Promis le Ciel ist ein packendes Drama unter der Regie von Erige Sehiri, bei dem die Filmemacherin gemeinsam mit Anna Ciennik das Drehbuch verfasste. Mit den schauspielerischen Leistungen von Aïssa Maïga, Deborat Christelle Naney und Laetitia Ky wurde der Film im Rahmen der „Un Certain Regard“-Sektion beim Festival de Cannes 2025 ausgewählt. Nach den Werken La Voie normale und Sous les figues ist dies das dritte Projekt der tunesischen Regisseurin, das am 28. Januar 2026 in französischen Kinos anläuft.
Marie, eine ivorische Pastorin und ehemalige Journalistin, lebt in Tunis, wo sie ihren Alltag zwischen ihrer spirituellen Hingabe und einem wachsamen Blick auf die Gesellschaft, die sie umgibt, teilt. Seit Jahren etabliert, öffnet sie ihre Wohnung regelmäßig für Frauen in Notlage und macht daraus einen Ort stiller Solidarität.
Zu ihrer Seite stehen Naney, junge Mutter, der ihre Arbeitgeberin den Pass weggenommen hat, und Jolie, eine aufstrebende Studentin und Künstlerin, die dringend ins Herkunftsland zurückkehren soll. Gemeinsam versuchen sie, eine ungewisse Zukunft aufzubauen. Das fragile Gleichgewicht dieses Dreiecks gerät ins Wanken, als sie Kenza, ein vierjähriges Mädchen, das einem Schiffsbruch entkommen ist, bei sich aufnehmen. Dieser Akt der Solidarität verändert ihre Beziehung, wandelt ihr Zuhause in eine Patchworkfamilie, die gleichzeitig zärtlich und bedroht ist.
In einem gesellschaftlichen Umfeld, das von zunehmenden Spannungen zwischen Subsahara-Gemeinschaften, der tunesischen Bevölkerung und den Sicherheitskräften geprägt ist, stoßen deren individuelle Wege auf eine immer instabilere politische und menschliche Realität. Die kommenden Entscheidungen werden darüber bestimmen, wie sicher sie sind, woran sie glauben und ob sie es schaffen, zusammenzuhalten.
Promis le Ciel setzt die Arbeit von Erige Sehiri nahtlos fort, die bereits 2022 in Cannes für Aufsehen sorgte mit Sous les figues. Dieser Film wurde im Rahmen der Quinzaine des Réalisateurs gezeigt und anschließend von Tunesien für die Oscar-Nominierung 2023 ausgewählt. Die Regisseurin verfolgt hier einen Ansatz, der fest im echten Leben verwurzelt ist, soziale Beobachtungen mit einem Chorfinal erklingen lässt und gleichzeitig die Geschichten von Frauen und Migration in den Mittelpunkt stellt. Gedreht wurde in Tunesien, wobei besonderes Augenmerk auf die individuellen Wege der weiblichen Figuren gelegt wird.
Bei der offiziellen Pressekonferenz des Filmfestivals Cannes 2025 vorgestellt, zählt der Film zu einer Auswahl im Rahmen von „Un Certain Regard“, die zeitgenössisches Kino zeigt – frei in der Form, aber engagiert im Inhalt. Ohne erhobenen Zeigefinger behandelt der Film Themen wie Flucht, Solidarität und Mutterschaft in einem angespannten politischen Klima, lässt aber auch Raum für humorvolle und intime Momente.
Mit seinem ruhigen Tempo und einer Inszenierung, die auf Körper und Räume achtet, spricht der Film ein Publikum an, das sich für soziale Dramen und aktuelle Themen interessiert. Er lässt sich mit einem humanistischen Kino vergleichen, das an Werke von Kaouther Ben Hania oder an die frühen Filme der Regisseurin selbst erinnert, in denen das Private das Kollektive beleuchtet.
Promis le Ciel
Film | 2026
Kinostart: 28. Januar 2026
Drama | Laufzeit: 1h32
Regie: Erige Sehiri | Mit Aïssa Maïga, Deborat Christelle Naney, Laetitia Ky
Originaltitel: Promis le Ciel
Produktion: Tunesien, Frankreich
Mit Promis le Ciel setzt Erige Sehiri ihre Filmreihe fort, die sich auf die zeitgenössischen Realitäten und die Schicksale von Frauen konzentriert. Das Werk erzählt eine kollektive Geschichte, die Fragen nach Zufluchtsorten und Widerstand in einer Welt beleuchtet, die von Grenzen und Krisen geprägt ist.
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