Vom 3. bis 6. September 2026 vereint die Ausstellung FIGURAMA, Pour un retour du réel 21 internationale Künstlerinnen und Künstler der zeitgenössischen figurativen Kunst im Bastille Design Center, in Paris.
Die Ausstellung FIGURAMA vereint 21 internationale Künstlerinnen und Künstler der gegenständlichen Gegenwartskunst unter der Kuratierung von Athina Perrin und Sébastien Jupille: Louis Accard, Colleen Barry, Hollis Dunlap, Frédéric Forest, Fabrice Grimard, Amaya Gurpide, H. Craig Hanna, Sébastien Jupille, Thomas Lapine, Kate Lehman, Roman Lehman Schlaht, Alex Lutz, Rachel Marazano, Edward Minoff, Victor Pierrey, Travis Schlaht, Oleksii Shcherbak, Slava Shults, Jordan Sokol, Helen Ström und Charles Villeneuve.
In einer Zeit, in der Bilderfluten allgegenwärtig sind und der visuelle Fluss das Auge zu überwältigen droht, wird der Akt des Sehens fast schon zu einer politisch engagierten Geste. Wirklich sehen, sich Zeit nehmen für den Blick, eine sinnliche Erfahrung der Welt neu verorten: Aus dieser Perspektive ergibt sich die Ausstellung Figurama, Für eine Rückkehr zur Realität, zu sehen im Bastille Design Center vom 3. bis 6. September 2026, initiiert von Sébastien Jupille, Künstler und Gründer der Ateliers Figura, und Athina Perrin, Kunsthistorikerin und Gründerin der Künstleragentur Cūra.
Sie betont die Notwendigkeit, das Reale ins Zentrum der zeitgenössischen Schöpfung zu rücken – nicht als nostalgisches Erbe, sondern als aktuelle Forderung.
Das Projekt fußt auf einer grundsätzlichen Idee: Die Akademizität ist kein Selbstzweck, sondern eine Stütze. Sie bildet eine lebendige Basis, von der aus jeder Künstler eine eigene, unverwechselbare Vision entfalten kann. Es geht nicht darum, eine starre Vergangenheit zu rehabilitieren, sondern Wissen und Wahrnehmungen wieder zu aktivieren, die in einer Zeit, die oft von Konzepten und Diskursen dominiert wird, in den Hintergrund geraten sind. In diesem Kontext erhält die figürliche Malerei eine zentrale Funktion zurück: Sie dient nicht nur der Abbildung der Welt, sondern ihrer Erfahrung.
Durch das Beobachten schärft sie den Blick neu; durch das Material verleiht sie dem Sichtbaren seine Dichte zurück; durch die Zeit, die sie verlangt, setzt sie eine Art Widerstand gegen die Unmittelbarkeit der digitalen Gegenwart. Das Werk tritt damit zunächst als Gegenwart hervor – visuell, physisch – vor jeder Interpretation.
Dieser Ansatz reiht sich in die Analysen von Aude de Kerros ein, die in ihren Arbeiten das schleichende Verschwinden von Fertigkeiten zugunsten diskursiver und spekulativer Logiken betont. Sie rückt eine dauerhafte Bruchstelle in den Vordergrund: Zwischen einer oft entkörperten institutionellen Kunstpraxis und einer eher zurückhaltenden Praxis, die auf Beherrschung, Vermittlung und die Erfahrung des Realen setzt. Die Ausstellung Figurama fügt sich in diese Spannung ein, indem sie diesen Ansätzen Sichtbarkeit verleiht.
Nichtsdestotrotz ist es kein Blick zurück in die Vergangenheit. In Anlehnung an Jean Clair, dessen Denken eine kritische Strenge mit einem Bewusstsein für zeitgenössische Umbrüche verbindet, offeriert diese Ausstellung vor allem eine Feststellung: Die Epoche sucht nach sinnlichen Orientierungspunkten. Die Rückkehr zur Figur bedeutet keinen Rückzug, sondern eine offene Frage: Wie verändert sich unser Verhältnis zur Welt, wenn das Bild sich von der gelebten Erfahrung löst?
Die versammelten Künstler – H. Craig Hanna, Travis Schlaht, Kate Lehman, Colleen Barry, Victor Pierrey, Slava Shults, Helen Ström, Alex Lutz sowie Frédéric Forest und Sébastien Jupille, unter anderem – teilen ein gemeinsames Anliegen: eine anspruchsvolle Praxis, die auf Beobachtung, Kenntnis und direkter Erfahrung beruht. Ihre Werke zeigen trotz ihrer Vielfalt dieselbe Aufmerksamkeit für das Wirkliche und denselben Wunsch, zu einer gelebten Malererfahrung zurückzukehren.
Figurama überschreitet damit den engen Rahmen der Figuration und bietet eine Form der Versöhnung: zwischen Tradition und Gegenwart, zwischen Technik und Freiheit, zwischen Blick und Denken. Im Geiste der von Gustave Courbet beschriebenen Ateliers rückt die Ausstellung eine internationale Künstlergemeinschaft ins Rampenlicht, für die die Weitergabe von Wissen ein Hebel zur Emanzipation ist – und nicht Zwang.
In einer oft fragmentierten Kunstlandschaft behauptet Figurama eine Kontinuität – nicht die eines Stils, sondern die einer Anforderung: sehen, verstehen, können.
Hinsehen wird hier zu einer Handlung.
Und vielleicht schon zu einer Form des Widerstands.
Freitag, 4. September, 17–19 Uhr: Begegnung und Signierstunde mit dem Autor Michel Bernard
Samstag, 5. September, 17–19 Uhr: Eröffnung und Signierstunde des neuen Buches des Künstlers Frédéric Forest, "Somewhere in New York City".
Sonntag, 6. September, 16–18 Uhr: Künstlerische Gespräche mit Louis Accard, Frédéric Forest, Sébastien Jupille, Kate Lehman, Victor Pierrey, Travis Schlaht und Helen Ström u. a.
Sonntag, 6. September, 18–21 Uhr: Abschlussgetränk – öffentlich zugänglich.
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Termine und Öffnungszeiten
Von 4. September 2026 bis 6. September 2026
Standort
Bastille Design Center
74 boulevard Richard Lenoir
75011 Paris 11
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Zugang
Metro 9 Saint-Ambroise oder Metro 5 Richard Lenoir
Tarife
Kostenlos
Instagram-Seite
@figurama.paris















