Das Team von JR hat offiziell mit den Reparaturen von La Caverne du Pont-Neuf, seiner temporären, immersiven Installation, die den Pont-Neuf im 1. Arrondissement von Paris bedeckt, zwei Tage nach den Schäden durch die heftigen Windböen am Dienstag, dem 2. Juni. Die ursprünglich für Samstag, den 6. Juni angekündigte Öffnung für die Öffentlichkeit wurde endgültig auf einen späteren Termin verschoben.
Am Dienstag, dem 2. Juni, vormittags, während noch Arbeiten an der äußeren Plane liefen, führten starke Windböen zu Rissen an den Enden der Plane. In einer am Donnerstag, dem 4. Juni 2026 veröffentlichten Mitteilung bezeichnet JR Studio das Ereignis als "außergewöhnliches meteorologisches Phänomen" und präzisiert, dass "starke Böen auftraten, während die Arbeiten an der äußeren Plane liefen, was zu Rissen an den Enden führte". Die vor Ort beauftragten technischen und ingenieurwissenschaftlichen Experten bestätigten diese Einschätzung.
Die umfassende Inspektion des Werks hat die Schäden präzise lokalisiert: Der Abriß der Leinwand hat eine örtlich begrenzte Beschädigung an drei Stellen der aufblasbaren Hülle verursacht. Eine doch recht gute Nachricht allerdings: Die Segmentierung der Hülle und die installierten Sicherheitsvorkehrungen haben es ermöglicht, den Vorfall einzudämmen.
Zur Erinnerung: Diese riesige Struktur misst 120 Meter Länge, 20 Meter Breite und bis zu 18 Meter Höhe und bedeckt den Pont-Neuf von einem Ende zum anderen über eine Fläche von 18.900 Quadratmetern, gedruckt auf Polyester im Trompe-l’œil-Effekt. Man versteht das Ausmaß der Baumaßnahmen besser.
Die Reparaturarbeiten laufen gleichzeitig auf zwei Fronten: Zum einen die äußere Bespannung, zum anderen die beschädigten Bestandteile der aufblasbaren Hülle. Das zerrissene Gewebe wird anschließend in einer Werkstatt instand gesetzt. Der Einsatz bleibt jedoch wetterabhängig: Aus Sicherheitsgründen "können die Arbeiten erst erfolgen, wenn die Wetterlage wieder dem saisonalen Normalzustand entspricht", heißt es in der Mitteilung. Was die Wiedereinsetzung der Bespannung anbelangt, "laufen verschiedene Ansätze" — angesichts der Ausmaße des Werks.
Die neue Eröffnungstermin wird „im Lichte des Fortschreitens der Schlüsseldaten“ der Reparaturarbeiten bekanntgegeben. Die Zeit drängt jedoch: Die Anlage, vorgesehen als kostenloser Zugang rund um die Uhr und sieben Tage die Woche für bis zu 700 gleichzeitige Besucher, muss ihre Türen am 28. Juni 2026 schließen, gefolgt von zwei Wochen Abbauarbeiten. Offizielle Ankündigungen lassen sich auf der offiziellen Website von La Caverne du Pont-Neuf und auf der Website der Stadt Paris verfolgen.
In der Zwischenzeit bleibt die Installation von den Kaimauern und den umliegenden Brücken aus sichtbar. Für Neugierige, die sich schon jetzt ins Projekt vertiefen möchten, bietet die Galerie Perrotin Les Esquisses de la Caverne eine kostenlose Ausstellung, die die Zeichnungen und Vorarbeiten von JR präsentiert und vom 5. Juni bis 25. Juli 2026 zu sehen ist. Und um den Künstler persönlich zu treffen, ist am 13. Juni eine Signierstunde in einer Galerie im Marais vorgesehen.
Was JR als weltweit größte immersive Installation konzipiert hatte – eine Hommage an Christo und Jeanne‑Claudes Umhüllung des Pont-Neuf im Jahr 1985 – wird demnach noch einige Tage auf sich warten lassen, bevor es der Öffentlichkeit zugänglich wird. Wir halten Ausschau nach offiziellen Ankündigungen.















