Das Park Hyatt Paris-Vendôme, in der Rue de la Paix, und das Mandarin Oriental Paris, in der Rue Saint-Honoré, sollten ihr Palace-Status verlieren bei der offiziellen Ankündigung, die für den 2. Juni 2026 vorgesehen ist. Sie würden nicht allein dastehen. Das Hôtel du Palais in Biarritz dürfte ebenfalls von dieser prestigeträchtigen Liste fallen. Ein seltener Vorgang seit der Einführung der Palace-Auszeichnung im Jahr 2010.
In Frankreich ist der Titel Palace eine offizielle Auszeichnung. Fünf Sterne, ein imposanter Empfangsbereich und perfekt aufgepumpte Kissen reichen nicht aus. Die Auszeichnung würdigt außergewöhnliche 5-Sterne-Hotels, die nach mehreren Kriterien bewertet werden: Lage, Servicequalität, Ausstattung, Ästhetik, Geschichte der Örtlichkeit, internationales Renommee und das gebotene Erlebnis für die Gäste.
Die Auszeichnung ist nicht auf Lebenszeit vergeben: Sie muss erneuert werden. Selbst an der Spitze des Luxussegments muss man also die Prüfung erneut bestehen.
Die genauen Gründe sind noch nicht offiziell erläutert worden. Laut den Berichten der Presse haben das Park Hyatt Paris-Vendôme und das Mandarin Oriental Paris die Voraussetzungen für die Verlängerung ihrer Auszeichnung offenbar nicht vollständig erfüllt.
Der Fall des Mandarin Oriental fällt besonders ins Gewicht: Das Hotel hat ein umfassendes Transformationsprogramm angekündigt, mit Renovierungsarbeiten an den Zimmern, den Suiten, den Gemeinschaftsbereichen, dem Spa und der Gastronomie. Doch diese Renovierung käme für die Aufnahme in die Auswahl 2026 zu spät.
Das Park Hyatt Paris-Vendôme bleibt eine prestigeträchtige Adresse, nur wenige Schritte von der Place Vendôme und der Opéra Garnier entfernt. Doch in der Luxushotellerie reicht der Ruf einer Adresse längst nicht aus... jedes Detail zählt.
Diese Angelegenheit erinnert auch an eine kleine, ganz Paris-typsiche Feinheit: Nicht alle legendären Hotels sind nicht zwangsläufig „Paläste“ im offiziellen Sinn. Der Ritz Paris gehört beispielsweise zu den bekanntesten Namen der Welt-Hotellerie, steht aber nicht auf der offiziellen Liste der als Palace ausgezeichneten Häuser, die von Atout France veröffentlicht wird. Das bedeutet natürlich nicht, dass der Ritz im kollektiven Bewusstsein weniger prestigeträchtig wäre. Im Gegenteil: Genau darin liegt der Reiz dieser Unterscheidung – sie ist offiziell, abgegrenzt, erneuerbar, aber sie fasst die Legende eines Hotels nicht allein zusammen. Im Luxussegment gibt es Labels, Sterne, Plaketten … und dann gibt es die Mythen.
Sollten sich diese Herabstufungen bestätigen, würde Paris von zwölf auf zehn offiziell ausgezeichnete Paläste zurückgehen, sofern nicht weitere Häuser in die "Collection Palace 2026" aufgenommen werden. Die vollständige Liste soll Anfang Juni veröffentlicht werden.
Das Park Hyatt Paris-Vendôme und das Mandarin Oriental Paris würden sich dennoch als Hotels von außerordentlichem Fünf-Sterne-Niveau behaupten. Doch in diesem Segment lastet eine Palace-Auszeichnung schwer auf dem Image, bei den Preisen, der internationalen Kundschaft und der Attraktivität bei den besten Fachkräften.
In der Luxushotellerie wird Prestige gepflegt, erneuert und verdient – Saison für Saison.
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