Der Stör-Vollmond markiert den letzten großen Vollmond des Sommers und hält 2026 eine hübsche Überraschung über der Île-de-France bereit. Der Termin ist festgelegt auf Freitag, der 28. August 2026, mit einem Vollmond, der seinen Höchststand um 06:18 Uhr (parischer Zeit) erreicht. In jener Nacht (von Donnerstag, dem 27. auf Freitag, den 28. August) muss der Mond nicht bloß glänzen: Er taucht teilweise in den Erdschatten ein und nimmt eine eindrucksvolle kupferfarbene Tönung an, die mit bloßem Auge sichtbar ist.
Der Name stammt von den indigenen Völkern Nordamerikas, die rund um die Großen Seen siedelten. Im August schwammen die Störe – dieses prähistorische Gigantenfisch – in den Flüssen zahlreich aufwärts, und die Jahreszeit eignete sich besonders gut für die Störfischerei.
Andere Traditionen sprechen vom Mond des grünen Mais, vom Maismond oder vom Blaubeerenmond – allesamt Anspielungen auf die ersten Ernten am Ende des Sommers. So trägt jeder volle Mond im Kalender seinen eigenen Spitznamen, der den Almanachen entstammt.
Der Mond erreicht am 28. August 2026 um 06:18 Uhr seine volle Pracht (100 %), doch bereits am Vorabend wirkt er deutlich rund. Für einen einfachen Beobachtungsabend ist daher die Nacht vom 27. auf den 28. August ideal – mit einem Mond, der zu Beginn der Nacht im Osten aufgeht.
Der eigentliche Höhepunkt spielt sich früh am Morgen ab, wenn die Sonnenfinsternis die Bühne betritt. Dann wird die Vorstellung außergewöhnlich.
Das Besondere dieser Ausgabe 2026: Der Störmond geht im Schatten der Erde auf. Es ergibt sich eine tiefe partielle Mondfinsternis, eine der markantesten des Jahrzehnts.
Maximal gegen 06:12 Uhr PARIS-Zeit wird mehr als 93 % der Mondscheibe vom Schatten verschluckt sein, nur ein dünner heller Rand bleibt am Rand übrig. Visuell erinnert das Spektakel stark an eine totale Finsternis, auch wenn es technisch gesehen eine partielle Mondfinsternis ist. Gute Nachricht: Im Gegensatz zur Sonnenfinsternis lässt sich eine Mondfinsternis ohne Schutz bei freiem Auge beobachten. Diese Daten bestätigen das IMCCE des Pariser Observatoriums und die NASA.
Es ist das Detail, das die Vorstellung so fesselnd macht: Der verdeckte Bereich verschwindet nicht im Dunkel, er entfaltet sich in kupferroten Nuancen. Man spricht gelegentlich vom „Kupfermond“, der Cousine des berühmten Blutmonds bei totalen Mondfinsternissen.
Das Phänomen lässt sich einfach erklären. Selbst im Erdschatten erreicht noch etwas Sonnenlicht unsere Atmosphäre, ehe es die Mondoberfläche trifft. Dabei streut die Luft die blauen Farbtöne und lässt nur Rot- und Orange-Nuancen hindurch. Das Ergebnis: Es wirkt, als würde die Lichtspur aller Sonnenauf- und -untergänge der Erde plötzlich auf dem Mondscheibe erscheinen. Je stärker Staub oder Wolken in der Atmosphäre sind, desto stärker neigt sich die Farbe zum tiefen Rot.
Ein kleiner Wermutstropfen bleibt jedoch: In der Île-de-France ist die Morgendämmerung eng. Die partielle Phase beginnt gegen 04:33 Uhr, doch der Mond steht noch sehr niedrig am westlichen Horizont und geht erst gegen 06:45 Uhr unter, während die Sonne um 07:01 Uhr aufgeht. Mit anderen Worten: Früh aufstehen und möglichst präzise zielen. Und da der Mond flach am Horizont bleibt, könnte seine kupferfarbene Färbung nahe dem Rand des Himmelshorizonts noch stärker auffallen.
Das Hauptaugenmerk liegt auf dem freien Blick nach Westen (genauer gesagt West-Südwesten). Der Mond erreicht seinen Höchststand nur wenige Grade über dem Horizont; schon das kleinste Gebäude, jede noch so kleine Baumreihe oder jeder Hügel kann ihn verdecken. Man verzichtet daher auf eng gelagerte Innenstadtbereiche zugunsten eines erhöhten Aussichtspunktes oder eines weit geöffneten Raums.
Gute Nachricht: Die Sonnenfinsternis wird in Paris gut sichtbar sein, jedoch unter etwas sportlichen Bedingungen. Maximal gegen 06:13 Uhr steht der Mond nur etwa 8 Grad über dem Horizont, also sehr tief am Westhimmel. Das Ganze spielt sich in einem Rennen gegen die Dämmerung ab, denn die Sonne geht um 07:01 Uhr auf und der Mond sinkt kurz davor noch weitgehend im Schatten. Praktisch bedeutet das: Um in Paris und dem nahen Pariser Umland nichts zu verpassen, besser schon zwischen 04:30 und 05:00 Uhr vor Ort sein und das Fenster zwischen 05:00 und 06:30 Uhr anvisieren, mit einem vollkommen freistehenden Westhorizont.
Rund um Paris eignen sich mehrere Spots dafür: Die Hochflächen und die ländliche Umgebung der Großen Krone (Vexin Français, Rambouillet-Wald, Plateau de Saclay, Ebenen von Seine-et-Marne) bieten weitere Horizonte und weniger Lichtverschmutzung. Denken Sie daran, Ihren Spot am Vorabend auszukundschaften, ein Paar Ferngläser mitzunehmen, um den kupferfarbenen Ton besser zu erfassen, und einen Blick auf die Vorhersage zu werfen: Ein paar Wolken am westlichen Horizont reichen oft aus, um die Sicht zu beeinträchtigen.
Zur Klarstellung, um Missverständnisse zu vermeiden: Eine Mondfinsternis gefährdet die Augen nicht. Es sind keine speziellen Brillen nötig, ganz anders als bei der Sonnenfinsternis am 12. August des letzten Jahres, bei der zertifizierte Brillen (Norm ISO 12312-2) Pflicht waren. Hier schauen Sie einfach zum Mond, der nur einen Bruchteil des Sonnenlichts reflektiert: Die Beobachtung mit bloßem Auge ist völlig sicher, und Ferngläser dienen lediglich dazu, mehr Details zu erkennen.
In der Zwischenzeit bleibt nur zu hoffen, dass die Nacht wolkenlos bleibt, und den Wecker zu stellen.















