Denkmaltage 2026: ein Spaziergang durch die Cité Falguière, ein verborgenes künstlerisches Juwel

Von My de Sortiraparis, Cécile de Sortiraparis · Aktualisiert am 22. Juli 2026 um 21:41
Die Tage des Kulturerbes 2026 legen einen verborgenen Schatz offen: die Cité Falguière in Paris. Treffen Sie sich am 19. und 20. September zu einer einzigartigen Reise durch die künstlerische Geschichte der Hauptstadt – beim 43. Jubiläum. Entdecken Sie das Programm der Veranstaltung.

Im Herzen von Montparnasse, einem Vorzeigeviertel für Künstler zwischen 1910 und 1940, befindet sich die Cité Falguière. Diese 1861 von dem Bildhauer Jules-Ernest Bouillot initiierte Siedlung, die hauptsächlich aus Ateliers bestand, sah große Namen der Kunst wie Modigliani, Brancusi und Soutine kommen und gehen. Leider ist infolge von Stadtentwicklungsprojekten ein großer Teil der Siedlung verschwunden, sodass nur noch die Ateliers Nr. 9 und 11 übrig geblieben sind.

Die Schätze der Cité Falguière:

  • Die berühmte „Villa Rose“ des Bildhauers Alexandre Falguière in Hausnummer 14, die später als Künstlerhotel diente.
  • Das überraschende Gebäude an Nummer 8, ein experimentelles Werk aus dem Jahr 1964, entworfen von den Architekten André Biro und Jean-Jacques Fernier.
  • Und selbstverständlich das Atelier 11, das letzte Bollwerk dieses kulturellen Erbes.
     

Das Atelier 11 ist nicht nur ein Relikt der Vergangenheit, sondern auch ein pulsierender Zeuge des künstlerischen Erbes. Über sechs Jahrzehnte lang kämpfte die örtliche Gemeinschaft für den Erhalt dieses einzigartigen Raumes. Im Jahr 2022 trugen ihre Bemühungen schließlich Früchte, als die Stiftung für das Kulturerbe mit institutioneller Unterstützung ein Projekt zur Erhaltung des Ateliers 11 als internationale Kunst- und Forschungsresidenz in die Wege leitete. Nichtsdestotrotz ist der Kampf noch nicht zu Ende. Der Finanzierungsbedarf für die Innenrenovierung besteht weiterhin und hält die Hoffnung am Leben, dass das Atelier auch weiterhin zeitgenössische Künstler inspiriert.

Zu den Europäischen Tagen des Denkmals, Tag des Denkmals, am 19. und 20. September 2026, laden wir Sie zu dieser ganz besonderen Entdeckung ein. Bevor das Atelier 11 seine neue Sanierungsphase beginnt, lernen Sie dessen lebendiges Erbe kennen — Zeugnisse residierender Künstlerinnen und Künstler — und tauchen Sie ein in diese 60-jährige Chronik des Erhalts.

Vollständiges Programm der Denkmaltage 2026 in der Cité Falguière – Atelier 11:

  • {Schools} Atelier 11 : Wiederbeleben, Widerstehen, Neu denken

    Werkstatt 11: Wiederbeleben, Widerstehen, Neu Vorstellen

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    Die Werkstatt 11 öffnet ihre Türen anlässlich der Europäischen Tage des Denkmals 2026 mit einer Präsentation, die den diesjährigen Fokus „Kulturerbe in Gefahr“ aufgreift, in einer Zeit, in der Fragen rund um das Erbe – was es ist, wem es gehört und wie es überlebt – drängender denn je sind.

    Im Herzen der historischen Cité Falguière in Montparnasse gelegen, ist die Werkstatt 11 eine der letzten Künstlerwerkstätten des 19. Jahrhunderts, die noch in Betrieb ist – in einem Viertel, das einst vor Kreativität pulsiert hat. Von 1875 von Künstlern für Künstler erbaut, hat sie über mehr als 150 Jahre kontinuierliche künstlerische Aktivität erlebt. Von französischen Bildhauern wie Joseph Bernard und Paul Gauguin bis hin zu Vertretern der École de Paris wie Modigliani, Soutine, Brancusi und Foujita – die Werkstatt 11 empfängt weiterhin Generationen von Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt.

    Heute ist sie zugleich ein lebendiges Atelier und ein fragiles Denkmal. Offiziell als Ort von regionalem Kulturerbe in Île-de-France anerkannt, führt die Werkstatt 11 derzeit eine Spendenaktion zu ihrer Restaurierung in Kooperation mit der Fondation du Patrimoine durch.

    Freitag, der 18. September, ein Tag, der ganz den Schulklassen gewidmet ist, bieten wir eine Führung durch die Werkstatt 11 in der Cité Falguière, begleitet von einer Vermittlung zur Geschichte der Cité Falguière, der Werkstatt 11 und der hier arbeitenden Künstlerinnen und Künstlern. Die Führung richtet sich an Kinder ab einem Alter von 10 Jahren.

    18. September: Führungen für Schulklassen auf Terminvereinbarung

    Werkstatt 11, Cité Falguière, 75015 Paris

    Der Erhalt in der Praxis: Ein lebendiges Erbe schützen

    Die Teilnahme an den Europäischen Tagen des Denkmals 2026 unter dem Motto „Kulturerbe in Gefahr“ ist für die Werkstatt 11 keineswegs bloß symbolisch: Sie selbst gehört zu den bedrohten Kulturgütern, deren materielles und immaterielles Erbe gefährdet ist.

    Das denkmalpflegerische Vorhaben der Werkstatt 11 verläuft an der Schnittstelle dreier zentraler Ansätze des diesjährigen Themas: Wiederbeleben einer fast verschwundenen künstlerischen Linie und der Erinnerung an die École de Paris; Widerstehen gegen den Verlust dieses Ortes, indem die Auswirkungen von Stadtentwicklung und Gentrifizierung ins Bewusstsein gerückt werden; und Neu vorstellen der Art, wie Erbe durch zeitgenössische Kreativität weiterlebt – mit Künstlerresidenzen und kooperativen Programmen.

    Die Werkstatt 11 ist ein Ort im Wandel, an dem sich Erbe täglich neu gestaltet, transformiert und weitergegeben wird. Die Europäischen Tage des Denkmals 2026 laden dazu ein, über die fragile Lage des kulturellen Erbes in einer sich wandelnden Welt nachzudenken. Die Werkstatt 11 steht dabei exemplarisch für diese Herausforderungen: Sie ist heute bedroht durch den Verlust ihrer materiellen Integrität ebenso wie durch eine mögliche Unterbrechung der künstlerischen Transmission.

    Durch die Europäischen Tage des Denkmals laden wir Besucher ein, dieses zwischen Vergangenheit und Zukunft, Bewahrung und Transformation, Verschwinden und Neuerfinden schwebende Atmen zu betreten. Indem die Türen geöffnet werden, schließt sich die Werkstatt 11 den breiteren Überlegungen dieses jährlichen Treffpunkts an: Erbe ist nicht nur das, was wir weitergeben, sondern das, was wir aktiv am Leben erhalten.

    ### Open Studio: Blickwechsel auf das Erbe

    Bei diesem Open Studio empfängt die Werkstatt 11 die Residenzkünstler Māhina Bennett und Matariki Bennett, deren Arbeiten einen starken Dialog zwischen Erbe, Erinnerung und dem Fortbestehen von Wissen über immaterielle Systeme rund um die Welt ermöglichen.

    Māhina und Matariki Bennett sind māori-Frauen aus Neuseeland. Matariki ist eine Dichterin und Schriftstellerin, Māhina eine multilaterale visuelle Künstlerin. Durch ihr Schaffen setzen sie sich mit Identität, Gender, Geschichte und dem nachhaltigen Einfluss des Kolonialismus auf die māori-Bevölkerung in ihrem Heimatland auseinander. Ihre Praxis verankert sich im whakapapa, einem māori-Begriff für Genealogie und relationales Wissen, das Individuen mit ihren Vorfahren, der Erde und Traditionen verbindet.

    In der Werkstatt 11 verlängern sie das Thema „Kulturerbe in Gefahr“ über Europa hinaus und öffnen es für globale, postkoloniale Reflexionen. Durch Poesie, Performance und bildnerische Arbeit erforschen sie Lebenszyklen, Trauer, Brüche und Kontinuität. Ihre Präsentation wirft eine fundamentale Frage auf, die auch Kern des Projekts der Werkstatt 11 ist: Wie bewahrt man das, was droht, uns entgleiten zu können?

    ### Fotografie: Erinnerung als Gegenstand der Widerstandskraft

    Parallel zu diesem Blick in das lebendige Atelier antwortet die Ausgabe 2026 auch auf das zweite Jahresthema der Europäischen Tage des Denkmals: „Kulturerbe der Fotografie“, und feiert zugleich den 200. Geburtstag der Erfindung der Fotografie.

    Die Fotografie spielt eine zentrale Rolle darin, wie Erbe gesehen, erinnert und weitergegeben wird. In der Werkstatt 11 wird diese Frage durch die Arbeit der kroatischen Künstlerin SofijaSilvia, einer ehemaligen Atelier-Residentin, erforscht. Ihr Projekt Transmissions (2025) verwandelte das Gebäude in ein eigenständiges fotografisches Subjekt.

    Durch ihren fotografischen Blick zeigt SofijaSilvia die Werkstatt 11 nicht als stummes Monument, sondern als fragiles Lebewesen, dessen Wände dem Zahn der Zeit trotzen und dessen Oberflächen Spuren ganzer Künstlergenerationen tragen. Die Fotografie wird so zu einer Form von Pflege und Bewahrung: ein Mittel, das Verschwinden zu dokumentieren und Sichtbarkeit dem zu geben, was droht zu verblassen.

    Ihre Arbeiten zeichnen die lebendige Erinnerung der Werkstatt anhand ihrer Texturen nach, widerstehen dem Verlust, indem sie den gegenwärtigen, empfindlichen physischen Zustand festhalten, und schlagen zugleich einen transnationalen Dialog zwischen Paris und anderen europäischen sowie internationalen Erinnerungsorten auf.

    Teilnahmebedingungen: Nur nach Terminvereinbarung - Kostenlos | Reservierung erforderlich - program@lairarts.com

    Öffnungszeiten: Freitag, der 18. September 2026 – 10:00 Uhr ⤏ 18:00 Uhr

  • Workshop 11: beleben, Widerstand leisten, neu denken

    Workshop 11: Aufleben, Widerstehen, Neugestalten

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    Workshop 11 öffnet seine Türen anlässlich der Europäischen Heritage-Tage 2026 mit einer Vorstellung, die den diesjährigen Schwerpunkt „Gefährdetes Erbe“ aufnimmt – in einer Zeit, in der Fragen rund ums Erbe, seine Bedeutung, seine Eigentümer und seine Überlebensfähigkeit aktueller denn je sind.

    Im Herzen der historischen Cité Falguière in Montparnasse gelegen, ist das Workshop 11 eines der letzten Künstlerateliers des 19. Jahrhunderts, das noch in einem einst kreativen Viertel betrieben wird. Errichtet 1875 von Künstlern für Künstler, hat es mehr als 150 Jahre ununterbrochene schöpferische Tätigkeit erlebt. Von französischen Bildhauern wie Joseph Bernard und Paul Gauguin bis zu Künstlern der École de Paris wie Modigliani, Soutine, Brancusi und Foujita – das Atelier 11 empfängt weiterhin Generationen von Künstlern aus aller Welt.

    Heute ist es zugleich lebendiges Arbeitszimmer und fragiler Monument. Officially recognized as a site of regional heritage interest in Île-de-France, das Atelier 11 führt derzeit eine Spendenaktion für seine unverzichtbare Restaurierung durch, in Partnerschaft mit der Fondation du Patrimoine.

    19. & 20. September: 14h – 19h

    Workshop 11, Cité Falguière, 75015 Paris

    RSVP

    ### Erhaltung in Aktion: Ein lebendiges Erbe schützen

    Die Teilnahme an den Europäischen Heritage-Tagen 2026 unter dem Leitthema „Gefährdetes Erbe“ hat für das Atelier 11 keine symbolische Bedeutung: Es ist selbst ein bedrohtes Erbe, dessen materielle und immaterielle Vermächtnis gefährdet ist.

    Das Denkmal- und Kulturerbe-Schutzprojekt des Atelier 11 verläuft an der Schnittstelle von drei zentralen Achsen des diesjährigen Themas: aufleben einer fast verschwundenen künstlerischen Linie und der Erinnerung an die École de Paris; widerstehen gegen den Untergang dieses Ortes, indem die Herausforderungen von Urbanisierung und Gentrifizierung beleuchtet werden; und neu denken darüber, wie Erbe durch zeitgenössische Kreativität weitergegeben wird, mit Residenzen für Künstlerinnen und Künstler sowie kollektiven Programmen.

    Das Atelier 11 ist ein Ort im Wandel, an dem Erbe täglich entsteht, sich verwandelt und weitergegeben wird. Die Europäischen Heritage-Tage 2026 laden zu einer Reflexion über den fragile Zustand kulturellen Erbes in einer sich wandelnden Welt ein. Das Atelier 11 verkörpert diese Fragen voll und ganz, da es heute sowohl dem Risiko einer materiellen Vernichtung als auch dem Bruch in der künstlerischen Transmission ausgesetzt ist.

    Durch die Europäische Heritage-Tage laden wir Besucher ein, in diesen Zwischenraum zwischen Vergangenheit und Zukunft, Bewahrung und Transformation, Verschwinden und Neuerfindung einzutauchen. Indem es seine Türen öffnet, reiht sich das Atelier 11 in die weiterführenden Diskussionen dieses jährlichen Treffpunkts ein: Erbe ist nicht nur das, was wir erben, sondern auch das, was wir lebendig halten.

    ### Open Studio: Blickwechsel zum Erbe

    Bei diesem Open Studio empfängt das Atelier 11 die Residenzkunstlerinnen Māhina Bennett und Matariki Bennett, deren Praxis einen starken Dialog zwischen Erbe, Erinnerung und dem Fortbestehen immaterieller Wissenssysteme weltweit eröffnet.

    Māhina und Matariki Bennett sind Māori-Frauen aus Neuseeland. Matariki ist Dichterin und Schriftstellerin, Māhina eine multimediale Künstlerin. Durch ihre Arbeit erforschen sie Identität, Geschlecht, Geschichte und die nachhaltigen Auswirkungen des Kolonialismus auf die Māori in ihrer Heimat. Ihre Praktiken verankern sich im whakapapa, einem Māori-Begriff für Genealogie und relationales Wissen, das Individuen mit Vorfahren, Erde und Traditionen verbindet.

    Im Atelier 11 verlängert ihr Werk das Thema „Gefährdetes Erbe“ über Europa hinaus und öffnet es für globale, postkoloniale Reflexionen. Durch Poesie, Performance und bildnerische Arbeit erforschen sie Lebenszyklen, Trauer, Bruch und Kontinuität. Ihre Präsentation wirft eine zentrale Frage auf, die auch Kern des Atelier-11-Projekts ist: Wie bewahrt man das, was droht, verschwunden zu sein?

    ### Fotografie: Erinnerung als Widerstand

    Parallel zur intensiven Atelier-Experience greift die Ausgabe 2026 auch das zweite Heritage-Thema der Europäischen Tage auf: „Erbe der Fotografie“, und würdigt zugleich den zweihundertsten Jahrestag der Erfindung der Fotografie.

    Die Fotografie spielt eine zentrale Rolle dabei, wie Erbe gesehen, erinnert und weitergegeben wird. Im Atelier 11 wird diese Frage anhand der Arbeit der kroatischen Künstlerin SofijaSilvia erforscht, einer früheren Atelier-Residenz, deren Projekt Transmissions (2025) das Gebäude zu einem eigenständigen fotografischen Subjekt gemacht hat.

    Durch ihren Blick enthüllt SofijaSilvia das Atelier 11 nicht als starrsinniges Monument, sondern als fragiles Lebewesen, dessen Wände vom Lauf der Zeit gezeichnet sind und dessen Oberflächen Spuren Generationen von Künstlern tragen. Die Fotografie wird so zu einer Handlung der Pflege und Bewahrung: eine Methode, das zu dokumentieren, was langsam verschwindet, und sichtbar zu machen, was dem Auslöschen droht.

    Ihre Arbeiten zeichnen die lebendige Erinnerung des Ateliers durch Texturen nach, widerstehen dem Verlust, indem sie seinen aktuellen, zerbrechlichen Zustand festhalten, und entfalten zugleich einen transnationalen Dialog zwischen Paris und anderen europäischen sowie internationalen Erinnerungsorten.

    Teilnahmebedingungen: Kostenlos | Ohne Voranmeldung

    Zeiten: Samstag, 19. September 2026 – 14:00 ⤏ 19:00 | Sonntag, 20. September 2026 – 14:00 ⤏ 19:00

Eine Erfahrung, die Sie nicht verpassen sollten, ein Erbe, das Sie feiern sollten, und eine Geschichte, die Sie fortsetzen sollten. Begeben Sie sich auf diese Reise ins Herz der Pariser Kunst. Ein Geheimtipp, den wir mit tiefem Stolz mit Ihnen teilen.

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Praktische Informationen

Termine und Öffnungszeiten
Von 19. September 2026 bis 20. September 2026

× Unverbindliche Öffnungszeiten: Um die Öffnungszeiten zu bestätigen, wenden Sie sich an die Einrichtung.

    Standort

    Cité Falguière
    75015 Paris 15

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