Es sollte das Konzert sein, das die danteske Tour von Iron Maiden „Run For Your Lives“ repräsentieren würde, eine Hommage an 50 Jahre Bandgeschichte des von Bassist und Komponist Steve Harris geformten Teams. Gestartet am 25. Mai 2025 in Budapest, Ungarn, soll diese eindrucksvolle Tour der britischen Gruppe am 25. November in Japan ihren Abschluss finden.
Nach bereits zwei Konzerten, die im Juli 2025 in der Paris La Défense Arena stattfanden, hatte sich Iron Maiden entschlossen, in die Hauptstadt zurückzukehren und erneut die größte Indoor-Halle Europas zu bespielen – am Montag, dem 22. Juni 2026, für ein etwas besonderes Konzert. Und der Grund dafür ist eindeutig: Dieses eine Datum in der Hauptstadt wurde filmisch festgehalten. « Wir haben uns für ein überdachtes Stadion entschieden, um das Beste aus der Produktion und einem fantastischen Publikum zu genießen, wie Paris es für uns immer war », schrieb die Band in einem Beitrag, der am 18. September letzten Jahres in den sozialen Netzwerken veröffentlicht wurde. Zu diesem Anlass waren die Telefone in der Frontbühne übrigens verboten.
Die Fans aus allen Ecken Europas waren daher besonders begeistert, dieses einzigartige Spektakel mitzuerleben. Nach einem Auftritt der schwedischen Gruppe Evergrey begann um 20:50 Uhr das Konzert von Iron Maiden, wie angekündigt. Animierte Bilder flimmerten auf die Großbildschirme und entführten uns von den Straßen Londons nach Paris, inklusive der berühmten Tour Eiffel. Iron Maiden stürmten die Bühne der Paris La Défense Arena und wurden von den überschwänglichen Rufen des Publikums empfangen. Wie im Vorjahr entschieden sie sich, ihr Set mit „Murders in the Rue Morgue“ zu eröffnen. Darauf folgten „Wrathchild“ und der berühmte „Killers“. Die Fans brachen vor Freude aus, als auf der Bühne ein gigantischer Eddie mit einer Axt in der Hand erschien.
Die Band, an diesem Montagabend in bester Verfassung, fährt fort mit «Phantom of the Opera», gefolgt vom donnernden «The Number of the Beast», veredelt durch einige Pyroeffekte. Während die Setlist bislang identisch mit der des Vorjahres war, sorgt Iron Maiden für eine Überraschung, indem sie "Infinite Dreams" interpretieren, das auch am Hellfest am 19. Juni gespielt wurde.
Nach dem die Fans mit dem Unverzichtbaren "Powerslave" mitgerissen wurden, beginnt Iron Maiden seinen Hit "2 Minutes to Midnight". Leider wird die Band dieses Stück nie zu Ende spielen. Obwohl das Konzert noch nicht einmal eine Stunde läuft, stürzt eine allgemeine Stromausfall den Saal in völlige Dunkelheit. Pfiffe hallen auf, während sich die Fans in völliger Verwirrung befinden. Nach etwa 10 Minuten gehen die Service-Lichter der Halle wieder an, doch die Bühne bleibt im dunkelsten Dunkel. Kein Ton, kein Licht und kein Video. Una Stimme ertönt und meldet, dass derzeit eine Stromunterbrechung den Stadtteil betreffe und die Ursache vorerst unbekannt bleibe. Doch einige Zuschauer sprechen rasch von der Hitze- bzw. Canicule-Phase und der drückenden Wärme. Während einige Fans sich fassungslos ansehen, nutzen andere die Pause, um sich zu hydratisieren. Wieder andere verlassen den Saal, da sie nicht wissen, wie lange die Stromunterbrechung dauern wird.
Schlussendlich mussten eine Stunde lang warten, bis das Konzert wieder aufgenommen wurde. Die Stimmung war entsprechend deutlich abgeflacht. Bruce Dickinson hatte die heikle Aufgabe, den Fans mitzuteilen, dass das Konzert wegen der geltenden Sperrstunde um 23:30 Uhr enden wird. Und der Sänger von Iron Maiden wirkt sichtlich aufgebracht und lässt deutlich erkennen, dass er die Halle in Bercy bevorzugt.
Aber dafür braucht es deutlich mehr, um die Briten abzuschrecken. Fest entschlossen, die Show zu beenden, führt Iron Maiden mit weiteren Markenkrachern aus ihrer reichen Diskografie fort, wie Rime of the Ancient Mariner, gefolgt vom unersetzlichen Run to the Hills, das vom Publikum im Chor mitgesungen wird und offenbar seine Wut sowie den Wunsch, diesen Moment gemeinsam mit Iron Maiden zu erleben, wiedergefunden hat. Eine echte Energiesäule, Bruce Dickinson rast von einer Bühnenkante zur anderen. Auf seiner Seite scheut Steve Harris nicht davor zurück, das Publikum mit seinem Bass anzuspornen, während Janick Gers am Verstärker einige Dehnübungen macht und kurze, flinke Schritte anschließt.
Im Anschluss folgt Seventh Son of a Seventh Son, gefolgt von The Trooper, ein Comeback von Eddie auf der Bühne, dieses Mal in der berühmten roten Uniform der britischen Armee. Zeitgleich schwenkt Bruce Dickinson zuerst die englische Fahne, dann die französische, während das Publikum in stürmischer Begeisterung mitfeiert.
Es ist fast 23:30 Uhr, der schicksalhafte Moment, doch Iron Maiden setzt sein Set mit großem Professionalismus fort. Place désormais à « Hallowed Be Thy Name », in dem man Bruce Dickinson in einem Käfig gefangen und zum Tode verurteilt wiederfindet. Es ist schließlich mit dem Song "Iron Maiden", dass Steve Harris, Dave Murray, Adrian Smith, Bruce Dickinson, Janick Gers und Simon Dawson beschließen, dieses ganz besondere Show zu beenden, das zweifellos in die Geschichte der Band eingehen wird.
Leider konnte die britische Band Iron Maiden ihren Fans nicht alle drei Zugaben spielen, nämlich "Aces High", "Fear of the Dark" und "Wasted Years". Trotz dieser enormen Frustration und eines bitteren Endes lieferte Iron Maiden ein extrem dynamisches und sorgfältig inszeniertes Set, das zahlreiche ihrer legendären Klassiker ehrte. Nicht zu vergessen ist die Geduld und Großzügigkeit der Iron Maiden-Fans, die an diesem Montagabend in der Paris La Défense Arena besonders mitgerissen waren.
Murders in the Rue Morgue
Wrathchild
Killers
Phantom of the Opera
The Number of the Beast
Infinite Dreams
Powerslave
2 Minutes to Midnight (Wurde aufgrund eines Stromausfalls nicht vollständig gespielt)
Rime of the Ancient Mariner
Run to the Hills
Seventh Son of a Seventh Son
The Trooper
Hallowed Be Thy Name
Iron Maiden
Standort
Paris La Défense Arena
99 Jardin de l'Arche
92000 Nanterre



















