Geschrieben und inszeniert von Lauriane Escaffre und Yvo Muller, ist Gisèle – Im Namen aller ein dramatischer Biopic, der eines der bedeutendsten Gerichtsverfahren in der französischen Justiz- und Politikgeschichte beleuchtet. Mit einer darstellerischen Leistung von Charlotte Gainsbourg, Cécile de France und Grégory Gadebois erzählt der Film die Geschichte des Prozesses von Bobigny im November 1972, ein entscheidender Moment im Kampf um die Legalisierung der Abtreibung. Das Filmdrama kommt in französische Kinos am 4. November 2026.
Im November 1972 erschüttert ein außergewöhnlicher Prozess ganz Frankreich. Die 16-jährige Marie-Claire Chevalier wird wegen illegaler Abtreibung nach einer Vergewaltigung vor Gericht gestellt. Neben ihr erscheinen auch ihre Mutter und die Frauen, die ihr unter die Arme gegriffen haben. Gegenüber ihnen steht ein strenges Gesetz, das ohne Milde angewandt wird und jedes Jahr zehntausende Frauen kriminalisiert.
Ihre Anwältin, Gisèle Halimi, setzt auf eine radikale Strategie. Statt sich schuldig zu bekennen, geht sie an die Basis: Sie attackiert die Gesetzgebung direkt. Eine riskante, beispiellose Entscheidung, die den Prozess zu einem bedeutenden politischen Statement macht. Indem Halimi die Ungerechtigkeit des Systems öffentlich anprangert, macht sie das Gericht zur Bühne und führt einen Kampf, der weit über das Schicksal ihrer Mandatinnen hinausgeht.
Gisèle – Im Namen aller reiht sich nahtlos in die Tradition der Gerichtsfilme ein, erhält aber eine historische und engagierte Note. Der Film konzentriert sich auf die Dynamik des Prozesses, die Zeugenaussagen, die leidenschaftlichen Reden und die zunehmende Spannung in einer Frankreich, das noch immer tief gespalten ist, wenn es um die Rechte der reproduktiven Freiheit geht.
Charlotte Gainsbourg spielt Gisèle Halimi, die zentrale Figur des Films, eine engagierte Rechtsanwältin, deren Einsatz bei dem Prozess in Bobigny einen entscheidenden Wendepunkt in der französischen Frauenrechtsgeschichte markierte. An ihrer Seite verkörpert Cécile de France Michèle Chevalier, die Mutter von Marie-Claire, während Grégory Gadebois den Charakter von Claude Faux zum Leben erweckt, einem der Unterstützer der jungen Angeklagten. Saül Benchetrit schlüpft in die Rolle von Marie-Claire Chevalier, die im Mittelpunkt des Falls steht, umgeben von Sarah Suco als Lucette Duboucheix und Florence Loiret Caille als Micheline Bambuck. Gegenüber stehen Xavier Robic als Staatsanwalt, der die Justizinstitution und das damalige Recht repräsentiert.
Indem er den Kampf von Gisèle Halimi in den größeren gesellschaftlichen Zusammenhang stellt, wirft Gisèle – Im Namen aller eine Licht auf die kollektive Tragweite eines individuellen Einsatzes. Der Film zeigt, wie ein Gerichtsurteil zum Motor gesellschaftlicher Veränderungen werden kann und wie das Rechtssystem manchmal zum Auslöser für bedeutende politische Wendepunkte wird.
Gisèle – Im Namen aller
Film | 2026
Kinostart: 4. November 2026
Biopic, Drama | Dauer: noch nicht bekannt
Von Lauriane Escaffre, Yvo Muller | Mit Charlotte Gainsbourg, Cécile de France, Grégory Gadebois, Saül Benchetrit
Herkunft: Frankreich
In diesem justiziellen und politischen Bericht bietet Gisèle – Im Namen aller eine filmische Neuinterpretation eines entscheidenden Moments in der Geschichte der Frauenrechte in Frankreich. Der Film hebt den Mut einer Anwältin und die kollektive Kraft eines Kampfes hervor, der „im Namen aller“ geführt wurde.
Um das Kinoerlebnis zu verlängern, schauen Sie sich die Kinostarts im November an, die aktuellen Must-Sees und unsere Auswahl an historischen- und Biopic-Filmen, die demnächst im Kino erscheinen.















