Und wenn Geister den Weg zur Abstraktion ebneten? Das Grand Palais widmet in Frankreich eine neue Ausstellung zu Hilma af Klint, einer visionären schwedischen Künstlerin und einer großen Figur der Abstraktion, vom 6. Mai bis 30. August 2026. Geboren 1862, entwickelt sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine malerische Sprache, die auf geometrischen Formen, kräftigen Farben und organischen Motiven beruht — zu einer Zeit, in der die Kunstgeschichte die Entstehung der Abstraktion noch mit Kandinsky oder Malevitch verbindet. Durch diese Ausstellung lädt ihr mystisches Werk, genährt von Spiritismus, Okkultem und der Suche nach einer unsichtbaren Welt, dazu ein, Hilma af Klints Platz in der Geschichte der modernen Kunst neu zu überdenken.
Eine Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem Centre Pompidou entstanden ist und erstmals in Frankreich die Werke des Künstlers präsentiert, darunter die komplette Serie der Tempel-Gemälde (1906–1915). Dieses mystische und monumentale Zyklus umfasst 193 Werke, darunter die berühmte Serie der Ten Biggest – beeindruckende Formate mit esoterischer Symbolik. Ein bedeutendes Ereignis für alle, die sich für die Ursprünge der Abstraktion interessieren, sowie für die Verbindungen zwischen Kunst, Spiritualität und Okkultwissenschaften.
Ausgebildet an der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Stockholm, führte die Künstlerin ein zweigleisiges künstlerisches Leben: Einerseits eine akademische Produktion mit figürlichen Akzenten, andererseits eine geheime, radikal neue Schöpfung. Beeinflusst vom Spiritismus, der Theosophie und ihren medialen Erfahrungen in einer Frauengruppe namens De Fem (bestehend aus fünf Künstlerinnen, nämlich Hilma af Klint, Sigrid Herman, Anna Cassel, Cornelia Cederberg und Mathilda Nilsson), erfindet sie eine bildnerische Sprache, um die kosmischen und unsichtbaren Kräfte zu übersetzen, die sie inspiriert. Spiralen, Kreise, Lichtbündel formen einen einzigartigen visuellen Wortschatz, fernab der Kanons ihrer Zeit.
Dieses Gespräch zwischen Wissenschaft, Glauben und Kunst spürt man in jedem ausgestellten Werk, getragen von einer utopischen Seele, die über den rein künstlerischen Rahmen hinausreicht. In einem scenografisch gestalteten Raum, der die vibrierende Kraft seiner Werke erlebbar macht, durchqueren die Besucher einen immersiven Parcours, geprägt von den Nachhall eines metaphysischen und universellen Suchens. Dabei ist diese Schau keineswegs nur ein historischer Rückblick, sondern lädt dazu ein, eine moderne Reflexion über die Rolle der Frauen in der Kunstgeschichte zu wagen — einer Rolle, die lange Zeit verdrängt oder ignoriert wurde.
Unsere Rückkehr von der Hilma af Klint-Ausstellung im Grand Palais:
Eine Ausstellung, die wir bereits vor der Eröffnung sehen konnten. Am Eingang des Grand Palais geht es Richtung Saal 8 ganz nach hinten, um den Ausstellungszugang zu finden (ja, man muss wirklich durch alles hindurch). Die Ausstellung beginnt in einem kleinen runden Raum, der die ersten spirituellen Arbeiten der Künstlerin zeigt – Bleistiftzeichnungen auf Papier, mit einem Textkarton, der das Werk über „die Gruppe der fünf médiumischen Praktiken“ erläutert. Hier handelt es sich nicht um eine Retrospektive, sondern um den Fokus auf ihren großen Zyklus der Tempelmalereien, ein zentrales Werk der Künstlerin, das selten an einem Ort zusammenkommt.
Unsere Empfehlungen:
Die Räume sind großzügig und gut gestaltet... Es gibt genügend Platz, um sich zu bewegen und die Werke zu genießen. Auf der zweiten Etage sollte man allerdings darauf achten, zunächst links zu beginnen, sich dann nicht zu sehr verfangen und anschließend nach rechts zu wechseln, um chronologisch der Entstehung ihres großen Zyklus zu folgen.
Eine Schöpfung, der wir folglich Schritt für Schritt folgen – von der ersten Halle über die Praktiken des Spiritismus bis hin zum Psychographen, der Entwurf jeder Werksserie, inspiriert von höheren, übernatürlichen Wesen. Jede Serie, chronologisch präsentiert, folgt zudem einem narrativen Muster der Transzendenz des Körpers.
Die Ausstellung eröffnet in einem Raum mit empfindlichen Werken, licht- und temperaturempfindlich. Man sollte sich einen Pullover mitnehmen. Und sie schließt zugleich mit einem Retabel, das die Gesamtheit ihres Schaffens auf geradezu summarize Art zusammenfasst. So rundet man den Kreis!




Seit langem kaum beachtet, erlebt Hilma af Klint seit den 1980er Jahren eine weltweite Wiederentdeckung. Das verdankt sie unter anderem Ausstellungen wie The Spiritual in Art in Los Angeles im Jahr 1986 oder, in jüngerer Zeit, Elles machen die Abstraktion im Centre Pompidou. Die Ausstellung im Grand Palais ist Teil dieser Bewegung zur Wiedereinführung weiblicher Künstlerinnen und zeigt deren entscheidende Rolle bei der Entstehung der großen künstlerischen Strömungen des 20. Jahrhunderts.
Durch diese Beleuchtung wird eine umfassende Neubewertung der vorherrschenden Erzählungen in der Kunstgeschichte angeregt, die neue Perspektiven auf das Verständnis der Moderne eröffnet. Diese Ausstellung stellt somit einen entscheidenden Meilenstein dar für all jene, die die Vielfalt künstlerischer Stimmen und die Art und Weise, wie einige Persönlichkeiten von den Rändern aus unseren Blick auf die Welt verändert haben, erkunden möchten. Eine Ausstellung, die man nicht verpassen sollte!
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Termine und Öffnungszeiten
Von 6. Mai 2026 bis 30. August 2026
Standort
Großer Palast
3 Avenue du Général Eisenhower
75008 Paris 8
Zugang
M° Champs-Elysées Clemenceau
Tarife
Tarif réduit : €12
Plein tarif : €15
Offizielle Seite
www.grandpalais.fr
Weitere Informationen
Geöffnet von Dienstag bis Sonntag, von 9:30 bis 20:00 Uhr, mit verlängerten Abendstunden am Freitag bis 22:30 Uhr.



























