Der Himmel von Île-de-France hat sein Spektakel noch lange nicht beendet. Nach der partielle Sonnenfinsternis vom 12. August 2026, die Paris beim Maximum des Phänomens um mehr als 92 Prozent der Sonnenscheibe verdunkeln wird, richten sich die Blicke erneut gen Himmel – auf ein zweites Rendezvous: der Höhepunkt der Perseiden, eine der bekanntesten Sternschnuppenströme des Jahres.
Die Perseiden zeigen sich jeden Sommer, wenn die Erde durch Staubwolken des Kometen 109P/Swift-Tuttle zieht. Treten diese winzigen Partikel mit sehr hoher Geschwindigkeit in unsere Atmosphäre ein, erzeugen sie Lichtstreifen, die man Sternschnuppen nennt.
Ihr Name leitet sich von der Konstellation Perseus ab, aus der sie durch eine perspektivische Täuschung zu stammen scheinen. Doch sich nur auf diesen Himmelsbereich zu fixieren, lohnt sich nicht: Meteore können überall am Himmel auftreten.
Und 2026 ist der Kalender besonders günstig: Der Höhepunkt fällt rund um den Neumond, wodurch zu starkes Mondlicht vermieden wird, das die lichtschwächeren Sternschnuppen auslöschen könnte.
Sternschnuppen lassen sich suchen, sobald der Himmel dunkel genug ist. Die Bedingungen sollten im Verlauf der Nacht jedoch interessanter werden. In Paris wird das beste Beobachtungsfenster zwischen zwei und vier Uhr morgens liegen, in der Nacht vom 12. auf den 13. August.
Es bleibt uns also nichts anderes übrig, als eine Nachteule zu sein… oder sehr früh aufzustehen.
Um die Perseiden zu beobachten, ohne Paris zu verlassen, zählt der Parc de la Villette zu den wichtigsten Anlaufstellen des Abends. Die Cité des sciences et de l'industrie bietet dort Sternbeobachtungen ab 21:45 Uhr bis Mitternacht an, mit Moderatoren und astronomischen Instrumenten. Die Anlage eignet sich besonders gut, um das Phänomen kennenzulernen, auch wenn die parisische Lichtverschmutzung die Anzahl der sichtbaren Meteore naturgemäß begrenzen wird.
Eine weitere Möglichkeit in der Hauptstadt: ein großes Gelände wählen, das einen freien Blick zum Himmel bietet. Der Champ-de-Mars, rund um die Uhr zugänglich, hat diesen Vorteil, auch wenn die zahlreichen umliegenden Lichter alles andere als ideal für die Astronomie sind.
Aber man muss nicht das ganze Île-de-France durchqueren, um etwas mehr Raum zu finden: Im Osten bietet der bois de Vincennes weite Flächen, auf denen der Himmel freier ist als in den Pariser Straßen. Dabei sollte man offene Räume bevorzugen statt bewaldeter Zonen und die Zutrittsbedingungen in der Nacht prüfen.
Im Westen und Südwesten bieten Meudon und Saint-Cloud ebenfalls reizvolle Wanderwege. Die Höhenlagen und offenen Flächen dieser Gegenden ermöglichen eine größere Fernsicht, auch wenn der Lichtkegel der Pariser Agglomeration nach wie vor sichtbar ist. Meudon hat zudem eine lange astronomische Tradition, denn hier befindet sich einer der Standorte des Observatoire de Paris. Vorsicht: Das bedeutet jedoch nicht, dass das Observatorium oder dessen Gelände mitten in der Nacht frei zugänglich wären.
Für eine Beobachtung zwischen 2 Uhr bis 4 Uhr ist es daher sinnvoll, die Öffnungszeiten von Parks und Ländereien vorab zu prüfen: Der schönste Aussichtspunkt der Welt verliert viel von seinem Reiz, wenn er hinter einem verschlossenen Zaun liegt.
Die Motiviertesten tun gut daran, sich noch stärker von den Lichtern Paris' zu entfernen. Die ländlichen Regionen der Yvelines, Essonne und Seine-et-Marne, insbesondere rund um das Fontainebleau-Massiv, können einen deutlich dunkleren Himmel bieten.
Die Regel ist einfach: Je weniger künstliches Licht vorhanden ist, desto sichtbarer werden auch die weniger hellen Perseiden. Daher sollte man einen dunklen, weitläufigen Bereich bevorzugen, zu dem der nächtliche Zugang gestattet ist.
Im Gegenzug ist ein Teleskop überflüssig. Um die Perseiden zu beobachten, bleibt das bloße Auge das beste Instrument: Meteore tauchen plötzlich auf und können einen großen Teil des Himmels durchqueren. Machen Sie es sich bequem und geben Sie Ihren Augen rund zwanzig Minuten Zeit, sich an die Dunkelheit zu gewöhnen.
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