Die Pariser Radfahrerinnen und Radfahrer sehen sich ein Netz, das weiter wächst. Nach zwei vorausgehenden Plänen zur Fahrradentwicklung hat die Stadt Paris die Eckpunkte ihres neuen Fahrradplans 2027-2032 vorgestellt. Mit 200 Millionen Euro Investitionen plant die Kommune, 140 Kilometer zusätzlicher Radwege zu schaffen, 220 Kilometer beidseitig befahrbarer Radwege auszubauen und 420 Kreuzungen sicherer zu machen. Das erklärte Ziel: die Mobilität mit dem Fahrrad zu erleichtern und dabei die Sicherheit der Fußgängerinnen und Fußgänger sowie aller anderen Verkehrsteilnehmenden zu erhöhen.
Paris zählt heute mehr als 1.600 Kilometer Radwege, doch einige Abschnitte lassen sich schwer befahren – vor allem an Kreuzungen und entlang der Hauptachsen, wo die Radwege unterbrochen sind. Der kommende Plan soll das Netz daher vervollständigen, aber auch bestehende Radwege verbessern, um sie an eine zunehmende Nutzung anzupassen.
Mehrere Straßen und Boulevards in Paris gehören zu den ersten Bereichen, die von den neuen Gestaltungsmaßnahmen betroffen sein werden, die bereits ab 2027 angekündigt wurden:
Weitere Achsen werden ab 2027 Gegenstand von Studien sein, vor allem die Rue Monge (5. Arrondissement), die Rue Ordener (18. Arrondissement), die Rue d'Avron (20. Arrondissement) sowie die Boulevards Beaumarchais, du Temple und des Filles-du-Calvaire. Die Stadtverwaltung will zudem die Gespräche mit der Polizeipräfektur über mehrere große Achsen fortsetzen, darunter die Boulevards de Sébastopol, de Strasbourg, de Magenta, die Quais hauts de la rive droite oder auch die Boulevards des Italiens und des Capucines. Auf diesen Achsen hängen einige Projekte von den erforderlichen Genehmigungen ab.
Ein weiteres Großprojekt: die Sicherheit an Kreuzungen. Zwischen 2027 und 2032 sollen weitere 420 Kreuzungen sicherer gemacht werden, mit einer ersten Welle von 56 ab 2027. Seit 2020 wurden laut den von der Stadt mitgeteilten Zahlen bereits an 350 Kreuzungen Maßnahmen umgesetzt. Zu den prioritärsten Bereichen zählen der Place de Clichy, der Place de la Bataille-de-Stalingrad, die Umfeldbereiche der Pont de la Concorde, die Kreuzung der Boulevards Magenta und Chapelle sowie mehrere Kreuzungen rund um den Cours de Vincennes.
Die Stadt plant unter anderem, einige Ampeln zu überarbeiten, um die Bewegungen von Fahrrädern und motorisiertem Verkehr besser zu trennen. Des Weiteren könnten farbige Markierungen eingesetzt werden, um die Fahrradverläufe deutlicher sichtbar zu machen, so wie es bei dem am Kreisel Alésia-Vercingétorix im 14. Arrondissement erprobten Pilotprojekt der Fall ist. Die Portes de Gentilly, de Vanves et de Châtillon gehören ebenfalls zu den betroffenen Bereichen. Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Verbindungen zwischen Paris und den angrenzenden Gemeinden zu erleichtern, wo Radfahrer gelegentlich mit Unterbrechungen der Radwege oder komplexen Kreuzungen konfrontiert sind.
Paris will auch die Möglichkeiten des Radparkmöglichkeiten ausbauen. Im September 2026 verfügte die Hauptstadt über 147 545 Fahrradständerplätze, davon 75 000 seit 2020 geschaffen. Hinzu kommen 4 500 gesicherte Plätze in den bewirtschafteten Parkhäusern, während weitere 10 000 im Rahmen bereits unterschriebener Verträge vorgesehen sind.
Um die Sicherheit zu erhöhen, soll die Pariser Stadtpolizei zudem über eine Spezialabteilung gegen motorisierte Gewalt verfügen, die insbesondere gefährliche Verhaltensweisen gegenüber Fußgängern und Radfahrern ins Visier nimmt. Die Kontrollen zum Parken und zur Benutzung der Radwege werden fortgeführt, ebenso wie jene gegen nicht konforme oder entdrosselte Elektrofahrzeuge. Die Stadtverwaltung erinnert außerdem daran, dass Radfahrer die Ampeln beachten, Fußgänger-Vorfahrt respektieren und das Befahren von Gehwegen verboten ist.
Schließlich will die Stadt die Unfallprävention bei den toten Winkeln von Lastwagen stärken. Bis Ende 2026 plant sie, extern angebrachte akustische Warnsysteme auf ihren Sammelfahrzeugen zu testen. Diese Vorrichtungen geben bei Richtungswechseln oder Neustarts automatisch eine Sprachausgabe ab, um Passanten und Anwohner in der Nähe zu warnen. Paris beabsichtigt außerdem, die nationale Regelung zur Sicherheit von schweren Nutzfahrzeugen zu überarbeiten, wobei sie sich insbesondere am System des Großraums London orientieren will.
Mit diesem3. Fahrradplan sollten die angekündigten Veränderungen sowohl die größeren Boulevards als auch die kleinen Verbindungen zwischen den Quartieren betreffen. Die ersten Maßnahmen werden ab 2027 erwartet, doch ihre Umsetzung wird sich bis 2032 ziehen, und einige Projekte bleiben Studien oder Genehmigungen vorbehalten. Man muss also die genauen Bauzeitenpläne abwarten, um die kommenden Verkehrsänderungen in den Pariser Straßen zu kennen!
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