Catherine Ringer, die Stimme der Rita Mitsouko, ist im Alter von 68 Jahren gestorben.

Von Rizhlaine de Sortiraparis · Aktualisiert am 15. September 2026 um 14:46
Catherine Ringer ist im Alter von 68 Jahren an Krebs gestorben. Eine unverzichtbare Figur des französischen Rocks und Teil des legendären Duos Les Rita Mitsouko an der Seite von Fred Chichin, hinterlässt die Sängerin mehr als vier Jahrzehnte Musik, von Marcia Baïla bis C’est comme ça, gefolgt von einer reichen Solokarriere.

Die französische Chansonszene trauert am Dienstag, dem 15. September 2026: Catherine Ringer ist im Alter von 68 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben, wie von ihren Kindern der AFP mitgeteilt wurde. Sängerin, Songwriterin, Musikerin und Schauspielerin, bleibt die in Suresnes 1957 geborene Künstlerin untrennbar mit den Rita Mitsouko verbunden, der von ihr gemeinsam mit Fred Chichin gegründeten Band aus den frühen 1980er-Jahren. Gemeinsam haben sie die französische Chanson und den Rock tief geprägt, mit einer exzentrischen Welt und Songs, die zu Ikonen geworden sind, darunter Marcia Baïla, C’est comme ça, Andy oder auch Les Histoires d’A.

Wer war Catherine Ringer?

Geboren am 18. Oktober 1957 in Suresnes, im Département Hauts-de-Seine, wuchs Catherine Ringer in einem künstlerisch geprägten Umfeld auf. Bevor sie zu einer der markantesten Stimmen der französischen Musik wird, probierte sie verschiedene Disziplinen aus und wandte sich insbesondere dem Theater, dem Tanz und der Musik zu.

Das Ereignis, das ihren Werdegang umkrempelt, geschieht 1979, als sie den Gitarristen Fred Chichin bei einer Show kennenlernt. Aus ihrer künstlerischen und persönlichen Verbundenheit entstehen die Rita Mitsouko, deren Namen untrennbar mit der französischen Rockszene der 1980er Jahre verbunden ist.

Nach ihrer Debüt-Single Don't Forget The Nite aus dem Jahr 1981 veröffentlicht das Duo 1984 sein erstes Album Rita Mitsouko. Der eigentliche Durchbruch kam einige Monate später mit Marcia Baïla.

Warum hat Marcia Baïla seine Karriere geprägt?

Als Single 1985 veröffentlicht, ist Marcia Baïla eine Hommage an die argentinische Tänzerin und Choreografin Marcia Moretto, die an Krebs starb. Mit einer Mischung aus Rock, Pop und lateinamerikanischen Klängen prägt der Song sofort die unverwechselbare Welt des Duos.

Der Erfolg ist enorm und trägt dazu bei, die Rita Mitsouko nachhaltig in der französischen Musikwelt zu verankern. Das aufwendig produzierte Clip trägt ebenfalls dazu bei, die farbenfrohe, ausgefallene Ästhetik der Band durchzusetzen. Doch Catherine Ringer und Fred Chichin ruhen sich nicht auf diesem ersten Hit aus.

In 1986 erscheint The No Comprendo, produziert von Tony Visconti, der vor allem durch seine Arbeit mit David Bowie bekannt ist. Das Album enthält mehrere Songs, die Jahrzehnte überdauern werden: Andy, Les Histoires d'A und vor allem C'est comme ça.

Mit ihrer sofort identifizierbaren Stimme, ihrer Mimik, Gestik und oft extravaganten Outfits gehört Catherine Ringer schon bald zu den markantesten Persönlichkeiten der französischen Musikszene.

Was waren die größten Erfolge von Rita Mitsouko?

Die Alben reihen sich aneinander und bestätigen die Fähigkeit des Duos, zwischen Rock, Pop, Funk und elektronischer Musik zu navigieren. Marc et Robert, das 1988 erschienen ist, enthält unter anderem eine Zusammenarbeit mit der US-Band Sparks an Singing in the Shower. Dort findet sich auch Le Petit Train, ein Song mit einer bewusst mitreißenden Melodie, der sich dennoch dem Thema Deportation widmet.

1993 gründete Système D die Band Y'a d'la haine. Es folgten unter anderem Cool Frénésie (2000), La Femme Trombone (2002) und schließlich Variéty, das letzte Studioalbum des Duos. Catherine Ringer arbeitet parallel an weiteren Projekten. Besonders hervorzuheben ist ihre Zusammenarbeit mit Marc Lavoine bei Qu'est-ce que t'es belle, einem weiteren markanten Titel in ihrer Diskografie.

Wie setzte Catherine Ringer ihre Karriere nach Fred Chichin fort?

Die Geschichte von Rita Mitsouko erlebt im November 2007 einen schweren Einschnitt: Der Tod von Fred Chichin infolge einer Krebserkrankung. Catherine Ringer setzt ihren künstlerischen Weg dennoch fort. Sie baut eine Solokarriere unter eigenem Namen auf und veröffentlicht 2011 ihr erstes Soloalbum, Ring n' Roll. Dieser neue Schritt verschafft ihr unter anderem die Auszeichnung zur Interpretin des Jahres bei den Victoires de la Musique 2012.

Sie veröffentlicht daraufhin Chroniques et Fantaisies im Jahr 2017 und setzt parallel dazu fort, das Repertoire der Rita Mitsouko auf der Bühne lebendig zu halten.

Hat Catherine Ringer weiterhin die Rita Mitsouko gesungen?

Ja. Trotz des Todes von Fred Chichin hatte Catherine Ringer die Lieder von Rita Mitsouko nie aufgegeben.

Sie geht erneut auf Tour – mit dem Programm Catherine Ringer singt die Rita Mitsouko, begleitet unter anderem von ihrem Sohn Raoul Chichin an der Gitarre. Eine Art, das Werk, das sie zusammen mit Fred Chichin geschaffen hat, auf die Bühne zu bringen und einer neuen Generation näherzubringen.

Ihre Karriere wird damit über mehr als vier Jahrzehnte hinweg fortbestehen, ohne dass Catherine Ringer das Typische an ihr verliert: eine theatralische Stimme, die mühelos zwischen Sanftmut und Schreien wechseln kann, eine äußerst physische Bühnenpräsenz und eine musikalische Welt, die sich kaum in ein Genre pressen lässt.

Mit dem Tod von Catherine Ringer im Alter von 68 Jahren infolge einer Krebserkrankung verliert die französische Musik eine der ungewöhnlichsten Persönlichkeiten. Von den Anfängen der alternativen Pariser Szene über den großen Erfolg der Rita Mitsouko bis hin zu ihrer Solokarriere hat Catherine Ringer dazu beigetragen, eine deutlich andere Ästhetik in die französische Popkultur einzubringen.

Jahrzehnte nach ihrer Veröffentlichung tragen Marcia Baïla, C'est comme ça, Andy, Les Histoires d'A, Le Petit Train oder Y'a d'la haine weiterhin dazu bei, dieses Erbe lebendig zu halten.

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