Der Passage Bourg-l'Abbé, ein überdachter Durchgang, der dem Wandel Paris' entging

Von Manon de Sortiraparis · Aktualisiert am 26. August 2026 um 22:02
Nur wenige Schritte vom Passage du Grand-Cerf entfernt, rückt der Passage du Bourg-l’Abbé in den Hintergrund. Diese überdachte Galerie im 2. Arrondissement von Paris, 1828 erbaut, misst nur noch 47 Meter Länge. Hinter seinem monumentalen Eingang verbergen sich dennoch ein Glasdach, historische Dekors und zwei imposante Karyatiden, die mit Symbolen versehen sind.

Der Passage du Bourg-l'Abbé verbindet heute den 120 Rue Saint-Denis mit der 3 Rue de Palestro; er wurde 1828 von dem Architekten Auguste Lusson erbaut, zu einer Zeit, in der sich solche Geschäftsgalerien in der Hauptstadt häufen. Seine Lage ist keineswegs zufällig: Er liegt zwischen dem Passage du Grand-Cerf und dem Passage de l'Ancre und trägt zu einem Netz von Durchgängen bei, das es ermöglicht, das Viertel bei Regen und dem Trubel der Straßen geschützt zu durchqueren.

Der Passage, den man heute durchschreitet, besitzt allerdings nicht mehr seine ursprünglichen Ausmaße. Die großen Pariser Bauvorhaben des 19. Jahrhunderts verändern das Viertel grundlegend: Mit dem Durchstich des Boulevard de Sébastopol und der Anlage neuer Verkehrsachsen wird das Gebiet neu geordnet. Der Passage du Bourg-l'Abbé wird dadurch um mehrere Meter verkürzt. Er misst nun nur noch rund 47 Meter Länge bei etwa 3 Metern Breite, eine zurückhaltende Proportion, die seinen intimen Charakter betont. Seine Struktur bewahrt eine leicht gebogene Glasüberdachung und Fassaden, deren Rhythmus sich durch die im Erdgeschoss angesiedelten Läden sowie die älteren Wohnungen im Zwischengeschoss auszeichnet.

Vor allem zur Rue de Palestro hin sollte man den Blick heften. Der Eingang, neu errichtet von Henri Blondel, dem Architekten unter anderem der Börse für Handel, wird von zwei großen Karyatiden eingerahmt, die von Aimé Millet geschaffen wurden. Sie dienen nicht nur der Verschönerung: Die eine stellt die Industrie dar, begleitet von Maschinenteilen, während die andere den Handel symbolisiert, erkennbar an ihrem Anker, der auf die Seefracht verweist. Zwischen ihnen erscheint auf dem Schlussstein eine skulptierte Bienenwabenkante, ein weiteres Symbol für Arbeit und wirtschaftliche Aktivität.

Der Durchgang hat Jahrzehnte überdauert, wenn auch nicht ohne Blessuren. Nachdem er teils von einem Feuer getroffen worden war, erhielt er eine Restaurierung, die unter anderem die Wiederherstellung seiner Friesen, seiner Malereien und seiner Spiegel sowie die Farbgebung seiner Dekorationen ermöglichte. Sein heutiges Erscheinungsbild bleibt jedoch deutlich schlichter als das der Galerie Vivienne oder der Galerie Véro-Dodat.

Heute ist der Passage du Bourg-l'Abbé nach wie vor eine private, der Öffentlichkeit zugängliche Passage und beherbergt einige Geschäfte und Ateliers. Sein Boden, sein Glasdach, die darunterliegenden Innenfassaden sowie die straßenseitigen Fassaden stehen seit dem 21. Januar 1991 unter dem Titel der Monuments historiques.

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Praktische Informationen

Standort

120 Rue Saint Denis
75002 Paris 2

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