Das große Vorhaben amTour Montparnasse wird nicht wie vorgesehen beginnen. In der Generalversammlung am Dienstag, dem 21. Juli 2026, stellten die Eigentümer des höchsten Hochhauses in innerem Paris fest, dass das Renovierungsprojekt, das erst vor einigen Monaten beschlossen worden war, hinfällig ist. Eine Information, die von Le Figaro enthüllt wurde und damit zehn Jahre Debatten zu diesem außergewöhnlichen Fall beendet.
Der Auslöser trägt einen Namen: LFPI. Der Vermögensverwalter, der etwa 30 Prozent des Gebäudes hält, erklärte den anderen Eigentümern, dass er die Finanzierung der geplanten Umgestaltung so nicht weiter unterstützen wolle. Er plädiert nun für eine bescheidenere Intervention – und vor allem für eine kostengünstigere Lösung.
Man muss sagen, die Wolken hatten sich seit Monaten über dem 210 Meter hohen Wolkenkratzer verdichtet. Das Budget war bereits von 624 Mio. Euro vor Steuern im Sommer 2025 auf 727,7 Mio. Euro im März 2026 gestiegen, ehe es mit der Entdeckung von Asbest knapp die 800-Mio.-Euro-Marke überschritt. Die Banken, abgeschreckt von der Uneinigkeit der Anteilseigner, zögerten, die notwendige finanzielle Rückendeckung zu gewähren, um den Finanzierungsschluss zu sichern.
Dem stehen interne Auseinandersetzungen entgegen. Im Mai 2026 haben mehrere Eigentümer – darunter Xavier Niel – Klage gegen Beschlüsse eingereicht, die in der Hauptversammlung gefasst wurden, insbesondere zu den Tauschgeschäften von Nutzflächen. Wenige Tage vor der Juli-Sitzung bezeichnete der Miteigentümer Frédéric Lemos in scharfen E-Mails Interessenkonflikte bei der Auswahl einiger Dienstleister. Er bestätigte zudem, dass er sich weigert, seine Einheiten auf der 43. Etage abzugeben, wodurch der Bau des geplanten Luxushotels zwischen der 42. und 45. Etage deutlich blockiert wird.
Unter dem Signet des Kollektivs Nouvelle AOM (Franklin Azzi Architecture, ChartierDalix und Hardel Le Bihan), Sieger des internationalen Wettbewerbs von 2017, sollte das Projekt den dunklen Block der 1970er Jahre vergessen machen. Auf dem Programm standen:
Die Arbeiten sollten im September 2026 beginnen, mit einer erwarteten Wiedereröffnung um das Jahr 2030 herum. Die am Projekt Beteiligten, darunter Sefri-Cime und Vinci Construction, sehen damit mehrere Jahre Vorbereitungen in Rauch aufgehen.
Ja, und das ist der einzige Punkt, der wirklich vorankommt. Trotz der Gegenstimme der LFPI hat die Hauptversammlung am 21. Juli 2026 den ersten Abschnitt der Asbestsanierung eingeleitet. Ein unverzichtbarer Schritt: Übrigens hatten die Präfekturen von Île-de-France und Paris bereits im November 2025 eine Beschleunigung des Zeitplans gefordert, weil Asbest im Gebäude entdeckt worden war.
Der Turm ist leer seit dem Wegzug seiner letzten Bewohner am 31. März 2026. Panorama-Aussichtsplattform der 56. Etage schloss am selben Tag, nachdem sie mehr als fünfzig Jahre lang Pariserinnen, Pariser und Touristen begrüßt hatte.
Heute lässt sich niemand festlegen. Neue Architekten müssen eine leichtere Version entwickeln, die mit dem bioklimatischen PLU der Stadt Paris kompatibel ist. Eine zusätzliche Schwierigkeit: Der aktuelle Bauantrag läuft im November 2026 ab, es bleibt nur ein knapper Spielraum. Weder von der Stadt Paris noch vom Verwalter oder LFPI gab es eine offizielle Mitteilung. Auch kein Zeitplan für ein neues Projekt oder eine formelle Stellungnahme zum Ablauf des Bauantrags. Das ist in den kommenden Tagen der zentrale Punkt: Entweder wird vor Fristende ein Änderungsantrag gestellt, oder das Vorhaben beginnt von vorn.
Auf Seiten der gewählten Vertreter will man nicht aufgeben. Philippe Goujon, Bürgermeister des 15. Arrondissements, setzt sich dafür ein, dass das Vorhaben in der genehmigten Fassung zu einem Abschluss kommt. „Wir wollen keine Renovierung, die abgespeckt wird“, sagte er dem actu Paris und erinnerte daran, dass der Stadtteil diese Sanierung seit fünfzehn Jahren erwartet. Um den Fortschritt der Angelegenheit zu verfolgen, veröffentlichen das Hôtel de Ville von Paris und die Stadtverwaltung des 15. Arrondissements regelmäßig Zwischenstände zur Neugestaltung des Quartiers Maine-Montparnasse. In der Zwischenzeit lebt der Stadtteil mit einem ausgeschalteten Turm und einem Einkaufszentrum, das auf der Kippe steht, in der Nähe des Jardin Atlantique und des Montparnasse-Friedhofs.
Um die Angelegenheit vollständig zu erfassen, lesen Sie erneut unseren Artikel Renovierung des Montparnasse-Turms: alles, was man zum Projekt 2026–2028 wissen muss, der den Auftakt zu jenem langen Kapitel markierte.















