Man musste schnell sein, um eine der von Radio France angebotenen Einladungen zu ergattern, um dieses exklusive Konzert von Agnes Obel zu besuchen. Bei Öffnung des Kartenverkaufs am vergangenen Donnerstag, dem 10. September, waren die Plätze in nur wenigen Minuten vergriffen. Man muss sagen, dass Agnes Obel zu den führenden Künstlerinnen gehört, die aus der aus der Neo-Klassik-Szeneund dem Kammerpop.
Seit nun 16 Jahren fesselt diese Sängerin dänischer Herkunft, die in Berlin lebt, mit ihrem zarten, melancholischen und kinogängigen Universum. Nachdem sie bereits vier Studioalben veröffentlicht hat, kehrt Agnes Obel uns am Freitag, dem 18. September 2026, mit einem neuen, fünften Album zurück. Unter dem Titel "The Meaning of Flowers" erweitert das Album Obels einzigartige Klangwelt und präsentiert zwölf Stücke, darunter die überaus schöne Single "Laymelli". Mit diesem neuen Werk, das von der Mutterschaftserfahrung genährt wird, schenkt die Sängerin und Musikerin uns eine neue Reise, an der Schnittstelle von Klassik, Kammer-Pop und Experimentierfreude.
Während der Künstler seine neue Europatournee im Herbst 2027 startet, war Agnes Obel am 17. September 2026 in der Hauptstadt für ein öffentliches Konzert, das live auf France Inter übertragen wurde. Die Gelegenheit, exklusiv einige neue Stücke live zu hören. Wir hatten das Glück, diese Show mitzuerleben – und berichten davon.
50 Minuten lang verzaubert Agnes Obel uns im intimen, nüchternen Rahmen des Studio 104 von Radio France mit neuen Kompositionen. Für dieses exklusive Konzert wählte die dänische Sängerin und Musikerin gleich fünf neue Stücke. Den Auftakt des Sets bildet die wunderschöne Single "Laymelli". Stehend vor ihren Tasten fasziniert Obel das Publikum rasch mit ihrer absichtlich verfremdeten Stimme, die durch digitale Bearbeitung entsteht. Wie sie es bereits bei dem Song «Familiar» tat, entfaltet die Künstlerin eine tiefe, resonante Männerstimme, die am Ende des Liedes zu einem verstörenden, aber fesselnden Duett mit sich selbst führt.
Agnes Obel setzt sich danach an den Flügel, um das wunderschöne "Run Cried The Crawling" zu interpretieren, einen Auszug aus dem Album "Aventine", bevor sie mit neuen Stücken fortfährt, darunter "Faustian Deal", "Gemini" oder auch "Never Been". Stücke, die heller klingen und sich von den düsteren Atmosphären ihrer früheren Werke entfernen.
Von einer sehr zurückhaltenden Natur und dem Vorzug der Studioaufnahmen gegenüber der Bühne, hat sich Agnes Obel dennoch dazu entschlossen, das Wort zu ergreifen, um das Publikum und die Hörer zu begrüßen, ohne ihre musikalischen Mitstreiter vorzustellen, die bereits auf der letzten Tour dabei waren. An diesem Donnerstagabend hatten wir dann das Vergnügen, auf der Bühne die talentierte deutsche Cellistin Marie-Claire Schlameus wiederzusehen, die zahlreiche Loops füllte und Obel auch mit ihrer magnetischen Stimme begleitete. Die dänische Künstlerin war zudem von der japanischen Keyboarderin Hinako Omori sowie dem Schweizer Schlagzeug- und Perkussionisten Julian Sartorius umgeben, der uns mit der Feinheit seines Spiels beeindruckte.
Agnes Obel setzte ihr Set fort und interpretierte das sublime Stück "Blood So Red", eine echte Herzensangelegenheit ihres neuen Albums. Um dieses besonders-intime Set stilvoll abzuschließen, entschied sich die dänische Künstlerin, uns in die Vergangenheit zu führen – mit zwei ihrer markantesten Kompositionen, "Stretch Your Eyes" (2016) und "The Curse" (2013). Ein wenig zu kurz, finden wir – wir hätten uns gewünscht, diesen wunderschönen, schwebenden Moment noch ein paar Minuten länger mit Agnes Obel zu genießen. Man muss also auf ihre nächste Tour warten, inklusive des Auftritts im Olympia in Paris im Herbst 2027. Bis dahin lässt sich dieses Agnes Obel-Konzert als Podcast auf der Radio France‑Webseite erneut entdecken.
Standort
Maison de la Radio et de la Musique - Radio France
116 avenue du Président Kennedy
75116 Paris 16
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