Sturm Goretti: Wie hoch war die höchste registrierte Windböe jemals in Paris?

Von Graziella de Sortiraparis · Fotos von My de Sortiraparis · Aktualisiert am 9. Januar 2026 um 12:25
Sturmnacht in der Hauptstadt. Während die Pariser von beeindruckenden Böen wachgerüttelt wurden, haben die Messgeräte der Eiffel-Turm- und Montsouris-Station verrückt gespielt – jedoch immer noch weniger als im Jahr 1999, als die Winde sämtliche Rekorde brachen.

Die Nacht in der Hauptstadt war turbulent. Ein wintersturm namens Goretti hat Île-de-France heimgesucht und einige Schäden verursacht, darunter umgestürzte Bäume auf den Gleisen und Beeinträchtigungen im Bahnverkehr. Während die Anemometer verrücktspielten, ist das nichts im Vergleich zu den Erlebnissen in der Normandie, wo Windböen von über 200 km/h gemessen wurden. Doch wie schneiden diese Böen in Paris im Vergleich zu den Rekordwerten ab, die am Gipfel der Eiffelturm und mitten in der Stadt erzielt wurden?

Rekordjagd auf höchster Ebene: Das Dezember-Highlight 1999

Um die rekordverdächtigen Wetterlagen in Paris zu finden, muss man auf den Sturm Lothar vom 26. Dezember 1999 zurückblicken. An diesem Tag, der vielen Franzosen in besonderer Erinnerung geblieben ist, zählt als eine der heftigsten Stürme, die das Land je erlebt hat. Die Windgeschwindigkeiten erreichten damals Spitzenzustände, die seit Beginn der meteorologischen Aufzeichnungen in Frankreich kaum noch erreicht wurden.

  • Am Boden (Station Paris-Montsouris): Der Rekord liegt bei 169 km/h. Das ist die absolute Referenz für das Stadtgebiet von Paris. Zum Vergleich: Bei einem normalen Sturm erreichen die Windgeschwindigkeiten in der Stadt selten 100 km/h.
  • Auf der Spitze des Eiffelturms: Der Wind erreichte eine beeindruckende Geschwindigkeit von 216 km/h. Die Struktur von Gustave Eiffel ist dafür ausgelegt, zu schwingen, doch an diesem Tag standen die Messwerte kurz vor dem Unmöglichen. Der Anemometer wurde dabei sogar weggeschleudert und zeigte in jener Nacht an, dass noch stärkere Böen möglich waren, die aber nicht mehr messbar sind.

Die Bilanz der letzten Nacht

In der Nacht vom 8. auf den 9. Januar 2026 war der Sturm heftig, das war deutlich in den Straßen der Hauptstadt zu spüren. Dennoch blieb er deutlich hinter den verheerenden Orkanen von 1999 zurück. Hier die von Météo-France erfassten Zahlen:

  • Am Eiffelturm: Gegen 3 Uhr morgens wurde auf der Spitze ein Windstärke von 148 km/h gemessen.
  • Am Boden (Montsouris): Der Wind erreichte Geschwindigkeiten von bis zu 105 km/h. Das reicht aus, um Bäume fallen zu lassen und eine orange Warnstufe auszulösen, doch die historischen 169 km/h bleiben unerreicht.

Warum gibt es einen so großen Unterschied zwischen dem Boden und dem Eiffelturm?

Der Unterschied lässt sich durch das, was man als städtische Rugosität bezeichnet, erklären. Am Boden bremsen Gebäude, Bäume und Denkmäler den Wind und verursachen Turbulenzen. Auf 300 Metern Höhe, am Gipfel des Turms, hindert nichts mehr die Luftmassen. Der Wind weht dort in der Regel 30 bis 50 % stärker als in den Straßen.

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