Die französischen Sekundarschulenund Gymnasien werden ab diesem Schuljahr 2025 eine Reihe von wichtigen Veränderungen erfahren. Elisabeth Borne, Staatsministerin fürBildung, stellte am Mittwoch, den 27. August, auf einer Pressekonferenz die zehn wichtigsten Maßnahmen vor, die das Schuljahr der 12 Millionen Schülerinnen und Schüler prägen werden. Diese Änderungen betreffen sowohl die Schulen in Paris als auch in der gesamten Region Île-de-France und betreffen speziell die Mittel- und Oberstufenschüler.
Ab dem neuen Schuljahr müssen alle Schüler der Sekundarstufe I ihre Handys während des Unterrichts in Spinden, Koffern oder Taschen lassen. Diese Maßnahme der "digitalen Pause" wird nach einem erfolgreichen Experiment in rund 100 Schulen allgemein eingeführt. Jedes Collège wird seine eigenen Anwendungsmodalitäten festlegen, aber das Ziel bleibt dasselbe: Die Schüler sollen sich ohne Ablenkung voll und ganz auf das Lernen konzentrieren können.
Nach 20 Uhr und an Wochenenden ist eine systematische Abschaltung der ENTs (digitale Arbeitsbereiche) geplant. Diese Plattformen wie Pronote, auf denen die Schüler ihre Stundenpläne und Hausaufgaben einsehen, werden abends nicht mehr zugänglich sein. Diese Maßnahme zielt direkt darauf ab, den Missbrauch von Bildschirmen zu bekämpfen und die Familien- und Ruhezeiten der Jugendlichen zu schützen.
Für Schüler der Mittel- und Oberstufe werden Schulungen zur künstlichen Intelligenz angeboten, die für Schüler der Klassen 4, 2 und 1 CAP verpflichtend sind. Ziel ist es, das Bewusstsein der Jugendlichen für bewährte Verfahren und die Grenzen der KI zu schärfen. Auch Lehrer werden in den kommenden Monaten spezielle Schulungen erhalten und ein KI-Tool erhalten, um sie in ihrer Pädagogik zu unterstützen.
Ein neuer Lehrplan für dieErziehung zu Gefühlsleben, Beziehungen und Sexualität tritt ab September in Kraft. Drei Sitzungen pro Jahr werden künftig vom Kindergarten bis zur Oberstufe in allen Einrichtungen, sowohl öffentlichen als auch privaten Einrichtungen unter Vertrag, verpflichtend sein. Dieses Evars-Programm behandelt wesentliche Themen wie Einwilligung, Emotionen und Geschlechtsidentität und ist auf jede Altersgruppe zugeschnitten.
Schülerinnen und Schüler, die in die sechste Klasse kommen, müssen ab diesem Schuljahr im Sportunterricht körperliche Eignungstests durchführen. Diese Bewertungen beziehen sich auf Ausdauer, Muskelkraft und Geschwindigkeit. Diese Maßnahme ist Teil des Bestrebens, die körperliche Verfassung der Jugendlichen besser zu kennen und ihre sportliche Laufbahn in der Mittelstufe individuell zu gestalten.
Die Bewertung des Brevets ändert sich mit einer neuen Aufteilung: Die kontinuierliche Prüfung zählt künftig 40% der Endnote, während die Abschlussprüfungen 60% ausmachen. Bisher war die Verteilung mit 50/50 gerecht. Mit dieser Änderung sollen die Abschlussprüfungen aufgewertet und die Anforderungen dieses ersten nationalen Abschlusses erhöht werden.
Ab Juni 2026 wird in der ersten Klasse eine vorgezogene Mathematikprüfung nach dem Vorbild der Französischprüfung eingeführt. Sie dauert zwei Stunden, wird mit einem Koeffizienten von 2 bewertet und betrifft alle Schüler der allgemeinen und technologischen Studiengänge. Die Schüler, die sich für das Fach Mathematik entschieden haben, werden im darauffolgenden Jahr in der Terminale eine zweite Prüfung ablegen.
Die Regeln für das Abitur werden verschärft: Schülerinnen und Schüler, die nach den Wiederholungsprüfungen weniger als 9,5/20 erreicht haben, können nicht mehr von den Jury-Punkten profitieren, mit denen sie bislang ihr Abiturzeugnis erhalten haben. Diese Maßnahme soll ein Mindestniveau an Anforderungen für den Erwerb des Abiturs gewährleisten und dieses nationale Diplom aufwerten.
Was die Bekämpfung von Waffen in Schulen betrifft, so wird künftig jeder Schüler, der mit einer Waffe in eine Schule eindringt, systematisch vor einen Disziplinarrat gestellt. Diese Null-Toleranz-Maßnahme folgt auf die 400 Stichwaffen, die seit März bei 6.200 Durchsuchungen in französischen Schulen beschlagnahmt wurden. Die Sicherheit wird zur absoluten Priorität.
Es wird ein neues obligatorischesOrientierungsprogramm von der fünften bis zur zwölften Klasse eingeführt. Alle Schüler müssen vier Halbtage pro Jahr absolvieren, die der Entdeckung von Berufen und Ausbildungen gewidmet sind. Sie können Unternehmen besuchen und an Messen und Berufsforen teilnehmen. Diese Maßnahme ist Teil des von Elisabeth Borne vorgestellten "Plan Avenir", mit dem die Jugendlichen besser auf ihre Berufswahl vorbereitet werden sollen.
Diese zehn Maßnahmen verändern die französische Bildungslandschaft grundlegend. Sie gelten ab diesem Schuljahr 2025 in allen Schulen der Île-de-France und des gesamten Staatsgebiets. Elisabeth Borne steht trotz der politischen Unsicherheit zu diesen Reformen und erklärt, sie wolle "Kurs halten", um den Schulerfolg zu verbessern. Die Lehrergewerkschaften beobachten weiterhin aufmerksam die konkrete Umsetzung dieser Änderungen, die Millionen von französischen Schülern während des gesamten Schuljahres betreffen werden.
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