Stärker als der Teufel: Eine französische schwarze Komödie, die wild erzählt und ungezähmt ist

Von Julie de Sortiraparis · Aktualisiert am 23. März 2026 um 13:31
Stärker als der Teufel, eine schwarze Komödie von Graham Guit mit Melvil Poupaud, Asia Argento und Marine Vacth, kommt am 25. März 2026 in die Kinos.

Stärker als der Teufel kommt am 25. März 2026 ins Kino. Dieser Film, der ab 12 Jahren freigegeben ist und eine Warnung trägt, markiert das Comeback von Graham Guit im Spielfilm nach siebzehn Jahren – zuletzt bekannt aus Hello Goodbye. Der Regisseur setzt hier auf eine Thriller-Komödie, in der Melvil Poupaud, Asia Argento und Marine Vacth eine zentrale Rolle spielen. Die Geschichte dreht sich um einen abwesenden Vater, der plötzlich ins Leben seines erwachsenen Sohnes tritt – mit weitreichenden Folgen für sein gesamtes Umfeld.

Valentin, ein verlorener Mann ohne Geld, trifft nach zwanzig Jahren Joseph wieder und zieht ihn, sowie seine Frau Alice, in einen immer größer werdenden Strudel aus Chaos. Um sie herum kreisen außerdem JP, Mila und Gigi, während sich in der Geschichte Spannung, familiäre Krisen und schwarzer Humor miteinander vermischen – im Zentrum die angeknackste Vater-Sohn-Beziehung.

Der Film wurde 2025 beim Montrealer Festival des neuen Kinos vorgestellt und 2026 für das Premiers Plans Festival in Angers ausgewählt. Er bedeutet auch das Wiedersehen zwischen Graham Guit und Melvil Poupaud, die bereits gemeinsam in Le Ciel est à nous und Les kidnappeurs aufgetreten sind. Diese neue Zusammenarbeit begleitet ein persönlicheres Projekt, das sich mit der Vaterfigur auseinandersetzt und eine bewusste autobiografische Note im Drehbuch trägt.

Stärker als der Teufel setzt nahtlos an die Werke von Graham Guit an, mit einem Fokus auf unstable Figuren, zerbrochene Lebenswege und familiäre Dramen unter Druck. Das kompakte Format und die Erzählung über eine Woche lassen einen intensiven, temporeichen Film erwarten, der die Kettenreaktionen nach der unerwarteten Rückkehr in den Mittelpunkt stellt.

Der Trailer zu Stärker als der Teufel

Unsere Meinung zu Stärker als der Teufel

Stärker als der Teufel, unter der Regie von Graham Guit, präsentiert sich als eine gern etwas wirre schwarze Komödie, die Grenzen zum absurden Thriller und dysfunktionalen Familiendrama überschreitet. Mit Melvil Poupaud, Asia Argento, Marine Vacth und vor allem einem intensiv gezeichneten Nahuel Perez Biscayart markiert der Film von Anfang an einen Weg voller Unruhe, tonaler Brüche und einer Erzählweise, die eher auf Instabilität als auf klassische Präzision setzt. Das Ergebnis wirkt fernab des französischen Mainstreams außergewöhnlich: Ein Werk, das weniger wie eine perfekt abgestimmte Geschichte wirkt, sondern eher wie eine Kollision zerbrochener Figuren, widersprüchlicher Triebe und eines bewussten Missbehagens.

Der größte Pluspunkt des Films liegt genau hierin: die Freiheit im Ton. Graham Guit versucht nicht, seine Welt zu glätten oder Sicherheit zu vermitteln. Er zeigt eine bunte Truppe von Pechvögeln, Randfiguren, die oft zu unfähig sind, sich selbst zu retten, ganz zu schweigen davon, anderen zu helfen. Diese zerbrochene Menschlichkeit verleiht dem Film seine eigentümliche Energie. Es macht Spaß, die Situationen aus dem Ruder laufen zu lassen, Beziehungen bis zum Punkt des Bruchs zu treiben und das Absurde nach und nach in die Realität eindringen zu lassen.

Durch seine Vorliebe für das Absurde, seine Marginalfiguren und eine bewusst fragwürdige Erzählweise erinnert Stärker als der Teufel sowohl an den schroffen Stil von Bertrand Blier, etwa Frittiertes Buffet, als auch an einige aktuelle absurde Komödien von Quentin Dupieux, während es gelegentlich mit den schwarzen Ironien der Coen-Brüder flirtet.

In diesem organisierten Chaos tritt Nahuel Perez Biscayart als eigentliche Entdeckung hervor. Als JP liefert er eine beeindruckende Performance voller Nervosität, Zerbrechlichkeit und eigenartiger Präsenz, die sofort anzieht. Wo der Film manchmal Gefahr läuft, im eigenen Chaos zu versinken, schafft er es durch seine Präsenz, die Szenen zu stabilisieren. Seine Darbietung passt perfekt zum Wesen des Films: unberechenbar, instabil, stets am Rand des Abgrunds. Er verleiht dem Ganzen eine sensible Intensität, die über eine bloße stilistische Spielerei hinausgeht.

Der Rest des Ensembles trägt ebenfalls dazu bei, dieses fragile Gleichgewicht zwischen Ironie, Unsicherheit und emotionaler Disharmonie zu stützen. Melvil Poupaud, Asia Argento und Marine Vacth bewegen sich allesamt in diesem gefährlichen Spannungsbogen. Es scheint, als hätten alle verstanden, dass der Film nur funktioniert, wenn er nie ganz bequem ist. Das Problem ist nur, dass diese Mutprobe einen Nachteil hat: Durch den Fokus auf Situationsschübe und Konflikte wirkt die Handlung manchmal zerfasert – manchmal scheinbar freier, aber weniger kontrolliert.

Hierbei besteht die Gefahr, dass Stärker als der Teufel polarisieren kann. Der schwarze und absurde Humor trifft nicht immer ins Schwarze, und die Mischung aus bissiger Komödie und Thriller-Spannung ist nicht durchgehend gelungen. Einige Szenen sind mutig, andere wirken eher improvisiert und riskieren, an Wirkung zu verlieren. Diese Fragmentierung ist kein grundsätzlicher Nachteil, erfordert aber vom Zuschauer die Bereitschaft, sich auf ein Werk einzulassen, das nie eine klare Linie verfolgt.

Der Film richtet sich primär an ein kultiviertes Publikum, das offen ist für die Freiheiten des Auteur-Kinos, für unkonventionelle Figuren, verschobene Erzählstränge und europäische schwarze Komödien, die Unbehagen vor Schönheit stellen. Fans solider Handwerkskunst, klarer dramatischer Entwicklungen oder schärferen Humors könnten hingegen eher Abstand halten. Hier geht es weniger um Rezeptionsstrukturen, sondern um das Gefühl des Schwebe- und Chaos zwischen den Figuren.

Stärker als der Teufel ist somit kein klassisch sympathischer Film noch immer ein voller Erfolg. Doch er besitzt eine eigenwilligeIdentität, eine Rauheit und eine spezielle Art, seine durchgedrehten Figuren lebendig werden zu lassen. Eigenartig, chaotisch, manchmal ungleichmäßig, lebt er von dem, was er bewusst nicht zu bändigen versucht. Eine schräge, nicht immer überzeugende schwarze Komödie, die dennoch genug Eindruck hinterlässt bei Zuschauern, die bereit sind, die turbolenten Seiten zu akzeptieren.

Stärker als der Teufel
Film | 2026
Kinostart: 25. März 2026
Komödie, Thriller | Laufzeit: 1h24
von Graham Guit | Mit Melvil Poupaud, Asia Argento, Marine Vacth
Originaltitel: Stärker als der Teufel
Herkunftsland: Frankreich

Um das Kinoerlebnis zu verlängern, werfen Sie einen Blick auf die Kino-Starts im März, die aktuellen Filmtipps und unsere Auswahl der spannendsten Thriller des Jahres.

Praktische Informationen

Termine und Öffnungszeiten
Ab dem 25. März 2026

× Unverbindliche Öffnungszeiten: Um die Öffnungszeiten zu bestätigen, wenden Sie sich an die Einrichtung.

    Empfohlenes Alter
    Ab 12 Jahren

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