Stärker als der Teufel: Eine französische schwarze Komödie, die wild erzählt und ungezähmt ist

Von Julie de Sortiraparis · Aktualisiert am 24. März 2026 um 11:09
Stärker als der Teufel, eine schwarze Komödie von Graham Guit mit Melvil Poupaud, Asia Argento und Marine Vacth, kommt am 25. März 2026 in die Kinos.

Stärker als der Teufel kommt am 25. März 2026 ins Kino. Dieser Film, der ab 12 Jahren freigegeben ist und eine Warnung trägt, markiert das Comeback von Graham Guit im Spielfilm nach siebzehn Jahren – zuletzt bekannt aus Hello Goodbye. Der Regisseur setzt hier auf eine Thriller-Komödie, in der Melvil Poupaud, Asia Argento und Marine Vacth eine zentrale Rolle spielen. Die Geschichte dreht sich um einen abwesenden Vater, der plötzlich ins Leben seines erwachsenen Sohnes tritt – mit weitreichenden Folgen für sein gesamtes Umfeld.

Valentin, ein verlorener Mann ohne Geld, trifft nach zwanzig Jahren Joseph wieder und zieht ihn, sowie seine Frau Alice, in einen immer größer werdenden Strudel aus Chaos. Um sie herum kreisen außerdem JP, Mila und Gigi, während sich in der Geschichte Spannung, familiäre Krisen und schwarzer Humor miteinander vermischen – im Zentrum die angeknackste Vater-Sohn-Beziehung.

Der Film wurde 2025 beim Montrealer Festival des neuen Kinos vorgestellt und 2026 für das Premiers Plans Festival in Angers ausgewählt. Er bedeutet auch das Wiedersehen zwischen Graham Guit und Melvil Poupaud, die bereits gemeinsam in Le Ciel est à nous und Les kidnappeurs aufgetreten sind. Diese neue Zusammenarbeit begleitet ein persönlicheres Projekt, das sich mit der Vaterfigur auseinandersetzt und eine bewusste autobiografische Note im Drehbuch trägt.

Stärker als der Teufel setzt nahtlos an die Werke von Graham Guit an, mit einem Fokus auf unstable Figuren, zerbrochene Lebenswege und familiäre Dramen unter Druck. Das kompakte Format und die Erzählung über eine Woche lassen einen intensiven, temporeichen Film erwarten, der die Kettenreaktionen nach der unerwarteten Rückkehr in den Mittelpunkt stellt.

Der Trailer zu Stärker als der Teufel

Unsere Meinung zu Stärker als der Teufel

Stärker als der Teufel, unter der Regie von Graham Guit, entpuppt sich als eine gern auch mal verrückte schwarze Komödie, die an der Grenze zwischen absurdem Thriller und dysfunktionalem Familienfilm balanciert. Mit Melvil Poupaud, Asia Argento, Marine Vacth und vor allem einem äußerst präsenten Nahuel Perez Biscayart trägt der Film von Anfang an die Handschrift des Chaos, von Stimmungsbrüchen bis hin zu einer Erzählweise, die die Instabilität über klassische Strenge stellt. Das Ergebnis wirkt im französischen Filmspektrum ungewöhnlich: Es ist eher eine Collage zerbrochener Figuren, widersprüchlicher Triebe und eines bewussten Strebens nach Unbehagen als ein perfekt durchdachtes Drehbuch.

Der erste Pluspunkt des Films liegt genau in dieser Stimmungsoffenheit. Graham Guit versucht nicht, seine Welt zu glätten oder den Zuschauer zu beruhigen. Er zeigt eine bunte Truppe von Charakteren, Außenseitern, oft unfähig, sich selbst zu retten – geschweige denn andere. Diese gefallene Menschlichkeit verleiht dem Film seine ganz eigene Energie. In Stärker als der Teufel liegt ein offensichtliches Vergnügen darin, Situationen aus dem Ruder laufen zu lassen, Beziehungen bis zur Zerreißprobe zu dehnen und das Absurde peu à peu die Realität infiltrieren zu lassen.

Durch seine Liebe zum Absurden, seine Außenseiterfiguren und eine bewusst instabile Erzählweise erinnert Stärker als der Teufel an das bissige Kino von Bertrand Blier, insbesondere Buffet froid, sowie an zeitgenössische absurde Komödien von Quentin Dupieux. Gleichzeitig streift es gelegentlich das schwarze Ironisieren der Brüder Coen.

In diesem organisierten Chaos etabliert sich Nahuel Perez Biscayart als echte Entdeckung. Als JP bringt er eine nervöse Energie, Verletzlichkeit und eine eigentümliche Fremdartigkeit mit, die sofort fesseln. Während der Film manchmal Gefahr läuft, im Chaos verloren zu gehen, lässt er sich allein durch seine Präsenz immer wieder festhalten. Seine Performance spiegelt perfekt die Identität des Films wider: unberechenbar, schwankend, immer am Rand. Er verleiht der Geschichte eine emotionale Tiefe, die über den bloßen bissigen Stil hinausgeht.

Das restliche Cast nimmt das fragile Gleichgewicht dieser unsteten Inszenierung ebenfalls beherzt auf. Melvil Poupaud, Asia Argento und Marine Vacth scheinen zu verstehen, dass der Film nur funktioniert, wenn er niemals vollkommen bequem ist. Das Problem dabei: Diese Mutprobe hat einen Nachteil. Durch die Fokussierung auf Situationswechsel und Reibungskräfte wirkt der Plot manchmal etwas zerrissen, weniger kontrolliert als vielmehr frei improvisiert.

Hier besteht die Gefahr, dass Stärker als der Teufel polarisieren könnte. Sein schwarzer, absurde Humor kommt nicht immer an, und die Mischung aus beißender Komödie und spannungsgeladenem Thriller ist nicht stets ausgeglichen. Manche Szenen wirken durch ihren Mut beeindruckend, andere erwecken den Eindruck, als würde der Film auf der Zufallswelle surfen, was den Eindruck von Schub verliert. Diese Zerklüftung ist kein inhärenter Makel, er fordert den Zuschauer aber auf, sich auf eine lose, kaum greifbare Erfahrung einzulassen.

Der Film richtet sich vor allem an ein erfahrenes Publikum, das ein Faible für künstlerisch unabhängiges Kino, fragile Charaktere, unkonventionelle Handlungen und europäische schwarze Komödien hat, die DAS Unbehagen als Stilmittel nutzen. Wer eine klare narrative Struktur, verständliche Entwicklung oder präzisen Humor schätzt, wird sich hier wahrscheinlich weniger zuhause fühlen. Hier liegt der Reiz weniger in der Mechanik, sondern im Gefühl des Dahingleitens, der Dérive und des anhaltenden Beziehungschaos.

Stärker als der Teufel ist kein prinzipiell leicht verdaulicher Film, keinenfalls ein perfekt gelungener. Aber er besitzt eine eigene Identität, eine raue Kanten, und eine spezielle Art, die dysfunktionalen Figuren zum Leben zu erwecken. Eigenwillig, chaotisch, manchmal ungleich – seine Stärke liegt in dem, was er ablehnt, sich zu zügeln. Eine schiefe schwarze Komödie, die nicht immer überzeugt, aber dennoch lebendig genug ist, um bei den offen gebliebenen Fragen einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen – für Zuschauer, die bereit sind, die Turbulenzen anzunehmen.

Stärker als der Teufel
Film | 2026
Kinostart: 25. März 2026
Komödie, Thriller | Laufzeit: 1h24
Von Graham Guit | Mit Melvil Poupaud, Asia Argento, Marine Vacth
Originaltitel: Plus forts que le diable
Herkunft: Frankreich

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Praktische Informationen

Termine und Öffnungszeiten
Ab dem 25. März 2026

× Unverbindliche Öffnungszeiten: Um die Öffnungszeiten zu bestätigen, wenden Sie sich an die Einrichtung.

    Empfohlenes Alter
    Ab 12 Jahren

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