Es war eine der lautesten Wetten im Pariser Handel. Nur wenige Monate nach der Eröffnung der ersten festen Shein-Filiale im BHV Marais ist das Unterfangen bereits beendet. Das Kaufhaus wechselt die Hände und sein neuer Betreiber, Karl-Stéphane Cottendin, will die Partnerschaft beenden, die nun als „strategischer Fehler“ bezeichnet wird.
Die Eröffnung des chinesischen Giganten der Ultra-Fast-Fashion hatte schon im Herbst 2025 heftige Proteste ausgelöst. Verbände, Politikerinnen und Politiker, Kundinnen und Kunden sowie mehrere Marken hatten den Aufbau dieses Discount-Labels an jener ikonischen Adresse der Rue de Rivoli scharf kritisiert. Die Kontroverse hat nie wirklich nachgelassen, genährt durch das Weggehen einiger Marken, Spannungen mit Lieferanten und ein Image, das sich schwer halten lässt.
Der BHV Marais will nun die Seite wechseln und wieder zu seinem historischen Profil zurückkehren: Heim- und Wohnaccessoires, Dekoration, DIY, Geschirr- und Haushaltswaren, Beleuchtung oder kreative Freizeitbeschäftigungen. Der Abgang des chinesischen Giganten wird bis Ende 2026 angestrebt, während die in den BHV-Provincialfilialen installierten Corner-Stände derzeit nicht betroffen sein sollen. Auf Seiten der Belegschaft gibt es bislang keine angekündigten Entlassungen.
Nach Monaten des Auf und Ab versucht das Pariser Kaufhaus also eine spektakuläre Kehrtwende. Für den Tempel des schicken Basars schließt sich das Experiment mit Ultra-Fast-Fashion so schnell, wie es begonnen hatte.















