Die Nächte im September signalisieren die Rückkehr längerer Abende – und damit wunderbare Gelegenheiten für Himmelsbeobachter. In der Nacht von Mittwoch, dem 2. auf Donnerstag, dem 3. September 2026, rücken die Plejaden über der Île-de-France ins Blickfeld. Dieser Sternhaufen, auch bekannt als die „Sieben Schwestern“, lässt sich mit bloßem Auge aus der gesamten Region bewundern, vorausgesetzt, man weiß, wo man hinschauen und zu welchem Zeitpunkt man den Blick nach oben richtet.
Es lohnt sich nicht, früh am Abend zu hetzen. Die Plejaden lassen auf sich warten und erscheinen über dem Horizont Nordosten erst, wenn die Nacht wirklich hereingebrochen ist. Aus Paris und Umgebung ist das Sternencluster ab ca. 0:30 Uhr zu erkennen, danach steigt es im Laufe der Nacht allmählich höher am Himmel.
Die zweite Nachthälfte bleibt demnach das beste Beobachtungsfenster bis zu den ersten Morgendämmerungsstrahlen. Je höher der Sternhaufen steigt, desto weiter entfernt er sich von den Lichtern des Horizonts und desto komfortabler lässt er sich beobachten. Ein Detail gilt es jedoch zu beachten: Der Mond, etwa zu 75 % beleuchtet, wirkt in dieser Nacht noch recht hell und zieht direkt an den Plejaden vorbei. Er tilgt den Haufen zwar nicht, er kann aber die am dezentesten leuchtenden Sterne weniger deutlich sichtbar machen.
Auf den ersten Blick ähneln die Plejaden einer kleinen schimmernden Wolke, einer eng beieinanderliegenden Gruppe blau schimmernder Punkte, die man eher aus dem Augenwinkel wahrnimmt als beim direkten Hinsehen. Ein Paar Ferngläser verändert die Sicht und offenbart Dutzende zusätzlicher Sterne, ganz ohne Teleskop.
Um alle Chancen zu nutzen, sollte man sich von den Lichtquellen fernhalten, die Augen gut eine Viertelstunde an die Dunkelheit gewöhnen und auf einen klaren Nordost-Horizont zielen. In dieser Nacht kann der Mond, der direkt daneben steht, sogar als Orientierung dienen, um den Sternhaufen zu finden.
Etwa 440 Lichtjahre entfernt im Sternbild des Stiers sammeln die Plejaden mehr als tausend Sterne, von denen nur die hellsten das berühmte Motiv der «Sieben Schwestern» zeichnen. Jung im kosmischen Maßstab (sie entstanden vor rund Hundert Millionen Jahren), gehören diese blauen Sterne zu den am leichtesten zu erkennenden am Nachthimmel. Um den Abend vorzubereiten, findet man das detaillierte Monatsprogramm auf der Seite der Cité de l'espace und der Société astronomique de France.
In der Stadt bleibt die Lichtverschmutzung die unangefochtene Nr. 1 für die Beobachter. Von der Innenstadt Paris aus erkennt man zwar nur die hellsten Sterne, doch das Erlebnis gewinnt deutlich, wenn man sich einen dunkleren Himmel gönnt. Zielorte sind zum Beispiel das Chevreuse-Tal (78), das als Internationale Sternenpark-Reserve geführt wird, der Wald von Fontainebleau (77) oder die weitläufigen Landschaften des Gattinais, wo die Dunkelheit weniger als eine Stunde von der Hauptstadt entfernt deutlich großzügiger zu spüren ist.
Hobby-Astronomen, die eine Begleitung suchen, können sich auch zum Uranoscope der Île-de-France nach Gretz-Armainvilliers in der Seine-et-Marne (77) wenden, das regelmäßig Beobachtungsabende mit modernem Equipment anbietet. Das ganze Jahr über organisiert die Französische Astronomie-Gesellschaft und ihre clubs in der Île-de-France ebenfalls öffentlich zugängliche Termine, etwa bei den Sternennächte in Paris und Île-de-France. Als letzter Check vor dem Ausgehen: einen Blick auf die Wolkenabdeckung bei Météo-France werfen, denn ein klarer Himmel macht den entscheidenden Unterschied.
Diese Beobachtung richtet sich an alle: von Familien über Paare, die eine nächtliche Auszeit suchen, bis hin zu Neugierigen, die noch nie durch ein Fernglas geschaut haben. Man braucht nichts Spezielles: Ein dunkler Winkel, etwas Geduld – und schon ist der Abend gerettet. Festzuhalten bleibt: Der Mond ist gut sichtbar und kann den Staunen der schüchternsten Sterne etwas vermiesen. Doch das ist kein Hindernis, um die „Sieben Schwestern“ zu erleben, eine der zugänglichsten Gelegenheiten am Herbsthimmel.
Möchten Sie Ihre Abende weiterhin unter dem Sternenhimmel genießen? Wir haben weitere Guides zum Himmel in der Île-de-France für Sie zusammengestellt, etwa unsere Übersicht der großen Himmelsereignisse 2026, unsere Tipps zur Beobachtung der Perseiden in der Île-de-France oder unsere Auswahl von Spots, um den Himmel in der Region Parisien gut zu sehen.















