Paris: Bald ein Museum für Presse und Information? Was man weiß

Von Rizhlaine de Sortiraparis · Aktualisiert am 28. September 2026 um 18:53
Ein Museum für Presse und Information könnte bis 2029 in Paris eröffnet werden. Mit dem Namen Musip soll dieser künftige Ort dem Journalismus gewidmet sein, die Hintergründe der Informationsproduktion beleuchten und gegen Desinformation antreten. Doch wo wird es entstehen und wie wird es aussehen? Das ist bislang bekannt.

Und was, wenn man nach dem Bewundern von Gemälden, Skulpturen oder Haute-Couture-Kreationen bald ins Museum geht, um zu erfahren, wie die Nachrichtensendung um 20 Uhr entsteht? Paris könnte bis 2029 ein Museum für Information und Presse eröffnen, das den Namen Musip tragen soll und der Geschichte der Medien gewidmet wäre, vor allem aber den Hintergründen des Journalistenberufs.

Das Projekt hat am Montag, den 28. September 2026 einen ersten Meilenstein erreicht: Die Musip hat seine virtuellen Türen geöffnet, um pädagogische Inhalte bereitzustellen, während die Eröffnung einer echten Einrichtung in Paris vorbereitet wird.

Die Initiative wird von dem Journalist von France 24 Antoine Mariotti geleitet und profitiert insbesondere von einer Partnerschaft mit der UNESCO. Die geäußerte Ambition ist besonders aktuell: Sie soll erklären, wie eine Information entsteht, in einer Zeit, in der soziale Netzwerke, Künstliche Intelligenz, manipulierte Bilder und Falschmeldungen die Spuren verwischen können.

Hinter den Kulissen einer Redaktion – statt vor Schaufenstern

Auf den ersten Blick dürfte das Musip daher kein Museum sein, in dem man sich damit begnügt, vergilbte alte Zeitungen hinter Glas zu betrachten. Das Projekt soll immersiv und interaktiv sein. Die Besucher könnten die verschiedenen Phasen der journalistischen Arbeit entdecken: die Wahl eines Themas, Recherche und Quellenprüfung, die Erstellung eines Beitrags oder auch dessen Ausstrahlung. Unter anderem werden Radio- und Fernsehstudios sowie ein Workshop für die gedruckte Presse angekündigt, um dem Publikum für einige Augenblicke zu ermöglichen, in die Haut eines Journalisten zu schlüpfen.

Ein Ansatz, der eines der zentralen Ziele des Projekts adressiert: Anstatt dem Besucher vorzuhalten, was er von den Nachrichten halten soll, wollen die Gründer ihm die notwendigen Werkzeuge an die Hand geben, um zu verstehen wie Informationen produziert und überprüft werden.

Das Projekt ist ebenfalls von Medienfachleuten umgeben. Sein wissenschaftlicher Beirat wird von der Journalistin und Großreporterin Annick Cojean geleitet und könnte bereits auf die Unterstützung und das Engagement mehrerer Akteure aus dem Informationssektor und der Verteidigung der Presse zählen.

Wo wird das Musip in Paris installiert?

Im Modell steht derzeit ein großes Fragezeichen: Die Adresse des zukünftigen Museums ist noch nicht bekannt. Derzeit laufen Gespräche, um einen passenden Standort in Paris zu finden. Laut den zum Start des Projekts veröffentlichten Informationen würde der ideale Ort eine Fläche von rund 4.000 bis 5.000 m² haben.

Die finanzielle Frage bleibt ebenfalls zentral. Die Projektträger nennen ein Investitionsbudget von rund 20 Millionen Euro und streben eine Mischung aus privaten Mitteln und öffentlichen Fördergeldern an. Bereits seien mehrere Hunderttausend Euro zusammengekommen, um die Initiative zu starten. Die Aussicht auf eine Eröffnung in Paris im Jahr 2029 sollte daher als angestrebter Horizont verstanden werden und nicht als bereits in Stein gemeißelter Eröffnungstermin.

Eine alte Pariser Idee kommt wieder auf den Tisch

Wussten Sie schon? Paris hat sich bereits ein Museum der Presse erträumt. Im Jahr 2000 sollte eine große Ausstellung im Palais Brongniart, das damals vor allem als das ehemalige Pariser Börsengebäude bekannt war, eine echte „Presse-Stadt“ vorwegnehmen. Die Idee war, einen lebendigen Raum zu schaffen, der dem Publikum das Funktionsprinzip der Medien näherbringt – mit einem musealen Teil und zugleich pädagogischen Angeboten.

Das Vorhaben sah sogar vor, verschiedene Akteure des Journalismus an einem Ort zu versammeln. Doch es fehlte ihm vor allem eine entscheidende Voraussetzung, um ein Museum zu errichten: ein endgültiges Gebäude. Mehr als ein Vierteljahrhundert später legt das Musip die Idee erneut auf den Tisch, die die Pariser Medienszene einst ins Grübeln gebracht hatte.

Le Musip und das Haus der Pressezeichnung: Zwei unterschiedliche Projekte

Achtung, dabei auch darauf achten, zwei Pariser Projekte nicht zu verwechseln. Unabhängig vom Musip soll die Maison du dessin de presse der Öffentlichkeit in Paris im September 2027 eröffnet werden. Sie wird in einer sanierten ehemaligen Schule auf rund 1.500 m² eingerichtet und widmet sich ausdrücklich der Geschichte und der Entstehung des Pressezeichens – von der Französischen Revolution bis heute.

Visuel Paris Pont des artsVisuel Paris Pont des artsVisuel Paris Pont des artsVisuel Paris Pont des arts Das Haus der Pressezeichnung in Paris soll 2027 eröffnet werden, bestätigt Rachida Dati
Nach einer langen Zeit der Ungewissheit bestätigt Kulturministerin Rachida Dati: Das Haus der Pressezeichnung soll im Laufe des Jahres 2027 in Paris, im 6. [Mehr lesen]

Der Musip will sich vielmehr darauf konzentrieren, die Presselandschaft – Printmedien, Radio, Fernsehen, Digitales und die Mechanismen der Informationsproduktion – deutlich stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Wenn das Vorhaben wie vorgesehen gelingt, könnte Paris in den kommenden Jahren zwei ergänzende Orte bekommen, die sich diesem eigenartigen Objekt widmen, das uns vom Frühstück bis zum letzten Blick aufs Smartphone begleitet: die Aktualität.

Und in einer Stadt, die die Geburt und das Aufblühen so vieler Zeitungen, Karikaturisten, Nachrichtenagenturen und großer Redaktionen erlebt hat, hätte die Information letztlich einen ziemlich logischen Platz im Museum gefunden.

Diese Seite kann KI-gestützte Elemente enthalten, weitere Informationen finden Sie hier.

Praktische Informationen
Tags : news
Comments