Die Europäische Nacht der Museen lädt erneut das Publikum dazu ein, die Türen kultureller Orte für eine besondere Nacht zu öffnen – oft kostenlos – am Samstag, dem 23. Mai 2026. Es ist die Gelegenheit, Museen einmal anders zu erleben, in einer freieren, sensibleren und teils auch intimeren Atmosphäre.
In Bobigny, dem Mémorial der ehemaligen Deportationsbahnstation von Bobigny beteiligt sich an dieser 22. Ausgabe. Es ist kein Museum wie alle anderen: Es ist eine bedeutende historische Gedenkstätte des Erinnerns an die Shoah in Frankreich. Von Sommer 1943 bis Sommer 1944 war dieser Bahnhof der zentrale Ort der Deportationen von Juden Frankreichs. In dreizehn Monaten wurden dort 21 Konvois organisiert, die etwa 22 500 Männer, Frauen und Kinder mitnahmen, größtenteils nach Auschwitz-Birkenau.
Île-de-France: Die Gedenkstätte des ehemaligen Deportationsbahnhofs in Bobigny
Der ehemalige Deportationsbahnhof von Bobigny verwandelt sich in ein "Mémorial" (Gedenkstätte). Als Gedenkstätte für die Deportation der französischen Juden wurde dieser geschichtsträchtige Ort im Département Seine-Saint-Denis im Januar 2023 eröffnet. [Mehr lesen]
Hier gibt es keine spektakuläre Nachbildung: Es sind der Ort selbst, sein bahnbezogenes Umfeld, seine Spuren, ja seine schlichte Reduktion, die dem Rundgang seine Kraft verleihen. Der Bahnhof, die ehemalige Güterhalle, die Gleise sowie der eingerichtete Aussichtspunkt bilden einen nüchternen, aber ausgesprochen aussagekräftigen Besuchsraum. Das Denkmal, seit dem 18. Januar 2023 der Öffentlichkeit zugänglich nach einer umfangreichen Renovierung, verbindet Geschichte, Vermittlung und Besinnung in einem Rahmen, der greifbar macht, was die Mechanik der Deportation bedeutete.
Im Rahmen der Europäischen Nacht der Museen lädt die Ausstellung dazu ein, die deutsch-jüdische Künstlerin Charlotte Salomon und ihr Hauptwerk Vie ? oder Théâtre ? kennenzulernen — durch einen poetischen und akustisch gestalteten Rundgang.
Als immersive Erfahrung konzipiert, vermischt der Rundgang Lesungen, musikalische Stimmung und die Entdeckung der Werke. Auszüge aus den Schriften der Künstlerin treten in Dialog mit Passagen des Romans Charlotte von David Foenkinos sowie mit Zeugnissen Deportierter aus dem Deportationszug Nr. 60, in dem Charlotte Salomon 1943 verschleppt wurde.
Diese Ausstellung ist das Ergebnis eines pädagogischen Projekts mit einer Abschlussklasse des Lycée Louise Michel in Bobigny. Die Schülerinnen und Schüler, in alle Phasen der Konzeption eingebunden, entwarfen einen sensiblen Rundgang, der das Schicksal der Künstlerin – geprägt von Exil, Verfolgung und Schöpfung – ins Rampenlicht rückt.
Durch dieses Angebot wird das Publikum eingeladen, ein einzigartiges Werk zu entdecken und zugleich aktuellen Fragestellungen wie multiplen Identitäten, Diskriminierung und Formen des Widerstands durch Kunst nachzugehen.
Diese Seite kann KI-gestützte Elemente enthalten, weitere Informationen finden Sie hier.
Termine und Öffnungszeiten
Am 23. Mai 2026
Standort
Ehemaliger Deportationsbahnhof von Bobigny
151 Avenue Henri Barbusse
93000 Bobigny
Offizielle Seite
garedeportation.bobigny.fr