Eine Wolke saharischer Staubpartikel zieht sich demnach über Frankreich hinweg ab diesem Sonntag, 12. Juli 20266, mit einem Höchstwert, der zwischen Sonntagabend und Montagmorgen erwartet wird. In Paris (75) und in den sieben weiteren Départements der Île-de-France — Seine-et-Marne (77), Yvelines (78), Essonne (91), Hauts-de-Seine (92), Seine-Saint-Denis (93), Val-de-Marne (94) und Val-d’Oise (95) — gilt die rote Hitzewarnstufe am 12. und 13. Juli weiterhin. Man kann sagen, dieser Sand kommt zum unpassendsten Zeitpunkt.
Alles spielt sich weit von uns entfernt ab, vor der Küste Portugals. Eine Höhenanomalie nahe der Iberischen Halbinsel beschleunigt den Südstrom und wirkt wie ein Motor: Sie steuert die Luftströmung, die aus Nordafrika nach Westeuropa aufsteigt.
Wüstenstaub reist daraufhin tausende Kilometer weit. Er bedeckt zunächst Spanien, überquert die Pyrenäen, breitet sich über Okzitanien und Nouvelle-Aquitaine aus und erstreckt sich dann über die gesamte Westhälfte des Landes, bevor er das Pariser Becken erreicht.
Das Ergebnis ist mit bloßem Auge sichtbar: ein bedeckter, fast milchiger Himmel und orangefarbene Sonnenuntergänge. Die Kehrseite der Medaille kennen wir ebenfalls. Fährt ein Schauer dazwischen, lagert sich eine hübsche Schicht Ablagerungen auf den Lacken ab, und wegen der aktuellen Wasserbeschränkungen ist ein Abspülen oft nicht möglich.
Es ist der am wenigsten bekannte – und zugleich lästige Effekt. In einer klassischen Hitzewelle-Nacht speichern Boden und Fassaden die tagsüber aufgenommene Wärme wieder ab, was das Thermometer schon daran hindert, wirklich zu sinken.
Mit dem Saharastaub, der in der Luft schwebt, bleibt die Hitze in den unteren Schichten der Atmosphäre gefangen. Die Aerosole bremsen die strahlungsbedingte Abkühlung, also den Wärmeverlust von Boden und Luft während der Nacht. Eine Art feinen Deckel, der sich über unsere Dächer legt.
„Der Einfluss von Staub als Aerosolpartikel ermöglicht es, die nächtlichen Tiefstwerte höher zu halten. Am Montag und Dienstag könnten sie landesweit 22 bis 26°C erreichen, nur im äußersten Norden nicht“, fasst der Meteorologe Yann Amice gegenüber actu.fr zusammen. Météo-France rechnet gar mit 27°C in Paris in der Nacht von Montag auf Dienstag.
Das Phänomen ist nichts Neues. Ende Juni, in der vorangegangenen Hitzewelle, hatte das CNRS bereits festgestellt, dass eine hohe Konzentration von Wüstenstaub dazu beigetragen hatte, über mehrere Tage hinweg sehr hohe Nacht-Temperaturen zu halten, erinnert Le Parisien.
Ab Montag, dem 13. Juli 2026, dürfte sich Staub in der Luft festsetzen und bis Donnerstag in der Westhälfte des Landes anhalten, während er im Osten bis Freitag bestehen bleibt. In der Île-de-France dürfte die Hitzewelle dagegen um den 15. und 16. Juli allmählich abschwächen, mit der Ankunft kühlerer, ozeanisch geprägter Luft.
Bis dahin dürften die Nächte in der Île-de-France anstrengend bleiben. Am Sonntagmorgen lag die Temperatur in Paris-Montsouris bei 23°C und in Orly bei 23,6°C. Dem Körper bleibt kaum noch Zeit zur Erholung, und genau das beschäftigt die Gesundheitsbehörden.
Auch dieser Staub trägt feine Partikel mit sich, die die Luftqualität beeinträchtigen können. Asthmatiker, Allergiker oder Menschen mit Atemwegserkrankungen tun gut daran, den täglichen Vorhersagen von Airparif für die Île-de-France zu folgen und beim Outdoorsport etwas zurückhaltender zu agieren.
Was den Rest betrifft, bleiben die Anweisungen unverändert seit Beginn des Ereignisses: regelmäßig trinken, tagsüber Vorhänge und Fenster schließen, nachts lüften, sobald es die Temperaturen zulassen, sich mehrmals am Tag abkühlen und sich um ältere oder isolierte Menschen kümmern. Die Plattform Santé publique France erläutert im Detail alle zu befolgenden Maßnahmen. Ebenfalls zu finden ist hier unser umfassender Beitrag zur vigilance rouge canicule en Île-de-France.
Termine und Öffnungszeiten
Von 12. Juli 2026 bis 13. Juli 2026















