Der Passage de l'Ancre, ein überdachter Durchgang, der von besonders üppigem Grün geprägt ist.

Von Manon de Sortiraparis · Aktualisiert am 27. August 2026 um 00:36
Eingebettet im 3. Arrondissement ist der Passage de l’Ancre eine enge gepflasterte Gasse, gesäumt von farbigen Fassaden und grünem Bewuchs. Diese Privatstraße, deren Geschichte bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht, soll außerdem die ersten Pariser Fiaker beherbergt haben, lange bevor Taxis die Straßen der Hauptstadt erreichten.

Der Passage de l’Ancre unterscheidet sich von den überdachten Galerien des 19. Jahrhunderts durch seine Schlichtheit. Diese offene Strecke, etwa 68 Meter lang und nur 2,50 Meter Breite, schlängelt sich zwischen der Nr. 221 Rue Saint-Martin und der Nr. 30 Rue de Turbigo im 3. Arrondissement.

Dort reihen sich kleine Fassaden, Werkstätten und farbige Ladenfronten in einem décor très végétalisé. Zur kurzen Geschichte: Ihre Ursprünge liegen deutlich vor jenen der berühmten Passagen Vivienne und Jouffroy, da ihre Präsenz schon im 17. Jahrhundert nachweisbar ist! Übrigens, bevor es Passage de l'Ancre wurde, soll der Ort den Namen Passage du Puits getragen haben, gefolgt von Passage de l'Ancre Royale.

Diese Bezeichnung stammt angeblich von einer Herberge, Au Grand Saint-Pierre, die durch ein Schild mit einem Anker markiert war. Während der Französischen Revolution verschwindet logischerweise der Bezug zum Königtum, und zwischen 1792 und 1805 wird die Straße fortan zum Passage de l'Ancre Nationale.

Der Durchgang nimmt auch eine erstaunliche Rolle in der Geschichte des pariser Transportmittels ein. Um 1637-1640 soll Nicolas Sauvage, Faktore der Meister der Kutschen von Amiens, in dem Hof der Herberge rund zwanzig zur Miete stehende Kutschen aufgestellt haben. Die Kunden konnten gegen Zahlung eines Betrags eine mit Pferden bespannte Kutsche nutzen, eine Form, die als einer der Vorläufer des Taxis gilt!

Zu dieser Zeit war der Durchgang weiter gestrickt als heute und Teil eines Netzes kleiner Wege, zu dem insbesondere das Passage du Bourg-l'Abbé gehörte, das sich jenseits der Avenue befand und den Verkehr zwischen den Straßen Saint-Martin und Saint-Denis ermöglichte. Doch die Eröffnung des Boulevard de Sébastopol im Jahr 1854 wirkte sich gravierend auf diese Struktur aus und zerschnitt ihren Verlauf.

Die Geschichte des Passage de l'Ancre weist ebenfalls eine deutlich dunklere Seite auf. Während des Zweiten Weltkriegs wurden mehrere jüdische Einwohner des Passage infolge der Vel' d'Hiv-Razzia im Juli 1942 deportiert.

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Praktische Informationen

Standort

Passage de l'Ancre
75003 Paris 3

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