Schließung ist für Ende Juni 2026 geplant, sodass die Anwohner noch einige Monate Zeit haben, um ein letztes Mal von diesem Geschäft zu profitieren, das die Handelsgeschichte von Saint-Denis geprägt hat. Von uns kontaktiert, wollte die Marke nicht auf unsere Anfragen antworten. Sportbegeisterte aus der Umgebung müssen sich nun an andere Geschäfte wenden oder online bestellen. Am Fuße des Stade de France, Symbol einer Zeit, in der der stationäre Handel unantastbar schien, wird ein Kapitel abgeschlossen.

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