Der Stoff des Künstlers im Musée Bourdelle: Was verbirgt die Garderobe der größten Designer?

Von Laurent de Sortiraparis · Fotos von My de Sortiraparis · Aktualisiert am 12. September 2026 um 01:11
Die Stoffe des Künstlers, vom 23. September 2026 bis zum 24. Januar 2027 präsentiert, erkundet das Bourdelle-Museum die wenig bekannten Verbindungen zwischen Mode, Soziologie und Kunstgeschichte durch die Garderobe der größten Maler und Bildhauer.

Was verbirgt der Kleiderschrank der größten Designerinnen und Designer? Vom 23. September 2026 bis zum 24. Januar 2027, Musée Bourdelle präsentiert Die Stoffe des Künstlers. Von Rosa Bonheur bis Sonia Delaunay, eine noch nie gezeigte Ausstellung, die den Garderobengipfel, das öffentliche Image und die Inszenierungsstrategien der Kunstpersönlichkeiten vom späten 19. Jahrhundert bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts erforscht. Entstanden aus der außergewöhnlichen Neuentdeckung im Jahr 2020 von Kleidungsstücken von Antoine Bourdelle in den Beständen der Pariser Institution, wirft dieser Parcours einen neuen Blick darauf, was die Textilkleidung über die kreativen Positionen verrät.

Hier überschreitet Kleidung den bloßen Status eines Accessoires oder eines praktischen Details. Ob es sich um eine offiziell bestickte Tracht, um eine Arbeitsbluse, um einen weichen Filzhut eines bohème-Räubers oder um eine volkstümliche Tracht handelt – jedes Stück erzählt eine Biografie, ein soziales Milieu und eine Identitätssuche. Während die Mehrzahl der Maler gegen Ende des 19. Jahrhunderts noch in dunkler, codierter Kleidung posiert, brechen andere mit den Konventionen: Sie zeigen die Atelieratmosphäre, stilisieren die Handarbeit und machen sie zu einem ästhetischen Ideal.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wird die Garderobe zu einem Instrument der Emanzipation und des Experiments. Sie tritt sowohl als politisches Manifest, als Fortsetzung des kreativen Akts als auch als Träger von Identität auf. Einige Designer spielen mit Geschlechterfluidität und Verkleidung, während andere sich von realen oder imaginären Vorbildern inspirieren lassen, um ihre Marginalität zu markieren. Im Laufe der Zeit wird diese maßgeschneiderte Silhouette untrennbar mit dem Namen des Künstlers verbunden und prägt eine Haltung, die der Nachwelt leicht erkennbar bleibt.

In den verschiedenen Bereichen des Museums entfaltet sich der Rundgang rund um mehrere faszinierende Themen:

  • Erben und sich zugehörig fühlen : Codes sozialer Unterscheidung reichen von den Rosetten der Ehrenlegion bis zur brandebourgsverzierte Jacke von Rosa Bonheur und enden beim Akademikeroutfit des etablierten Künstlers.
  • Als Künstler auftreten : Die Entstehung des Mythos vom bohème-Schöpfer in der ausgefransten Jacke, der durch Presse und Zeit-Karikaturen weit verbreitet wurde.
  • Sich schützen und ausleihen : Die Übernahme von Bauernblusen und Arbeiteroutfits, um das Material zu bearbeiten, illustriert insbesondere durch Gustav Klimts emblematische Indigo-Leinenbluse mit Stickereien.
  • Aufbrechen : Kleidungsausflüge in den Bretonischen Folklore (wie die Pont‑Aven‑Maler), in den Orientalismus oder zu mystischen, esoterisch inspirierten Gewändern.

L’étoffe de l’artiste : les habits des artistes se dévoilent au Musée BourdelleL’étoffe de l’artiste : les habits des artistes se dévoilent au Musée BourdelleL’étoffe de l’artiste : les habits des artistes se dévoilent au Musée BourdelleL’étoffe de l’artiste : les habits des artistes se dévoilent au Musée Bourdelle
© Boris Lipnitzki / Roger-Viollet

Die Ausstellung des Musée Bourdelle vereint außergewöhnliche Textilstücke, die in direktem Dialog mit Gemälden, Skulpturen, Fotografien und Grafik arbeiten. Die Garderoben von Léonard Tsuguharu Foujita, Sonia Delaunay, Camille Bernier oder Jacob Meijer de Haan kreuzen die Werke der Epoche und offenbaren Stilstrategien, die teils eigens für die Nachwelt komponiert scheinen.

Am Schnittpunkt von Kunstgeschichte, Soziologie und Mode lädt L’étoffe de l’artiste im Musée Bourdelle dazu ein, die Entstehung der Kreativität durch die Linse des Kleiderschranks zu betrachten – und zu zeigen, dass das öffentliche Bild von Malern und Bildhauern ebenso in den Falten einer Jacke oder Bluse geformt wurde wie auf der Leinwand.

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Praktische Informationen

Termine und Öffnungszeiten
Von 27. September 2026 bis 24. Januar 2027

× Unverbindliche Öffnungszeiten: Um die Öffnungszeiten zu bestätigen, wenden Sie sich an die Einrichtung.

    Standort

    16/18, rue Antoine Bourdelle
    75015 Paris 15

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    Tarife
    Tarif réduit : €10
    Plein tarif : €12

    Offizielle Seite
    www.bourdelle.paris.fr

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