Vaiana : Disneys Live-Action-Verfilmung überrascht vor allem durch ihre Schönheit, weniger durch die Handlung.

Von Julie de Sortiraparis · Aktualisiert am 7. Juli 2026 um 19:03
Im Kino am 8. Juli 2026 kehrt Vaiana, die Legende vom Ende der Welt, als Realverfilmung bei Disney zurück – ein familienfreundliches, visuell atemberaubendes Abenteuer, getragen von einem überraschend berührenden Dwayne Johnson und doch dem Animationsfilm von 2016 erstaunlich ähnlich.

Vaiana, die Legende vom Ende der Welt kommt in Frankreich am 8. Juli 2026 ins Kino. Regie führt Thomas Kail, diese neue Realfilmfassung des Disney-Klassikers von 2016 zeigt Catherine Lagaʻaia in der Rolle der Vaiana und Dwayne Johnson als Maui.

Vaiana, die Legende vom Ende der Welt
Film | 2026
Kinostart: 8. Juli 2026
Abenteuer, Komödie, Familie, Live-Action | Laufzeit: 1h56
Von Thomas Kail | Mit Catherine Lagaʻaia, Dwayne Johnson, John Tui, Frankie Adams, Rena Owen
Originaltitel: Moana
Nationalität: Vereinigte Staaten

Der Film erzählt erneut die Geschichte der jungen Navigatorin, die vom Meer auserkoren wird. In diesem Abenteuer verlässt Vaiana erstmals das Riff ihrer Heimatinsel Motunui, um ihrem Volk zu helfen, seinen Wohlstand wiederzufinden. Sie überquert den Ozean an der Seite von Maui, dem Halbgott und Gestaltwandler, der schon im Original-Animationsfilm eine zentrale Rolle spielte.

Diese Live-Action-Adaption reiht sich nahtlos in die Reihe der Disney-Klassiker-Neuverfilmungen im Kino ein. Sie bewahrt die polynesische Kulisse, eine Reise der Selbstfindung und die musikalische Dimension des Films von 2016, während die Hauptrolle von Catherine Lagaʻaia übernommen wird, die hier ihr Kinodebüt gibt.

Um sie herum versammelt sich auch das Ensemble, darunter John Tui in der Rolle des Chef Tui, Frankie Adams als Sina und Rena Owen als Großmutter Tala. Der Film wird produziert von Dwayne Johnson, Dany Garcia, Beau Flynn, Hiram Garcia und Lin-Manuel Miranda. Auliʻi Cravalho, die Originalstimme von Vaiana in den Animationsfilmen, gehört zu den ausführenden Produzenten.

Der offizielle Trailer betont den Übergang des Zeichentrickfilms zum Realfilm im Abenteuerfilm, mit dem Ozean, Motunui, Maui und den Kakamora – Elementen, die bereits zum Universum von Vaiana gehören.

Mit einer Erzählung, die sich auf Weitergabe, Identität und Reisen konzentriert, Vaiana – Die Legende vom Ende der Welt richtet sich in erster Linie an ein Familienpublikum, insbesondere an jene Zuschauer, die den Disney-Animationsfilm bereits kennen. Denjenigen, die eine völlig losgelöste Variante vom Originaluniversum suchen, spricht der Film weniger an.

Unsere Einschätzung von Vaiana, die Legende vom Ende der Welt:

Da gab es Grund zur Vorsicht. Die ersten Bilder von Vaiana, die Legende vom Ende der Welt ließen befürchten, dass es sich um eine etwas steife Live-Action-Neuauflage handelte, zu bemüht, vielleicht weniger frei als der Animationsfilm von 2016. Doch auf der Leinwand ist die Überraschung groß: Die Inszenierung von Thomas Kail wirkt deutlich hochwertiger, weiterreichender und lebendiger als es die Trailer Anschein vermuten ließen.

In Frankreich startet der Film am 8. Juli 2026. Vaiana, die Legende vom Ende der Welt setzt das inzwischen bekannte Erzählgerüst der Motonui-Heldin fort: Von der See berührt, muss sie ihr Inselreich verlassen, um ihr Volk zu retten. Catherine Laga’aia verkörpert Vaiana, während Dwayne Johnson Maui erneut zum Leben erweckt, dem Halbgott, den er auch in der Animationsversion gesprochen hat. Von den ersten Sequenzen an nimmt der Film sein Versprechen ernst: Vaiana in Realfilm neu zu erzählen, mit den spektakulären Mitteln von Disney und dem klaren Willen, die Emotion des Originals zu bewahren.

Die gute Nachricht ist, dass dieses Versprechen oft hält. Visuell präsentiert der Film eine echte Großzügigkeit. Die Landschaften atmen, das Licht verleiht den Kulissen Tiefe, der Ozean besitzt jene fast magische Präsenz, die den ursprünglichen Film so stark machte. Die visuellen Effekte wirken nicht bloß als Checkliste, sie begleiten das Abenteuer, erzeugen Reisefeeling und verleihen den großen mythologischen Momenten kinoreifes Familienmaß. Man spürt gelegentlich das Gewicht der Disney-Maschinerie, doch insgesamt hat der Film eine klare, unmittelbar schöne Ästhetik, die auf der großen Leinwand besonders gut funktioniert.

Wahre Stärke des Films ist jedoch Dwayne Johnson. Man hatte befürchtet, Maui könnte an Beweglichkeit, Charme oder Ausstrahlung verlieren, wenn der Charakter ins Live Action übertragen wird. Fast das Gegenteil passiert: Der Schauspieler verleiht dem Figur eine offensichtliche physische Präsenz, dazu Witz, Wärme und unerwartete Verletzlichkeit. Er ist stark, selbstbewusst, ein Großsprecher, aber niemals bloß als Attraktion gedacht. Ob in komischen Momenten oder in emotionaleren Passagen, Maui gewinnt durch seine Tiefe an Sympathie. Und wie schon während der Trailer-Debatte diskutiert wurde: Sein Aussehen funktioniert im Film viel besser als in isolierten Ausschnitten – Frisur, Tattoos, Figur und Mimik stimmen am Ende mit der Welt überein.

An seiner Seite trägt Catherine Laga’aia Vaiana mit aufrichtigem Gespür. Der Film sucht nicht danach, die Heldin neu zu erfinden, sondern verleiht ihr eine bodenständigere, körperlichere Präsenz. Blick, Bewegungen, Art, den Raum zu füllen – all das ermöglicht es, die Entschlossenheit der Figur zu spüren, ohne einfach die Animation zu imitieren. Kern der Erzählung bleibt das Mädchen, das sich weigert, ihren Horizont auf Angst, Pflicht oder veraltete Traditionen zu beschränken. Diese Dimension funktioniert erneut, nicht zuletzt weil der Film seinen Abenteuerdrang und den direkten Zugang zur Transmission beibehält.

Hier zeigt sich auch die Schwäche des Films. Vaiana, die Legende vom Ende der Welt ist so faithful an den Animationsfilm, dass er manchmal seine eigene Freiheit einbüßt. Die Handlungspfade, die Lieder, die großen emotionalen Wendungen, die erwarteten Szenen – alles ist präsent, nahezu identisch. Diese Treue wirkt komfortabel: Sie ermöglicht Kindern, Familien und Fans genau das zu erleben, wozu sie gekommen sind. Gleichzeitig bleibt ein wenig Wehmut: ein gewaltiges Universum voller Mythen, familiärer Verbindungen, Fragen zu Erbe und Territorium, das der Film auch anders hätte erkunden können.

Denn das Paradox liegt auf der Hand: Je gelungener die Form des Remakes, desto größer der Wunsch, es dürfe mutiger sein. Der Wechsel in den Realfilm hätte eine Chance sein können, neue Szenen zu eröffnen, zentrale Konflikte zu verschieben, die Beziehung zwischen Vaiana und ihrem Volk zu vertiefen oder Maui eine leicht andere Reise zu gönnen. Stattdessen bewegt sich der Film nahezu strikt in den Spuren des 2016er Originals, mit einer nahezu beruhigenden, aber manchmal zu vorsichtigen Treue. Man bewundert die Bilder, lächelt bei den Wiederbegegnungen, lässt sich von den Songs tragen – und wartet dennoch auf eine Kehrwendung, die kaum kommt.

Dieses Fehlen echter Überraschungen hindert den Film nicht daran, als Familienunterhaltung zu funktionieren. Die Lieder bleiben effektiv, die Abenteuersequenzen rasant, die Emotionen fließen, und insgesamt wirkt der Film nie zynisch. Man spürt den ehrlichen Wunsch, dieses Universum mit Fleisch, Kulissen und Licht lebendig werden zu lassen. Einfach gesagt: Vaiana, die Legende vom Ende der Welt ist eher eine sehr schöne Neufassung als eine echte Neuinterpretation. Es weckt Erinnerungen, statt sie zu transformieren.

Der Film richtet sich daher eher an Familien, Kinder, an Vaiana-Fans und all jene, die Disney-Animationsgeschichten in spektakulärer, zugänglicher Form erneut erleben möchten. Er dürfte auch die Fans von Dwayne Johnson ansprechen, der hier eine der umfassendsten Rollen findet: Mischung aus komischer Präsenz, Charisma und Emotion.

Er wird weniger jene Zuschauer ansprechen, die von Disney-Remakes im Live-Action-Stil bereits ermüdet sind, oder die sich erhofft hatten, dass der neue Stil mehr Raum für Neues böte. Animationsliebhaber könnten bedauern, was das Realfilm-Format an Stylisierung, grafischer Freiheit und rein visueller Erfindung verliert – auch wenn die neue Form dies teils durch deren Umfang und Präsenz kompensiert.

Am Ende gelingt Vaiana, die Legende vom Ende der Welt besser als erwartet als Familien-Entertainment in Live Action. Der Film ist schön, großzügig, oft berührend, und Dwayne Johnson beeindruckt durch eine erstaunlich starke Präsenz. Doch er bleibt dem Original gegenüber verpflichtet. Eine schöne Reise – auf einem Weg, den man fast schon auswendig kennt.

Um Ihre nächsten Kinobesuche vorzubereiten, finden Sie hier auch die Kinostarts im Juli, die aktuell laufenden Filme und die Trailer der kommenden Filme.

Diese Seite kann KI-gestützte Elemente enthalten, weitere Informationen finden Sie hier.

Praktische Informationen

Termine und Öffnungszeiten
Ab dem 8. Juli 2026

× Unverbindliche Öffnungszeiten: Um die Öffnungszeiten zu bestätigen, wenden Sie sich an die Einrichtung.
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