Wenn Sie dieLinie 13 der Pariser Métro nehmen, ist Ihnen sicher diese Station mit ihrem eigenwilligen Charme aufgefallen. Mit ihren Keramikfresken en céramique und den Gleisen, die einander den Rücken zuwenden, ist die Station Liège eine kleine historische und architektonische Kuriosität. Doch wussten Sie, dass sie einst „Berlin“ hieß?
Eröffnet wurde die Station im Jahr 1911 und trug anfangs den Namen Berlin, eine Hommage an die deutsche Hauptstadt (Europa-Viertel, versteht sich). Doch als der Erster Weltkrieg 1914 ausbrach, war es unvorstellbar, den Namen des Feindes zu tragen. Am 2. August schließt die Station ihre Türen. Bei ihrer Wiedereröffnung einige Monate später wird sie in Liège umbenannt, um den heldenhaften Widerstand der belgischen Stadt gegen die deutsche Invasion zu feiern. Eine Namensänderung, die zu jener Zeit nicht unbeachtet blieb!
Das auffälligste Merkmal beim Hinabsteigen ist: Die beiden Bahnsteige stehen nicht einander gegenüber. Wenn Sie auf die Metro in Richtung Süden warten, sehen Sie nicht die Wartenden in Richtung Norden. Der Grund ist rein technischer Natur: Die Rue d'Amsterdam, unter der sich die Station befindet, war zu eng, um zwei Bahnsteige gegenüberliegend nach dem klassischen Schema zu bauen. Die Ingenieure des "Nord-Sud" (dem ehemaligen Betreiber) mussten daher die beiden Haltestellen verschieben. Es gehört zu den zwei einzigen Pariser Stationen, die so funktionieren, neben Commerce auf der Linie 8.
Der wahre Schatz der Station sind ihre 18 Fresken aus Keramik von Welkenraedt. Installiert wurden sie 1982 im Rahmen eines kulturellen Austauschs zwischen Frankreich und Belgien; sie stellen Landschaften und Wahrzeichen der Provinz Lüttich dar: das Schloss Jehay, der Perron oder auch die Rennstrecke Spa-Francorchamps. Die Fresken sind am Bahnsteig in Richtung Süden in Blau-Tönen gehalten und am Bahnsteig in Richtung Norden in Farben. Man muss also in beide Richtungen reisen, um das gesamte Spektrum zu erfassen!
Über lange Zeit war Liège die faulste Station von Paris. Von Ende des Zweiten Weltkriegs bis 2006 schloss sie jeden Abend nach 20:00 Uhr, ebenso sonntags und an Feiertagen, aus Kostengründen! Es bedurfte einer Unterschriftenaktion der Anwohner und einer großen Mobilisierung, damit sie endlich die regulären Betriebszeiten der RATP einführte.
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