Im Theater La Flèche bringt die Kompanie Théâtre Vivant das Stück Les Beaux auf die Bühne, geschrieben von Léonore Confino (2017) und inszeniert von Anne Coutureau. Eine Spannung, die wie ein Hochspannungskabel gespannt ist, in der die Liebe knallt, verbrennt und schließlich explodiert. Barbie und Ken stehen kurz vor einem Nervenzusammenbruch: Die Worte prallen hart aufeinander, die Stille fällt schwer ins Gewicht.
Städtische Tragikomödie mit beißendem Humor, manchmal grausam, aber immer treffsicher, Les Beaux seziert die Gescheiterte Illusion des Materialismus und die morschen Grundfesten des modernen Paares. Geschaffen von einer patriarchalisch geprägten Gesellschaft, die Erfolg mit Dominanz verwechseln lässt. Im Mittelpunkt steht ihre stumme oder zum Schweigen gebrachte Tochter – die während der 1 Stunde und 15 Minuten Aufführung nie zu sehen ist – und so zum Brennpunkt des Unbehagens wird.
Das minimalistische Bühnenbild setzt auf Einfachheit: viel Nerv, kaum Objekte… bis hin zur Exposition. Das temporelle Arrangement ist einer der genialen Kniffe des Abends, denn obwohl der erste Akt wie ein gewöhnlicher Austausch erscheint – wenn auch von einer regelrechten Glückseligkeit durchdrungen – ist das täuschend. Erst wenn man die Tür überschreitet, erkennt man die zugrunde liegenden Mechanismen, die dort sichtbar werden, wo die Realität überläuft und die Liebe Risse bekommt. In dieser intimen Arena verwandelt sich der Alltag zu einer Bühne für die schleichende Gewalt des Gewöhnlichen.
Die Darsteller sind bemerkenswert. Yasmin Van Deventer, mit einer Silhouette à la Doria Tillier und charmantem amerikanischem Akzent, zieht alle Blicke auf sich. Gegenüber beeindruckt Cédric Welsch mit einer intensiven, zwiespältigen Präsenz und verkörpert einen Mann, der sowohl liebt als auch zerstört – in einer erschreckend banalen Grauzone. Gemeinsam spiegeln sie jene Wesen wider, die sich lieben, aber einander gleichzeitig schaden, sich alles versprechen und doch das Wichtigste miteinander stehlen.
Der Text von Léonore Confino trägt allerdings die Patina seiner Zeit. Während er den Mythos des leistungsfähigen Paares frontal angreift, hinterfragt er heute im Post-#MeToo-Zeitalter die bestehenden Strukturen. Die Inszenierung hebt ab, doch der Text hinterlässt einen Eindruck von Unvollständigkeit oder gar Unbehagen – ein Beweis dafür, dass das Theater auch ein ideologisches Schlachtfeld ist und dass das Stück – unbequem, notwendig und letztlich hochaktuell – ein Spiegel unserer Widersprüche ist.
Les Beaux ist jeden Donnerstag vom 8. Januar bis zum 12. März 2026 im Théâtre La Flèche zu sehen. Ein Erlebnis, das atemlos macht, und ein Streitpunkt, um verborgene Seiten zu diskutieren.
Termine und Öffnungszeiten
Von 22. Januar 2026 bis 12. März 2026
Standort
Theater La Flèche
77 Rue de Charonne
75011 Paris 11
Tarife
Réduit : €18.99
€25.99
Offizielle Seite
theatrelafleche.fr
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