Wann und wie kann man das Hôtel de Matignon, die Residenz des Premierministers in Paris, besichtigen?

Von Rizhlaine de Sortiraparis · Fotos von Cécile de Sortiraparis · Aktualisiert am 15. Juli 2026 um 20:37
Hinter dem imposanten Tor an der Rue de Varenne wirkt das Hôtel de Matignon völlig unerreichbar. Dennoch öffnet die offizielle Residenz des Premierministers gelegentlich ihre Salons, Büros und den riesigen Garten der Öffentlichkeit. Hier erfahren Sie, wann und wie Sie versuchen können, hineinzukommen.

Was mag sich hinter dem bewachten Portal des 57, rue de Varenne im 7. Arrondissement von Paris verbergen? Das Hôtel de Matignon besichtigen, das Bureau du Premier ministre entdecken, seine offiziellen Salons durchstreifen oder im privaten Garten spazieren gehen — diese Vorstellung scheint fast unmöglich. Man muss zugeben, Matignon ist zugleich Machthaus, Arbeitsstätte und offizielle Residenz des Regierungschefs. Dennoch öffnen sich seine Türen der Öffentlichkeit bei einigen wenigen, außergewöhnlichen Anlässen. Vorausgesetzt, man kennt die richtigen Termine … und meldet sich nicht zu spät an.

Visuel Journées du Patrimoine/Matrimoine - Hôtel de MatignonVisuel Journées du Patrimoine/Matrimoine - Hôtel de MatignonVisuel Journées du Patrimoine/Matrimoine - Hôtel de MatignonVisuel Journées du Patrimoine/Matrimoine - Hôtel de Matignon

Das Hôtel de Matignon funktioniert nicht wie ein Museum. Es ist daher nicht möglich, einfach vor dem Tor aufzutauchen und höflich darum zu bitten, das Büro des Premierministers zwischen zwei Regierungsterminen zu besichtigen. Die breite Öffentlichkeit hat dennoch zwei privilegierte Gelegenheiten, die Räumlichkeiten kennenzulernen: die Europäischen Tage des Denkmals, typischerweise im September veranstaltet, und die Gartentage, im Frühjahr vorgesehen.

Die Europäischen Tage des Denkmals sind in der Regel der beste Weg, um ins Hôtel de Matignon hineinzukommen. Bei diesem außergewöhnlichen Öffnungstag kann der Rundgang den Ehrenhof, die Ehrenstiege, die Empfangssäle, den Sitzungssaal des Ministerrates und sogar das Büro des Premierministers offenbaren. Der Rundgang führt meist weiter in den Garten, eine der eindrucksvollsten privaten Grünanlagen der Hauptstadt.

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Der Zugang ist kostenlos, doch in der Regel ist eine vorherige Online-Reservierung erforderlich. Die Tickets sind personalisiert und je nach Verfügbarkeit erhältlich: Die Zeitfenster können rasch vergriffen sein. Da Datum und genaue Modalitäten jedes Jahr variieren können, empfiehlt es sich, regelmäßig nach Updates zu schauen – wir halten Sie in diesem Artikel auf dem Laufenden.

Am Eingang kann ein Ausweis verlangt werden, der mit dem bei der Reservierung angegebenen Namen übereinstimmt. Zudem ist mit einer Sicherheitskontrolle zu rechnen, und sperrige Gepäckstücke sollten vermieden werden.

Der Garten kann im Rahmen der landesweiten Veranstaltung Rendez-vous aux jardins geöffnet werden, eine nationale Veranstaltung, die üblicherweise im Frühjahr stattfindet. Diese Öffnung gewährt jedoch nicht zwingend Zugang zu den Salons des Hotels. Sie bleibt dennoch eine eher idyllische Gelegenheit, das Gelände zu betreten und eine Kulisse zu entdecken, die normalerweise für Versammlungen, Repräsentationen und sehr offizielle Spaziergänge reserviert ist. Der Garten beherbergt zudem eine amüsante politische Tradition: Seit den späten 1970er-Jahren pflanzt dort nahezu jeder Premierminister einen Baum.

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Ein Pariser Palais, das in die Hände von Talleyrand und Napoleon fiel

Bevor der Regierungschef dort empfangen wird, hat Matignon eine ausgesprochen bewegte Geschichte durchlaufen. Das Gebäude diente unter anderem als Pariser Residenz der Fürsten von Monaco. Danach wurde es 1808 von Talleyrand erworben, bevor es in die Hände Napoleons I. überging. Es beherbergte auch die Botschaft Österreich-Ungarns von 1889 bis 1914. Schließlich erwarb es der französische Staat und setzte es ab 1935 offiziell als Amtssitz des Regierungschefs ein. Diese Vergangenheit erklärt den Reichtum seiner Dekorationen und den zugleich theatralischen Charakter seiner Salons. Matignon ist nicht nur eine politische Adresse: Es ist auch ein dreihundert Jahre altes Stadtpalais.

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