Ab Montag, dem 5. Januar 2026, könnten die Arztpraxen nahezu leer bleiben. Die freien Ärzte starten eine zehn Tage dauernde Arbeitsniederlegung, eine bislang ungewohnte Aktion in ihrer Ausprägung, im Aufruf ihrer gesamten Gewerkschaftsvertretungen, berichtet franceinfo. Grund sind mehrere Maßnahmen des Gesetzes zur Finanzierung der sozialen Sicherheit (LFSS) für 2026, das am 16. Dezember verabschiedet wurde und das die Ärzte als nicht akzeptabel betrachten.
Sie kritisieren den unzureichenden Etathaushalt angesichts wachsender Anforderungen, strengere Kontrollen bei Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen, die Möglichkeit für den Staat, bestimmte medizinische Gebühren eigenmächtig zu senken, sowie geplante Gesetzesvorhaben, die ihre Berufsausübungsfreiheit einschränken könnten. All diese Maßnahmen werden von franceinfo als direkte Bedrohung ihrer beruflichen Freiheit wahrgenommen.
Die Beteiligung könnte enorm sein. Laut einer internen Umfrage, die das Medium zitiert, haben 85 % der Gewerkschaftsmitglieder die Absicht, zu streiken. Alle Gewerkschaften zeigen sich solidarisch, von ernannten Ärzten bis hin zu Studierenden.
Die Bewegung wird an Stärke gewinnen. Bereits ab Montag wird die Aktivitäten der Kliniken eingeschränkt. Ab Samstag, dem 10. Januar, dem Tag einer großen Demonstration in Paris, könnten laut der Föderation der privaten Krankenhäuser bis zu 80 % der Operationssäle stillstehen. Bereits hospitalisierte Patienten werden weiterhin versorgt, aber abgesehen von lebenswichtigen Notfällen könnten neue Patienten in öffentliche Krankenhäuser verlegt werden.
Das Gesundheitsministerium gibt an, die Lage im Griff zu haben. Gesundheitsministerin Stéphanie Rist verspricht, den Dialog wieder aufzunehmen und Gespräche über die Vergütung zu eröffnen, während sie gleichzeitig betont, dass einige umstrittene Maßnahmen bereits zurückgezogen wurden, berichtet franceinfo. Ob das ausreicht, um die Krise zu entschärfen, bleibt abzuwarten...















