Zwischen der Nuit Blanche, dem Rendez-vous aux Jardins oder der Fête de la Musique, steht der Pariser Kulturkalender im Juni ganz im Zeichen vielseitiger Events. Mitten im Monat lockt ein fesselnder Termin zu wunderbaren, ungewöhnlichen Entdeckungen: Die Europäischen Archäologietage. Ziel ist es, der breiten Öffentlichkeit – Jung und Alt – Einblicke in Forschungsabläufe, archäologische Methoden und die Spuren vergangener Gesellschaften zu geben. Die neue Ausgabe erwartet uns am Wochenende vom 12. bis 14. Juni 2026 und sowohl in Paris als auch in Île-de-France hält sie wieder reizvolle ungewöhnliche Ausflugsziele bereit!
In der Île-de-France-Region warten teils wenig bekannte oder eher intime Orte darauf, bei diesem Event mitzumachen, und präsentieren vielfältige Programme, die Sie in die Rolle von Geschichts-Erkundern schlüpfen lassen. Für die neue Ausgabe lädt im Herzen von Paris das Collège de France dazu ein! Diese ikonische Institution im Quartier Latin durchläuft fünf Jahrhunderte Geschichte: Ein Ort, der Forschung und Lehre der Welt öffnet. Ein vielversprechender Rahmen also für ein spielerisch-archäologisches Wochenende.
Die Entdeckung der Vorgeschichte übt eine außerordentliche Faszination aus: Bereits im 19. Jahrhundert ziehen Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Künstlerinnen, Künstler mit derselben Begeisterung eine rätselhafte Epoche an sich, die sie mitgestalten – ebenso definieren wie erfinden.
In dieser kostenlosen Ausstellung, die sich an alle Publikumsschichten richtet, entdeckt man einzigartige Stücke aus der paläolithischen Kunst, lebensgroße Reproduktionen der Höhlenmalereien von Abbe Breuil und Rekonstruktionen fossiler Menschen, die die Geschichte der Disziplin geprägt haben. Doch jenseits dieser Entdeckungen erzählt die Ausstellung auch von der gesellschaftlichen Bauweise der prähistorischen Forschung. Wer sind ihre Erfinderinnen und Erfinder? Welche Debatten, welche Widerstände haben diese Wissenschaft formgeprägt? Fotos von Grabungen, gedruckte Werke, Stammbäume der menschlichen Evolution, Fernseh-Dokumente zeugen von einer sich ständig wandelnden Disziplin, in der jede Generation die Dogmen ihrer Vorgänger transformiert hat.
Über die Wissenschaft hinaus rückt die Ausstellung in den Blick, wie die Vorgeschichte unseren kollektiven Fantasien Nahrung gibt. Von Paul Jamins monumentalem akademischen Kunstkanon des 19. Jahrhunderts bis zur ikonischen Silhouette von Raquel Welch in „Eine Million Jahre vor Christus“ inspiriert sie unzählige künstlerische Strömungen, deren Ikonografie sich unaufhörlich in die Popkultur einschmiegt. Jeder wird so eine vertraute Prähistorie-Referenz finden: vom Film Die Feuerkriege der Menschheit bis Warum ich meinen Vater verschlang oder von Charlie Chaplin bis Rahan.
Denn die Vorgeschichte ist nicht nur eine ferne Vergangenheit, die Forscher zu rekonstruieren versuchen: Sie ist ein Spiegel der Mentalitäten, ein Experimentierfeld, auf dem Träume und Ideologien frei walten, wo jede Epoche ihre eigenen Fragen zur Natur des Menschen projiziert hat. Diese Ausstellung lädt dazu ein, diese Bilder, sei es übernommen oder imaginiert, mit dem Wissensstand der Forschung zu konfrontieren, der heute die Diversität fossiler Arten würdigt und ihre Entwicklung zu rekonstruieren versucht.
Eine Reise an der Schnittstelle von Wissenschaft und Fantasie, um herauszufinden, was die Vorgeschichte uns tatsächlich über uns selbst gestern, heute und morgen erzählt…
Termine und Öffnungszeiten
Von 12. Juni 2026 bis 14. Juni 2026
Standort
College of France
11 Place Marcelin Berthelot
75005 Paris 5
Zugang
Metro Maubert-Mutualité (Linie 10), Odéon (Linie 4 und 10)















